Umwelt- und Klimaschutz bei Deutschen hoch im Kurs

Studie zum Umweltbewusstsein Umwelt- und Klimaschutz bei Deutschen hoch im Kurs

Für rund zwei Drittel der Deutschen gehören der Umwelt- und Klimaschutz zu den ganz wichtigen Themen. Für mehr Menschen ist der Klimaschutz sogar wichtiger geworden als vor der Corona-Pandemie. Das zeigt die Umweltbewusstseinsstudie 2020. Bundesumweltministerin Schulze und UBA-Präsident Dirk Messner stellten die Ergebnisse vor.

Fahrradstraße in Berlin

Viele Menschen tun selbst etwas für den Umweltschutz und steigen um aus Fahrrad, auf Busse oder Bahnen.

Foto: imago images/David Weyand

Im Vergleich zur Zeit vor der Corona-Pandemie ist allein der Klimaschutz im vergangenen Jahr für 70 Prozent der Deutschen weiterhin wichtig geblieben. Für 16 Prozent wurde er sogar wichtiger. „Corona bestimmt seit mehr als einem Jahr unseren Alltag. Trotzdem ist und bleibt Umwelt- und Klimaschutz ein Top-Thema für die Menschen in Deutschland. Sie wollen Veränderungen und fordern diese auch konkret ein“, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze bei der Vorstelung der Umweltbewusstseinsstudie am Donnerstag in Berlin.

Umwelt- und Klimaschutz zusammen halten insgesamt 65 Prozent der Befragten für sehr wichtig. Das Thema steht damit heute in der Wahrnehmung der Bevölkerung so hoch wie seit Ende der 1980er-Jahre nicht mehr. Die meisten bewerten den weltweiten Umwelt -und Klimaschutz als sehr schlecht, während die Mehrheit mit dem Zustand hierzulande noch zufrieden ist.

25 Jahre Umweltbewusstseinsstudie
Seit 1996 wird im Zweijahresrhythmus erforscht, wie sich Umweltbewusstsein und Umweltverhalten der Bevölkerung in Deutschland entwickeln. Auftraggeber sind das Bndesumweltministerium (BMU) und das Umweltbundesamt (UBA). Gut 2.100 Bürgerinnen und Bürger ab 14 Jahren wurden Ende 2020 für die aktuelle Studie befragt. Das UBA veröffentlichte jetzt die wichtigsten  Fakten sowie ein Hintergrundpapier. Die vollständige Studie wird im Herbst 2021 veröffentlicht.

Beim Klimaschutz international vorangehen – auch für hiesige Arbeitsplätze

Gut 80 Prozent der Befragten sind dafür, dass Industriestaaten wie Deutschland beim Klimaschutz international vorangehen. Ebenfalls 80 Prozent meinen, dass das auch im eigenen Interesse liegt. „Die Mehrheit der Menschen sieht längst, dass Klimaschutz Arbeitsplätze schafft und unsere Wirtschaft wettbewerbsfähiger macht“, so Schulze. 

Die Ministerin wies darauf hin, dass die Bundesregierung mit dem Konjunkturpaket den Weg aus der Corona-Pandemie mit dem Klimaschutz verbunden hat. Erstmals sei der Klimaschutz Teil der Lösung, um wirtschaftlich aus der Krise herauszukommen. Die Bundesregierung habe das neue EU-Klimaziel erfolgreich mit verhandelt, so die Ministerin.

Die nationalen Klimaziele setzt die Bundesregierung mit dem Klimaschutzgesetz  und dem Klimaschutzprogramm 2030 um: durch einen Ausstieg aus der Kohleverstromung bis spätestens 2038, einen stärkeren Ausbau erneuerbarer Energien, einen neueingeführten einen Preis auf CO2 und umfangreichen Förderprogrammen für nachhaltigen Verkehr und klimafreundliches Wohnen.  

Viele steigen um auf Ökostrom, aufs Fahrrad, Bus und Bahn

„Die Menschen spüren die Folgen des Klimawandels“, so UBA-Präsident Dirk Messner. Die meisten Befragten (80 Prozent) wissen, dass dafür vor allem die Menschen verantwortlich sind. Etwas mehr Bürgerinnen und Bürger tun selbst etwas für den Umweltschutz als in den beiden vergangenen Jahren. So geben beispielsweise 53 Prozent an, dass sie Ökostrom beziehen, zehn Prozent mehr als 2019. Mehr Menschen steigen um aufs Fahrrad, auf öffentliche Verkehrsmittel oder gehen zu Fuß. So wünschen sich etwa 90 Prozent, mehr und kostengünstigere Busse und Bahnen sowie mehr Radwege und Fahrradstreifen.

Wir bewegen wir uns fort? Wie heizen wir? Wie essen wir und welche Produkte kaufen wir? Wer seine persönliche CO2-Bilanz herausfinden möchte, kann dafür den CO2-Rechner der Bundesregierung nutzen.