„Je mehr geimpft sind, umso freier werden wir sein!“

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Video Freier werden durch mehr Impfungen

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach von schrecklichen Verwüstungen, die das Hochwasser hinterlassen habe. „Wir trauern um 170 Menschen. Es gibt immer noch Vermisste“. Der Sachschaden sei immens. Zur Behebung all dieser Schäden brauche es einen langen Atem.

Die Bundesregierung hat bereits 200 Millionen Euro Soforthilfen zur Verfügung gestellt. Wenn nötig, werde dieser Betrag aufgestockt, sagte Merkel. Mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder werde ein Aufbaufonds in den nächsten Wochen für den langfristigen Wiederaufbau entwickelt.

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Video Hochwasserkatastrophe: „Wir werden einen langen Atem brauchen“

„Jede Impfung ist ein Schritt in die Normalität“

Merkel warb angesichts steigender Infektionszahlen für die Impfung gegen Corona: „Je mehr geimpft sind, umso freier werden wir wieder sein“. Nur gemeinsam könne die Pandemie überwunden werden. Deswegen sollten Menschen in der Familie, bei Freunden und in der Arbeitswelt für die Impfungen werben. „Ich sage allen, die noch unsicher sind: Eine Impfung schützt nicht nur Sie, sondern auch immer jemanden, der Ihnen wichtig ist, um den Sie sich sorgen, dem Sie verbunden sind, den Sie lieben“.

Das RKI meldete heute eine 7-Tage-Inzidenz von 12,2. Das sei ein exponentieller Anstieg. Für den Herbst erwarte das Institut wieder einen starken Anstieg der Infektionen. Nötig sei es deshalb immer noch, die Schutzmaßnahmen zu beachten: Masken, Abstand, Lüften und auch regelmäßiges Testen.

Höhere Impfquoten machen es inzwischen möglich, auch mit höheren Infektionszahlen umzugehen. „Die Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern, bleibt Richtschnur unseres Handelns“, sagte Merkel.

„Ich habe sehr viel Kraft für den Klimaschutz eingesetzt“

„Mein ganzes politisches Leben war davon geprägt“, antwortete Merkel auf die Frage, ob sie als Kanzlerin genug gegen den Klimawandel getan hätte.

Sie verwies auf die Reduktion der CO2-Emissionen bis 2030 auf mindestens 65 Prozent, bis 2045 wolle Deutschland klimaneutral sein. Die ehrgeizigen Ziele bedeuten einen „sehr großen Wandel“ in der gesamten Gesellschaft.

Gemessen an dem Ziel, den weltweiten Temperaturanstieg auf zwei Grad zu begrenzen, müsse das Tempo im Kampf gegen Klimawandel angezogen werden.

Kanzlerin Merkel in der Sommer-Pressekonferenz

Bundeskanzlerin Merkel bei ihrer letzten Sommerpressekonferenz

Foto: Bundesregierung

In Ost und West mit einer Stimme sprechen

Merkel sagte, sie sei durch ihre ostdeutsche Herkunft geprägt. Als Kanzlerin habe sie sich immer daran gehalten, in Ost und West mit einer Stimme zu sprechen. Ein Gefühl für die Biografien der Ostdeutschen mit bestimmten Sensibilitäten sollte auch ihr Nachfolger haben. So lange es sich in den Lebenswegen noch unterscheidet, wünschte sie sich mehr Ostdeutsche in Führungspositionen. Dies würde sich allerdings im Laufe der Zeit relativieren, wenn die jüngeren Generationen, die nur ein gemeinsames Deutschland erlebt haben, in Verantwortung kommen.

Mehr Frauen an die Spitze

Es sei schwer, bestimmte Charakteristika für Frauen und für Männer in der Politik festzustellen, sagte Merkel. Aber „tendenziell gibt es bei Frauen eine gewisse Sehnsucht nach Effizienz". Leider habe sich nur ein langsamer Fortschritt bei Frauen in Führungspositionen in Deutschland gezeigt. Daher habe sie zuletzt auch Quoten unterstützt. „Das habe ich mir 1990, als ich in die Politik ging, einfacher vorgestellt".

Die Bundespressekonferenz ist ein regierungsunabhängiger Verein von Journalistinnen und Journalisten. Politikerinnen und Politiker wie die Bundeskanzlerin sind dort Gast und stellen sich den Fragen der Medien. Die Bundespressekonferenz ist 1949 als Lehre aus der Nazizeit gegründet worden. Weltweit ist es eine einmalige Einrichtung.