Wichtige Fragen und Antworten zum Coronavirus

Situation in Deutschland Wichtige Fragen und Antworten zum Coronavirus

Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland geht zurück. Ziel der Bundesregierung ist es, die Ausbreitung des Virus weiter zu verlangsamen. Je weniger Menschen sich gleichzeitig anstecken, desto besser können schwer erkrankte Patienten behandelt werden. Wichtige Fragen und Antworten zum neuartigen Virus.

Die Grafik zeigt zwei Kurven. Die steilere Kurve zeigt eine schneller Verbreitung des Coronavirus. Die flachere eine langsamere, indem schützende Maßnahmen durchgeführt werden. Letztere überfordert das Gesundheitssystem nicht.

Je langsamer sich das Virus ausbreitet, desto besser.

Foto: Bundesregierung

Wie groß ist die Gefahr, sich in Deutschland mit dem Coronavirus anzustecken?

Die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland wird derzeit insgesamt als hoch eingeschätzt. Diese Gefährdung variiert aber von Region zu Region. Die Wahrscheinlichkeit für schwere Krankheitsverläufe nimmt mit zunehmendem Alter und bestehenden Vorerkrankungen zu. So lautet die Einschätzung des Robert Koch-Instituts, der zentralen Behörde in Deutschland für Krankheitsüberwachung und -prävention. 

Die massiven Anstrengungen auf allen Ebenen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes verfolgen das Ziel, einzelne Infektionen in Deutschland so früh wie möglich zu erkennen und die weitere Ausbreitung des Virus so weit wie möglich einzudämmen. Die Anstrengungen des Gesundheitswesens müssen durch gesamtgesellschaftliche Anstrengungen ergänzt werden. Wichtig ist es daher, die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten, soziale Kontakte weiterhin gering zu halten, um Infektionen im privaten, beruflichen und öffentlichen Bereich zu vermeiden.

Mehr Informationen zum Virus finden Sie hier.

Wie wird das Coronavirus übertragen? Wie kann man sich schützen?

Das Coronavirus kann von Mensch zu Mensch übertragen werden. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion, die vorrangig über die Schleimhäute von Mund und Nase, aber auch durch den Kontakt über die Hände erfolgen kann. Um das Ansteckungsrisiko zu verringern, gilt daher: gute Handhygiene, Husten- und Nies-Etikette sowie Abstand  halten. Immer da, wo der gebotene Abstand von mindesten 1,5 Meter sich nur schwer einhalten lässt, sollte ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Das gilt vorallem für den Öffentlichen Nahverkehr und für Geschäfte.

Eine Übertragung über importierte Lebensmittel und andere importierte Waren wie beispielsweise Spielzeug ist bisher nicht dokumentiert. Das für diese Frage zuständige Bundesinstitut  für Risikobewertung  kommt zu der Auffassung: Nach derzeitigem Wissensstand ist es unwahrscheinlich, dass importierte Waren Quelle einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sein könnten.

Für welche Personengruppen ist eine Infektion mit dem Virus besonders gefährlich?

Bei den bisher berichteten Fällen verliefen vier von fünf Krankheitsverläufen mild. Bei einem Teil der Patienten kann das Virus zu einem schwereren Verlauf mit Atemproblemen und zu Lungenentzündung führen. Das Risiko für einen schweren Verlauf ist nicht für alle Personengruppen gleich: Ältere, Raucher und Raucherinnen sowie Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen sind eher betroffen. Für diese Risikogruppen ist es besonders wichtig, das Risiko einer Infektion größtmöglich zu mindern. Wichtig daher: allgemeine Verhaltensregeln (Hände waschen, Abstand halten) beachten und soziale Kontakte reduzieren.

Wie groß der Anteil derjenigen ist, die aufgrund des Virus sterben, lässt sich derzeit schwer eindeutig sagen. Todesfälle traten bisher vor allem bei Patienten auf, die älter waren und/oder zuvor an chronischen Grunderkrankungen litten. Auch sind noch viele Fragen offen. So fehlt es an verlässlichen Daten, weil die tatsächliche Anzahl erkrankter Menschen unbekannt ist und möglicherweise deutlich höher liegt als die Zahl der gemeldeten Erkrankungsfälle.

Welche Krankheitszeichen löst das neuartige Virus aus?

Husten, Schnupfen, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber: Eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus kann - wie bei anderen Atemwegserkrankungen auch - zu diesen Krankheitszeichen führen. Bei einigen Personen kommt es zu einem vorübergehenden Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns.

Allerdings können die Krankheitsverläufe sehr unterschiedlich sein. Die Spanne reicht von symptomlosen Verläufen bis zu schweren Lungenentzündungen mit Lungenversagen.

Was sollte ich tun, wenn ich den Verdacht habe, mich angesteckt zu haben?

Wer persönlichen Kontakt zu einer Person hatte, bei der das neuartige Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollte sich unverzüglich telefonisch an das Gesundheitsamt wenden  - auch wenn keine Krankheitszeichen erkennbar sind. Das zuständige Amt lässt sich über eine Datenbank des Robert Koch-Instituts (RKI) finden.

