Bund fördert Medikamente gegen Covid-19

Forschung Bund fördert Medikamente gegen Covid-19

Die Bundesregierung will sechs Projekte zur Entwicklung von Medikamenten gegen Covid-19 mit bis zu 150 Millionen Euro fördern. „Wir sind optimistisch, dass am Ende der Prüfungen tatsächlich wirksame Medikamente stehen, die dann zugelassen werden können", sagte Bundesforschungsministerin Karliczek. 

Eine Wissenschaftlerin überprüft in einem sterilen Bereich selektierte Antikörper mit einer Pipette.

Die Entwicklung neuer Medikamente wird gefördert, um Corona-Patientinnen und Patienten gut behandeln zu können.

Foto: picture alliance/dpa

„Wir werden mit dem Virus leben müssen“, betonte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. „Wir impfen uns gerade zurück in Freiheit und Normalität“, so Spahn. Es werde aber immer wieder Menschen geben, die an Covid-19 erkranken werden.

Impfen schützt – Medikamente helfen bei Erkrankung

„Die Delta-Variante des SARS-CoV-2 Virus zeigt uns deutlich, dass wir auch in Zukunft leider damit rechnen müssen, dass Menschen immer wieder an Covid-19 erkranken werden“, betonte Karliczek und warb mit Nachdruck für das Impfen. Es gebe allerdings Menschen, die nicht geimpft werden könnten oder wollten und es gebe diejenigen, die sich trotz Impfung infizieren. Daher werden weitere wirksame Arzneimittel gebraucht, um Erkrankte zu behandeln, so die Ministerin weiter.

„Wir wollen der Pandemie auch langfristig ihren Schrecken nehmen“, sagte Spahn. „Deshalb fördern wir die Entwicklung neuer Medikamente, um auch in Zukunft Corona-Patientinnen und Patienten gut behandeln zu können. Und wir investieren in die Zukunft, weil wir damit auch den deutschen Forschungs- und Entwicklungsstandort im Bereich Biotechnologie stärken.“

Es werde aber nicht das eine Medikament gegen Corona geben, betonte Karliczek. Vielmehr sei ein Mix an wirksamen Präparaten notwendig, um Patienten je nach Stadium ihrer Erkrankung effektiv zu helfen. Sechs kleinere und mittelständige Biotech-Unternehmen werden daher bei der Entwicklung ihrer Produkte gefördert. 

Bis zu 150 Millionen Euro für die vielversprechendsten Projekte

Eine 20-köpfige Expertenkommission unter Leitung des Präsidenten des Paul-Ehrlich-Instituts, Professor Dr. Klaus Cichotek, habe die eingereichten Vorschläge geprüft und die vielversprechendsten davon ausgewählt. „Wir planen, die Projekte der koordinierenden Unternehmen AdrenoMed AG, Apogenix AG, Atriva Therapeutics GmbH, CORAT Therapeutics GmbH, InflaRX GmbH und der DRK Baden-Württemberg-Hessen gGmbH mit einer Fördersumme von insgesamt bis zu 150 Millionen Euro zu unterstützen“, kündigte Karliczek an.

Gefördert werden Projekte, die sich bereits in der fortgeschrittenen klinischen Entwicklung befinden und bis zur Zulassung gefördert werden sollten. Geplant sind Studien sowohl mit mittelschwer als auch mit schwer bis hin zu kritisch erkrankten, beatmeten Patienten. Dabei soll unter anderem die Behandlung mit Antikörpern und blockierenden Molekülen untersucht werden. Einige der Medikamente sind Karliczek zufolge bereits für Erkrankungen wie Krebs oder Sepsis erforscht worden. 

Die Bundesforschungsministerin warnte aber vor überzogenen Erwartungen. Wann die neuen Medikamente zur Verfügung stehen, sei noch offen und hänge vor allem von deren Wirksamkeit in den klinischen Studien ab. „Einige der Vorhaben planen im Idealfall eine bedingte Zulassung, die womöglich schon im kommenden Jahr gültig werden könnte“, sagte Karliczek. 

Das Bundesgesundheitsministerium und das Bundesforschungsministerium hatten am 14. Mai 2021 gemeinsam die Bekanntmachung einer „Richtlinie zur Förderung der klinischen Entwicklung von versorgungsnahen Covid-19-Arzneimitteln und deren Herstellungskapazitäten“ veröffentlicht. Diese hat das Ziel, dass in den klinischen Phasen I und II erfolgreich getestete Kandidaten für neue Arzneimittel schnellstmöglich bei den Patientinnen und Patienten in Deutschland ankommen.