Das gilt für Reisen ins In- und Ausland

Fragen und Antworten zum Urlaub während Corona Das gilt für Reisen ins In- und Ausland

Die Bundesregierung hat ihre Reisewarnung für die EU-Länder und einige weitere europäische Staaten zum 15. Juni aufgehoben. Für mehr als 160 Länder bleibt die Reisewarnung bestehen. Was bedeutet das für Auslandsreisen und den Sommerurlaub? Und was gilt für Reisen innerhalb Deutschlands? Wir beantworten wichtige Fragen zum Thema Reisen während der Corona-Pandemie.

Das Bild zeigt einen Strand mit Urlaubern aufgenommen von einer Drohne.

Wer über eine Reise in ein anderes EU-Land nachdenkt, findet wichtige Informationen in den Reisehinweisen des Auswärtigen Amts.

Foto: Nicolas Economou/NurPhoto via Getty Images

Was gilt für Reisen innerhalb Deutschlands?

Bitte erkundigen Sie sich bei Inlandsreisen auf der Internetseite des Bundeslandes, in das Sie einreisen oder in dem Sie wohnen, wie die Regelungen vor Ort im Detail aussehen. Aufgrund einzelner lokaler Ausbrüche in Deutschland - wie beispielsweise in Nordrhein-Westfalen im Kreis Gütersloh - kann es für manche Regionen zum Teil wieder zu Einschränkungen kommen. Bund und Länder haben am 26. Juni beschlossen, dass Reisende aus den betroffenen Regionen nur innerhalb Deutschlands reisen dürfen, wenn sie einen negativen Corona-Test vorweisen können. Die Testkapazitäten wurden entsprechend ausgeweitet.

Für welche Länder wird die Reisewarnung aufgehoben?

Die Reisewarnung für die Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie für die Schengen-assoziierten Staaten Island, Liechtenstein, Norwegen und Schweiz und für das Vereinigte Königreich ist seit dem 15. Juni aufgehoben. Auch die Grenzkontrollen sind beendet. "Es kommt jetzt auf die Eigenverantwortung jedes Einzelnen an", betont Bundesaußenminister Heiko Maas. "Jeder kann dazu beitragen, mit unserer wiedergewonnen Freiheit verantwortungsvoll umzugehen."

Was bedeutet das für Reisen in diese Länder?

Das Auswärtige Amt ersetzt für diese Länder die bisherige weltweite Reisewarnung durch länderspezifische Reisehinweise. Diese sind an die jeweiligen Situation vor Ort angepasst - und werden fortlaufend aktualisiert. So unterscheiden sich die bestehenden Regeln und Lockerungen in den jeweiligen Reiseländern: Einige Länder öffnen ihre Grenzen für Touristen etwas später, in anderen gelten zum Teil Quarantäne-Vorschriften.

Bitte prüfen Sie vor Reiseplanungen auch, ob für Ihr Reiseziel im In- und Ausland gesonderte Regelungen gelten. So schränkt zum Beispiel Österreich derzeit die Einreise für Touristen aus dem Kreis Gütersloh aufgrund des dortigen Ausbruchs ein. Diese müssen zur Einreise einen negativen Corona-Test vorweisen.

Wer jetzt eine Auslandsreise plant, sollte sich daher über den Reisehinweis seines Ziellandes informieren. Alle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes (AA) finden Sie hier. Das AA bietet auch eine Übersicht, welche Hinweise zuletzt aktualisiert wurden. Hilfreich ist auch die Reise-App des AA. Bei der EU-Kommission können Sie prüfen, welche Corona-Regelungen jetzt an Ihrem Reiseziel gelten: auf der Website Re-Open EU.

Was ist der Unterschied zwischen einer Reisewarnung und Reisehinweisen?

Eine Reisewarnung warnt vor einer konkreten Bedrohung von Leib und Leben eines jeden Reisenden. Reisehinweise enthalten länderspezifische Informationen. Sie sollen bei der Entscheidung helfen, ob eine Reise angetreten werden sollte oder nicht. Weitere Informationen finden Sie hier

Was gilt für Länder außerhalb Europas, etwa für besonders beliebte Urlaubsländer wie die Türkei?

Die Bundesregierung hat in der Kabinettsitzung am 10. Juni entschieden, dass die weltweite Reisewarnung für alle Länder - außer den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, den Schengen-assoziierten Staaten und dem Vereinigten Königreich - vorerst bis einschließlich 31. August 2020 weiter gilt. "Anders als bei unseren europäischen Nachbarn haben wir für den Rest der Welt heute noch nicht die gemeinsamen belastbaren Datengrundlagen, Kriterien und Abstimmungsprozesse, die einen uneingeschränkten Reiseverkehr ohne unkalkulierbare Risiken wieder möglich machen", so Außenminister Maas. Weitere Informationen zum aktuellen Stand der Reisewarnung bietet das AA auf seiner Seite.

Welche Rechte haben Reisende, wenn es zu Problemen aufgrund der Corona-Pandemie kommt?

