Internationale Zusammenarbeit wirkt

Tag für den Schutz der Ozonschicht Internationale Zusammenarbeit wirkt

Die Ozonschicht über der Antarktis hat sich erholt - dank des Einsatzes der internationalen Staatengemeinschaft. Diese hat sich Ende der 1980er-Jahre im Rahmen des Montrealer Protokolls dazu verpflichtet, die Herstellung der ozonzersetzenden FCKW-Gase zu beenden. 

Grafik zeigt die Entwicklung der Ozonschicht.

Die Konzentration ozonzersetzender Gase in der Atmosphäre hat sich verringert.

Foto: Bundesregierung

Am 16. September 1987 sagen 24 Staaten und die Europäische Gemeinschaft dem Ozonloch den Kampf an. Das Ziel: die Verringerung der Ozonkonzentration in der mittleren Atmosphäre (Stratosphäre) zu stoppen. Dort, in 15 bis 25 Kilometern Höhe, erfüllt das Gas Ozon die wichtige Aufgabe, uns gegen die zellschädigende Sonnenstrahlung zu schützen.

Mitte der 1970er-Jahre erkannten Wissenschaftler, dass sich die Ozonschicht teilweise ausdünnte. Ein erstes vorübergehendes "Loch" wurde 1986 über der Antarktis festgestellt. Als Ursache machten Forscher die ozonzersetzende Wirkung von FCKW-Gasen aus. Diese kamen ab den 1950er-Jahren massenhaft als Treibgas in Sprühdosen und als Kältemittel in Kühlschränken zum Einsatz.

Deutschland übernimmt Vorreiterrolle

Die internationale Staatengemeinschaft erkannte die Bedrohung und handelte. Auf der UN-Umweltkonferenz im kanadischen Montreal im Jahr 1987 unterzeichneten 24 Staaten und die Europäische Gemeinschaft das sogenannte Montrealer Protokoll. Darin legten die Länder fest, künftig weniger Stoffe zu verwenden, die die Ozonschicht schädigen.

Als eines der ersten Länder beendete Deutschland 1994 die Produktion von FCKW vollständig und übernahm damit eine Vorreiterrolle. Im selben Jahr erklärten die Vereinten Nationen den 16. September, den Tag der Unterzeichnung des Montrealer Protokolls, zum „Internationalen Tag für den Schutz der Ozonschicht“.

Konzentration ozonzersetzender Gase geht zurück

Heute ist das Montrealer Protokoll in 197 UN-Staaten ratifiziert. Laut dem jüngsten  Bericht der Weltmeteorologiebehörde (WMO), der im Rhythmus von vier Jahren erscheint, haben die Vereinbarungen des Abkommens maßgeblich dazu beigetragen, dass die Ozonschicht beginnen konnte, sich zu erholen.

Bis 2004 ging der weltweite FCKW-Einsatz um rund 97 Prozent zurück, in Deutschland sogar um mehr als 98 Prozent. Jenseits der Polarregionen konnte alle zehn Jahre ein Ozon-Zuwachs von ein bis drei Prozent verzeichnet werden – ein großer Erfolg. Zum Vergleich: Im Zeitraum 1980 bis Mitte der 1990er-Jahre schrumpfte die Ozonschicht noch um fünf bis sieben Prozent in zehn Jahren.

Weil FCKW sehr langlebig ist, werden die Spätfolgen des Ausstoßes noch bis zur Mitte dieses Jahrhunderts spürbar sein. Bis zum Jahr 2060 könnten die Ozonwerte über der Antarktis laut WMO wieder das Niveau von vor 1980 erreichen. Es besteht jedoch noch weiterer Forschungsbedarf – gerade in Hinblick auf die mögliche Wechselwirkung zwischen der Entwicklung der Ozonschicht und der globalen Erwärmung. Erste Studien weisen darauf hin, dass Treibhausgase, die die Wärmestrahlung der Erde zurückhalten und tiefere Luftschichten erwärmen, im Gegenzug die Stratosphäre von der Wärme abschirmen. Das kann dort zu niedrigeren Temperaturen führen, welche den Ozonabbau fördern.  

Ozon ist ein dreiwertiger Sauerstoff und hat deshalb die chemische Formel O3. In Bodennähe ist Ozon, auch besser bekannt als "Sommersmog", gesundheitsschädlich. Es entsteht, wenn starke Sonneneinstrahlung auf Luftschadstoffe trifft und diese umwandelt. In der mittleren Atmosphäre (Stratosphäre) hingegen absorbiert die Ozonschicht die zellschädigenden Anteile der ultravioletten Strahlung (UV-B) der Sonne und schützt damit alle Lebewesen auf der Erdoberfläche.

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