Beim Auftreten von Krankheitszeichen, die häufig bei Covid-19 auftauchen, sollten Sie sich zuhause isolieren. Reduzieren Sie Kontakte zu anderen Menschen auf das Nötigste, um diese nicht der Gefahr einer Ansteckung auszusetzen. Kontaktieren Sie Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin per Telefon. Außerhalb der Öffnungszeiten der Praxen können Sie auch den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der bundesweit einheitlichen Telefonnummer 116 117 anrufen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird entscheiden, ob Sie auf das neuartige Coronavirus getestet werden sollten und ob Sie aufgrund Ihrer Symptome im Krankenhaus oder ambulant betreut werden sollten.

Ist man nach einer Infizierung mit dem Coronavirus immun oder kann man sich erneut anstecken? 

Erkrankte bilden Antikörper, ersten Studien zufolge vermutlich auch Patienten mit einer Covid-19-Infektion. Dafür sprechen nicht zuletzt Erfahrungen mit anderen Coronaviren. Noch ist nicht klar, wie lange diese Immunität anhält. Bei früheren Coronaviren hat sich ein Zeitraum von einigen Jahren herausgestellt. Die Arbeitshypothese des Virologen Christian Drosten von der Berliner Charité lautet deshalb: Immunität dürfte nach einer überwundenen Infektion zumindest für die Dauer der Pandemie bestehen, wahrscheinlich noch darüber hinaus. Wer einmal krank war, ist also zunächst nicht mehr gefährdet.

Welche Regelungen gelten bei grenzüberschreitendem Verkehr? 

An den Grenzen zu Frankreich, Österreich und der Schweiz gelten bis zum 15. Juni 2020 weiterhin vorläufige Binnengrenzkontrollen. Dasselbe gilt für die luftseitigen Grenzen zu Italien und Spanien. Das hat die Bundesregierung nach Gesprächen mit den betroffenen Nachbarstaaten am 13. Mai 2020 aufgrund der bisherigen Entwicklung der Infektionslage beschlossen. In der praktischen Ausgestaltung der Kontrollen an den Landgrenzen wird es allerdings Lockerungen geben. Weitere Informationen finden Sie hier.

Alle grenzüberschreitenden Verkehrsverbindungen werden wieder für den Grenzübertritt zugelassen. Die Kontrollen erfolgen künftig nicht mehr systematisch, sondern stichprobenartig und risikobasiert. An den Grenzen zu Österreich und der Schweiz können ab dem 16. Mai Personen, die ihre Lebenspartnerinnen und Lebenspartner oder ihre Verwandten besuchen oder an wichtigen Familienanlässen teilnehmen wollen, die Grenzen passieren.

An der Grenze zu Luxemburg gibt es seit dem 15. Mai 2020 keine festen Binnengrenzkontrollen mehr. An diesem Grenzabschnitt geht die Bundespolizei wieder zu verstärkten Kontroll- und Fahndungsmaßnahmen im 30-Kilometer-Grenzraum über.
An der Grenze zu Dänemark ist der Bundesinnenminister bereit, die Grenzkontrollen ebenfalls einzustellen. Der Termin wird gemeinsam mit Dänemark festgelegt, sobald die dänische Regierung ihre laufenden Konsultationen mit ihren jeweiligen Nachbarstaaten vollzogen hat.

Sofern die Entwicklung des Infektionsgeschehens dies zulässt, strebt der Bundesinnenminister ein Ende aller Corona-bedingten Binnengrenzkontrollen zum 15. Juni 2020 an. Für die EU-Außengrenzen hat die Europäische Kommission vorgeschlagen, die Beschränkungen für Einreisen aus Drittstaaten bis zum 15. Juni 2020 zu verlängern. Dieser Empfehlung wird Deutschland entsprechen.

Wird der grenzüberschreitende Warenverkehr unterbrochen und wie ist die Lage für Berufspendler?

Der grenzüberschreitende Warenverkehr wird genau wie der grenzüberschreitende Verkehr von Berufspendlern weiterhin gewährleistet. Berufspendlerinnen und Berufspendler sollen schnellstmöglich entsprechende Nachweise der Arbeitgeber mitführen, aus denen sich die Notwendigkeit des Grenzübertritts ergibt.

Sind in Deutschland Versorgungsengpässe mit Lebensmitteln zu befürchten?

Auch wenn in dem ein oder andern Fall mal ein Produkt nicht in den Regalen der Lebensmittelgeschäfte zu finden war: Die Handelsketten versichern, dass dies an noch nicht angepasste logistische Abläufen lag. Es lägen explizit keine Versorgungsprobleme vor, die Versorgung mit Lebensmitteln ist weiterhin gesichert. Der Handel hat zugesichert, auf die verstärkte Nachfrage zu reagieren und das Sortiment aufzustocken.

Wie lange werden die Einschränkungen für uns alle wohl dauern?

Bundesweit gilt: Die Kontaktbeschränkungen bleiben bis zum 29. Juni bestehen, ebenso die Hygiene- und Abstandsregeln. Geschäfte dürfen jedoch wieder öffnen - unabhängig von der Verkaufsfläche. Großveranstaltungen sind bis zum 31. August verboten. Mehr zu den aktuellen gültigen Regeln in Bund und Ländern finden Sie hier.