Entscheidend ist unter anderem, ob es sich um eine Pauschal- oder Individualreise handelt. Versuchen Sie bei Problemen zunächst, mit dem Reiseveranstalter beziehungsweise der Fluggesellschaft eine einvernehmliche Lösung zu finden. Diese reagieren häufig selbst auf die aktuellen Entwicklungen.

Kann man etwa Sehenswürdigkeiten nicht besichtigten, die ein wesentlicher Bestandteil der Pauschalreise sind, oder gibt es gravierende Änderungen im Reiseablauf, kann dies ebenfalls ein Grund für einen kostenlosen Reiserücktritt sein. 

Können Sie bei einer Pauschalreise nicht zum geplanten Zeitpunkt zurückreisen, weil etwa der Flug ausfällt, muss der Reiseveranstalter die Kosten für den verlängerten Aufenthalt für bis zu drei Tage tragen. Was darüber hinaus geht, müssen Sie selbst bezahlen.

Müssen Sie infolge der Pandemie früher als geplant zurückreisen, dürften Sie Anspruch auf Rückerstattung eines Teils des Reisepreises haben. Bei individuellen Flugreisen ist es von den Allgemeinen Geschäftsbedingungen und von der Kulanz der Airline abhängig, ob sich ein Flug kostenfrei stornieren lässt.

Wurde Ihr Flug annulliert, muss Ihnen der Ticketpreis erstattet oder die Möglichkeit einer anderweitigen Beförderung zum Zielort, zum Beispiel eine Bahnfahrt oder eine Umbuchung des Flugs auf einen späteren Zeitpunkt, angeboten werden. Die Europäische Kommission hat zu den Passagierrechten Auslegungsrichtlinien vorgelegt, damit die Rechte der Reisenden europaweit einheitlich gewahrt werden. Umfangreiche Informationen bietet auch das Europäische Verbraucherzentrum.

In welchem Fall kann man eine Reise kostenlos stornieren?

Entscheidend ist auch hier, wie gereist wird - etwa pauschal oder individuell. Liegen zum Reisezeitpunkt "unvermeidbare außergewöhnliche Umstände" oder "höhere Gewalt" vor, also Umstände, die wie die Corona-Pandemie bei der Buchung nicht vorhersehbar waren, sollte die Reise kostenlos stornierbar sein. Bei Auslandsreisen gilt die vom Auswärtigen Amt ausgesprochene Reisewarnung als "höhere Gewalt".

Entscheidend für die Stornierung geplanter Urlaube ist, dass die Umstände der "höheren Gewalt" zum Reisezeitpunkt bestehen. Wenn Ihre Reise erst in einigen Wochen oder Monaten geplant ist, können Sie nicht ohne Weiteres auf eine kostenfreie Stornierung vertrauen. Die reine Angst zu erkranken reicht nicht aus, um eine Reise kostenfrei abzusagen. Sagt hingegen der Reiseveranstalter die Reise von sich aus ab, muss er Ihnen den Reisepreis erstatten oder kann Ihnen einen Gutschein anbieten.

Die Verbraucherzentralen und das Europäische Verbraucherzentrum haben verschiedene Szenarien konstruiert, die Verbrauchern eine Hilfestellung geben, wie sie am besten mit Stornierungen verfahren.

Muss ich einen Gutschein des Reiseveranstalters akzeptieren?

Reiseveranstalter bieten auch Gutscheine statt der Erstattung des Reisepreises bei einer Stornierung an. Sie müssen den Gutschein nicht akzeptieren, wenn Sie ein Recht zur kostenfreien Stornierung hatten. Bietet der Veranstalter den Gutschein aus Kulanz an, kann das eine Lösung sein. Allerdings schützt ein Gutschein bislang nicht unbedingt gegen die Insolvenz des Veranstalters.

Viele Pauschalreiseveranstalter sind kaum in der Lage, die massenhaft stornierten Tickets zu erstatten. Deshalb will die Bundesregierung eine Gutscheinlösung auf freiwilliger Basis anbieten, die auch eine vollständige Insolvenzabsicherung vorsieht. Sie hat dazu am 27. Mai einen Gesetzentwurf beschlossen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Nach welchen Auslandsreisen gilt eine zweiwöchige Quarantäne?

Bund und Länder haben beschlossen, dass für alle Personen, die aus einem sogenannten Drittstaat nach Deutschland einreisen, grundsätzlich eine zweiwöchige Quarantäne angeordnet wird. Drittstaaten sind Länder außerhalb der Europäischen Union. Auch für Island, das Fürstentum Liechtenstein, Norwegen, die Schweiz und das Vereinigte Königreich gilt keine Quarantänepflicht.

Die Quarantänepflicht gilt außerdem nicht, wenn für einen Drittstaat festgestellt wurde, dass das dortige Infektionsgeschehen auf niedrigem Niveau ist. Entsprechende Feststellungen werden durch das Robert Koch-Institut (RKI) auf dessen Internetseite veröffentlicht.

Zugleich kann für Einreisende aus der EU, aus Island, dem Fürstentum Liechtenstein, Norwegen, der Schweiz oder dem Vereinigten Königreich erneut eine Quarantäne angeordnet werden, wenn dort die Zahl der Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen über 50 pro 100.000 Einwohner liegen. Auch darüber informiert das RKI.