Spahn warnt vor Stigmatisierung

Lokale Corona-Ausbrüche Spahn warnt vor Stigmatisierung

Berichte über zerkratzte Autos und Beschimpfungen zeigen, was Menschen aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf derzeit in Einzelfällen erleben, wenn sie in Deutschland unterwegs sind. Bundesgesundheitsminister Spahn kritisiert das und mahnt: Jede Region kann von einem lokalen Ausbruch betroffen sein.

Menschen warten in einer Schlange in Gütersloh darauf, einen Corona-Test durchführen zu können.

Großer Andrang: Um verreisen zu können, benötigen Menschen wie hier aus dem Kreis Gütersloh einen aktuellen, negativen Corona-Test.

Foto: imago images/teamwork/Achim Duwentäster

Derzeit passiere etwas, "was nicht gut ist", erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Donnerstagabend, "eine "Art von Stigmatisierung". Er bezog sich dabei auf Berichte etwa über zerkratzte Autos, wenn diese Kennzeichen aus Kreisen hätten, die von einem lokalen Corona-Ausbruch betroffen sind. Trotz Verständnisses für Emotionen müssten alle aufpassen, "wie wir dabei miteinander umgehen", so Spahn bei einer Veranstaltung der Funke-Mediengruppe, der Buchhandlungen Thalia und Mayersche sowie des Herder-Verlages.

Schuldvorwürfe fehl am Platze

Die betroffenen Menschen seien "Opfer der Umstände, und nicht Bürger, die man mit irgendwelchen Schuldvorwürfen versehen sollte", so der Minister. Eine solche Situation könne "jeden von uns in jeder Region morgen genauso erwischen, ohne dass wir es merken".  

Mit aktuellem Test ist Reisen möglich

Bei lokalen Ausbrüchen gebe es die Empfehlung, auf nicht notwendige Reisen zu verzichten - oder aber, sich testen zu lassen. Mit einem "frischen Test", der nicht älter als 48 Stunden sei, könne man reisen. Auf diese Linie hätten sich die Länder verständigt.

Bei lokalen Ausbrüchen wie in Gütersloh, Göttingen oder Berlin sei es wichtig, sehr schnell Infektionsketten zu durchbrechen. Je besser das gelänge, desto erfolgreicher bekomme diese Ausbrüche wieder in den Griff. 

"Sind noch besser vorbereitet"

Ob es gelinge, eine zweite Infektionswelle auch im Herbst und Winter zu verhindern, könne er nicht garantieren. "Was wir sicher sagen können ist: Wir sind noch besser vorbereitet".

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