Sozialkontakte vermeiden, Ausbreitung verlangsamen

Kanzlerin trifft Regierungschefs der Länder Sozialkontakte vermeiden, Ausbreitung verlangsamen

Bundeskanzlerin Merkel ruft dazu auf, wo immer es möglich ist, auf Sozialkontakte zu verzichten. Nach einem Treffen mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder erklärte sie, dies sei "heute noch einmal in schärferer Form notwendig", um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Krankenhäuser sollen, wenn medizinisch vertretbar, planbare Operationen verschieben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Auftakt eines Treffens mit den Regierungschefs der Länder.

Ländertreffen im Kanzleramt: Gegenstand der Gespräche war vor allem das gemeinsame Vorgehen beim Coronavirus.

Foto: Bundesregierung/Denzel

Deutschland werde weitere medizinische Vorbereitungen treffen, um die steigende Zahl von Infizierten versorgen zu können, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag. Bund und Länder haben verabredet, die Beschaffung von medizinischer Ausrüstung gemeinsam zu koordinieren. Kapazitäten an Intensiv- und Beatmungsbetten in den Krankenhäusern sollen ausgebaut und Schutzkonzepte für besonders gefährdete Menschen angepasst werden.

Planbare Operationen verschieben

Soweit medizinisch vertretbar, sollen grundsätzlich alle planbaren Aufnahmen, Operationen und Eingriffe in allen Krankenhäusern ab Montag auf unbestimmte Zeit verschoben werden. So sollen sich die Krankenhäuser auf den erwartbar steigenden Bedarf an Intensiv- und Beatmungskapazitäten zur Behandlung von Patienten mit schweren Atemwegserkrankungen durch Covid-19 konzentrieren können.

Ein Aufruf an alle

Um die Ausbreitung einzudämmen, sollten die Menschen auf alle nicht notwendigen Veranstaltungen verzichten. "Das ist ein Aufruf an alle", erklärte die Kanzlerin. Dabei müsse die Funktionsfähigkeit des Staates gewahrt werden und auch die Kernbereiche der Wirtschaft.

Doch was bedeutet das für Universitäten, Schulen und Kindergärten? Da die Situation in Deutschland unterschiedlich ist, könnten Schließungen je nach Region eine Option sein, erklärte Merkel.

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Die Kanzlerin wiederholte: "Deutschland wird das was notwendig ist tun, um seiner Wirtschaft zu helfen und Arbeitsplätze zu sichern". Schon am Freitag werden Bundestag und Bundesrat die Neuregelungen zum Kurzarbeitergeld beschließen. Zudem werden die Bundesminister Olaf Scholz und Peter Altmaier weitere, umfassende Maßnahmen für die Wirtschaft vorstellen.

Kooperation von Bund und Ländern

Die Bundeskanzlerin kündigte an, dass Bund, Länder und Gemeinden ihre Zusammenarbeit weiter intensivieren werden. Darüber hinaus habe man sich geeinigt, nicht nur national agieren zu wollen, sondern in enger Absprache mit der Europäischen Union. "Weil wir überzeugt sind, dass wir diese schwierige Situation, diese Krise, nur meistern werden, wenn wir auch europäisch zusammenhalten“, so die Kanzlerin.