"Wir sind mächtig stolz, dass bei uns im Lande solche Forscher sind"

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Gespräch mit dem Gründer von BioNTech, Ugur Sahin.

Bundeskanzlerin Merkel im Gespräch mit dem Gründer des Impfstoffunternehmens Biontech, Uğur Şahin.

Foto: Bundesregierung/Bergmann

"Wir sind mächtig stolz, dass bei uns im Lande solche Forscher sind", sagte Bundeskanzlerin Merkel bei einem virtuellen Besuch des Impfstoffherstellers Biontech. "Gratulation zu dem, was Sie geschafft haben." Die Kanzlerin machte auf die monatelangen großen Mühen und Anstrengungen aufmerksam, die die Entwicklung eines Impfstoffes gegen Covid-19 erforderten: "Sie haben nicht die Flinte ins Korn geworfen. Sie haben an Ihre Technologie geglaubt."

Der nun vorliegende Impfstoff sei einerseits "Ausdruck wunderbarer, individueller Forschungsleistung", andererseits "Ausdruck unserer Herangehensweise insgesamt, dass wir an Wissenschaft glauben, dass wir Wissenschaft unterstützen", so die Kanzlerin. "Wir freuen uns schon auf den Tag, an dem das Impfen begonnen werden kann - wenn die Zulassung erteilt wird", so Bundeskanzlerin Merkel. Angesichts der derzeit hohen Todeszahlen durch Covid-19 werde deutlich, wie viele Menschenleben durch Impfungen gerettet werden können.

"Anlass zur Zuversicht in der Pandemie"

Laut Bundesgesundheitsminister Spahn, der ebenfalls an der Videokonferenz teilnahm, ist der Impfstoff 'made in Germany' "für die Welt ein Anlass für Zuversicht in dieser Pandemie". Wenn noch vor Weihnachten die EMA die Zulassung erteilt, können nach Prüfung der Impfchargen durch das Paul-Ehrlich-Institut am 27. Dezember in Deutschland die Impfungen beginnen, erklärt der Minister. Forschungsministerin Karliczek wies darauf hin, wie wichtig ihr das Thema Vertrauen ist: "Ich betone in diesen Tagen immer und immer wieder, dass an der Prüfung von Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs keine Abstriche gemacht worden sind ."

"Die vergangenen zwölf Monate waren für unser Team sehr, sehr aufregend", führte Biontech-Gründer Uğur Şahin aus. Die Entwicklung des Impfstoffes gegen Covid-19 ist für ihn eine "Herzensangelegenheit". Ohne Unterstützung der hinter diesem Impfstoff stehenden jahrzehntelangen Grundlagenforschung, ohne Unterstützung bei der Gründung von Biontech wäre aus seiner Sicht der Erfolg heute nicht möglich. Unerlässlich für ihn ist ebenso die internationale Kooperation. "Das Etappenziel ist nun bald erreicht, nämlich, den Impfstoff unseren Mitbürgern in Deutschland zur Verfügung zu stellen", ergänzte Dr. Türeci von Biontech. Sie unterstütze die Empfehlung, diejenigen mit hohem Risiko und diejenigen, die einem erhöhten Risiko aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit mit Covid-19-Patienten ausgesetzt sind, zuerst zu impfen.

Sehen Sie hier die komplette Videokonferenz im Video.