Über die schrittweise Öffnung des öffentlichen Lebens entscheiden die Bundesländer in eigener Verantwortung. Sie berücksichtigen dabei auch die regionale Entwicklung der Covid-19-Infektionszahlen.

Was gilt für Reisende?

Alle Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, nicht zwingend notwendige Reisen zu unterlassen. Wer dennoch ins Ausland reisen muss, sollte sich vorab informieren, welche Einreisesperren oder Sonderkontrollen für das Reiseziel gelten. Das Auswärtige Amt hat eine eigene Seite zum Coronavirus eingerichtet, auf der sich alle wichtigen Informationen finden lassen.

Das Auswärtige Amt gibt darüber hinaus  Reise- und Sicherheitshinweise zu allen Ländern. Wer verreist, kann hier aktuelle und zuverlässige Informationen zur Situation im Zielland finden - Länderinfos genauso wie beispielsweise Sicherheitshinweise und Impfempfehlungen. Diese werden laufend aktualisiert - auch zum Thema gesundheitliche Risiken.

Informationen darüber, welche Rechte Urlauber haben, die ihre Reise nicht antreten oder abbrechen wollen, finden sich auf den Seiten der Verbraucherzentrale und des Europäischen Informationszentrums Deutschland.

Weitere Informationen zum Thema Reisen finden Sie hier.

Was gilt für Einreisende nach Deutschland?

Wer aus EU-Staaten, dem Schengen-Raum und Großbritannien einreist, dem wird nur noch dann eine Quarantäne-Empfehlung ausgesprochen, wenn die Einreise aus einem Land mit hoher Infektionsrate erfolgt. Eine 14-tägige Quarantäne soll künftig nur noch bei Einreisen aus Drittstaaten angeordnet werden können.

Fluggäste und Schiffspassagiere sind verpflichtet, Identität, Reiseroute und Kontaktdaten weiterzugeben. Die jeweiligen Beförderer müssen diese sammeln und an die zuständigen Behörden übermitteln. Dies erfolgt per Aussteigekarte und dient der Nachverfolgung von Kontaktpersonen.

Woher kommen die unterschiedlichen Fallzahlen?

Bei allen in der Öffentlichkeit kursierenden Fallzahlen: Seriöse Daten für Deutschland kommen in erster Linie vom Robert Koch-Institut (RKI) und der amerikanischen Johns Hopkins-Universität (JHU). RKI und JHU errechnen ihre Fallzahlen anhand unterschiedlicher Datenquellen.

Worauf basieren die Daten?

Das RKI verwendet nur offizielle Daten der Gesundheitsämter. Es werden bundesweit einheitlich Daten zu bestätigten Covid-19-Fällen erfasst und übermittelt. Diese Daten sind überprüft und enthalten Angaben zur regionalen Verteilung, Alter, Geschlecht, Symptomen und so weiter. Die Angaben der JHU basieren auf Internetrecherchen, bei der verschiedene Quellen berücksichtigt werden, unter anderem von Behörden, aus Medienberichte und Social Media-Kanälen.

Wie sind die Daten einzuordnen?

Bei Entscheidungen zum Infektionsschutz sind qualitativ hochwertige Daten erforderlich. Diese liefert das RKI. Allerdings nimmt die  Prüfung der Daten etwas Zeit in Anspruch. Die Daten der JHU liegen aufgrund der aktiven Internetrecherche schneller vor. Deshalb kann es im Vergleich zu Unterschieden kommen.

Wo finde ich weitere aktuelle und zuverlässige Informationen?

Das Bundesgesundheitsministerium aktualisiert fortlaufend auf seiner Internetseite die Hinweise zum Coronavirus.

Das Robert Koch-Institut als zuständiges Bundesinstitut stellt auf seiner Internetseite umfassende Informationen zum Coronavirus bereit und berichtet fortlaufend über die Anzahl von Infektionen. Daten und Fakten zur Verbreitung und Epidemiologie, zur Diagnostik, Prävention und Bekämpfung richten sich an eine interessierte Öffentlichkeit und an medizinisches Personal.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung beantwortet häufig gestellte Fragen zum Coronavirus, zum Beispiel zum Schutz vor einer Infektionen.

Das Bundesarbeitsministerium gibt Auskunft über arbeitsrechtliche Auswirkungen und Maßnahmen die Ausweitung des Kurzarbeitergeldes.

Auf seiner Internetseite führt das Bundeswirtschaftsministerium die umfangreichen Sofortmaßnahmen auf, die den wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus entgegenwirken sollen. 

Reisende finden beim  Auswärtigen Amt Hinweise, was sie wegen des Coronavirus beachten sollten. 

Über Fragen der Ein- und Ausreise und die Arbeit der Polizeibehörden klärt das Bundesinnenministerium auf. 

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft informiert über die gesicherte Versorgung von Lebensmitteln.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) informiert auf ihren Internetseiten über die weltweite Ausbreitung des Coronavirus (in englischer Sprache).