Milliardenhilfen für Kulturveranstalter

Sonderfonds des Bundes Milliardenhilfen für Kulturveranstalter

Um die Wiederaufnahme und finanzielle Planbarkeit von Kulturveranstaltungen zu fördern, stellt die Bundesregierung 2,5 Milliarden Euro bereit. Dieser Sonderfonds besteht aus einer Wirtschaftlichkeitshilfe für kleinere Veranstaltungen, die aufgrund der geltenden Corona-Regeln nur mit reduziertem Publikum stattfinden können. Daneben soll eine Ausfallabsicherung helfen, falls es aufgrund der Corona-Pandemie zur vollständigen Absage von Veranstaltungen kommt.

Scheinwerfer und Menschenmenge

Mithilfe des Sonderfonds unterstützt die Bundesregierung die Wiederaufnahme und Planbarkeit von Kulturveranstaltungen.

Foto: Getty Images

Noch immer schränkt die Pandemie das kulturelle Leben in weiten Teilen des Landes ein. Das hat gravierende Folgen: Vielen Veranstaltern fehlen inzwischen die Mittel, um die Planungen zukünftiger kultureller Angebote wie Konzerten, Theater-, Opern- und Filmaufführungen, aber auch Ausstellungen, Lesungen oder Musicals zu wagen.

Um die Veranstalter zu unterstützen, stellt die Bundesregierung über den Sonderfonds für Kulturveranstaltungen seit dem Sommer Mittel in Höhe von 2,5 Milliarden Euro zur Verfügung. Er wird vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) verantwortet, die auch die Umsetzung des Programms koordiniert.

Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen

Registrierung von Veranstaltungen, Antragstellung sowie weitere Informationen und FAQ unter sonderfonds-kulturveranstaltungen.de

Telefonische Service-Hotline 0800 6648430 oder E-Mail an service@sonderfonds-kulturveranstaltungen.de

Gezielte Unterstützung mit zwei Hilfs-Bausteinen

Der Sonderfonds unterstützt die Wiederaufnahme und die Planbarkeit von Kulturveranstaltungen mit zwei zentralen Bausteinen:

Die Wirtschaftlichkeitshilfe gewährt einen Zuschuss auf die Einnahmen aus Ticketverkäufen. Ziel ist es, die Finanzierungslücke von Veranstaltungen mit bis zu 2.000 Teilnehmenden zu schließen. So wird gewährleistet, dass Veranstaltungen auch dann durchgeführt werden können, wenn aus Gründen des Infektionsschutzes weniger Besucherinnen und Besucher zu Veranstaltungen zugelassen sind und somit weniger Tickets verkauft werden können.

Im Oktober 2021 haben sich Bund und Länder zudem auf eine wesentliche Erleichterung für die Antragstellung bei der Wirtschaftlichkeitshilfe für Veranstaltungen verständigt. So soll auch eine freiwillige Beschränkung aufgrund eines Hygienekonzepts als Grundlage für eine Förderung anerkannt werden.

Mit der Ausfallabsicherung übernimmt der Sonderfonds im Falle Corona-bedingter Absagen, Teilabsagen oder Verschiebungen für förderfähige Veranstaltungen den größten Teil der Ausfallkosten. Dies betrifft Konzerte und Festivals mit über 2.000 Besucherinnen und Besuchern, die bis zum 31. Dezember 2022 geplant sind. Das soll Veranstalterinnen und Veranstaltern Planungssicherheit für größere Kulturveranstaltungen geben.

Aber auch für Kulturveranstaltungen mit unter 2.000 Besucherinnen und Besuchern wird es eine Ausfallabsicherung geben. Für den Fall, dass wegen der Verschärfung der öffentlichen Pandemiebestimmungen eine Kulturveranstaltung, die für die Wirtschaftlichkeitshilfe registriert war, nicht stattfinden kann, erhalten die Veranstalter eine Entschädigung. Diese beträgt 50 Prozent der nachgewiesenen, veranstaltungsbezogenen Kosten

Alle Veranstaltungen müssen vor ihrer (geplanten) Durchführung unter sonderfonds-kulturveranstaltungen.de registriert werden. Die Antragstellung erfolgt nach der Veranstaltung (oder ihrer Absage) und spätestens acht Wochen nach dem Termin der (letzten im Antrag registrierten) Veranstaltung.

Umsetzung durch die Länder

Umgesetzt wird der Sonderfonds des Bundes über die Kulturministerien der Länder. Die dortigen Kulturbehörden oder andere beauftragte Stellen sind zuständig für die Prüfung und Bewilligung der Anträge.

Die Registrierung der Anträge erfolgt unter sonderfonds-kulturveranstaltungen.de – eine IT-Plattform, die von der Freien und Hansestadt Hamburg für alle Länder betreut wird. Um Rückfragen von Veranstalterinnen und Veranstaltern beantworten zu können, ist eine telefonische Service-Hotline der Länder unter der Telefonnummer 0800 6648430 geschaltet. Das Land Nordrhein-Westfalen organisiert den Aufbau und die Betreuung dieser bundeseinheitlichen Hotline.

Weitere Hilfen für die Kulturbranche

Mit NEUSTART KULTUR hat BKM im vergangenen Jahr ein Programm zur Erhaltung der kulturellen Infrastruktur aufgelegt, für das 2 Milliarden Euro zur Verfügung stehen. Eine gezielte Unterstützung von Kreativen ermöglicht der Bund darüber hinaus durch die Überbrückungshilfe III Plus, hier vor allem durch die Neustarthilfe Plus für Solo-Selbständige. Erst- und Änderungsanträge können bis zum 31. Dezember 2021 gestellt werden.

Dieser Beitrag wurde am 26. November 2021 aktualisiert.