Klimaneutral auf See unterwegs

Maritime Energiewende Klimaneutral auf See unterwegs

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Null-Emissionen-Schiff bis 2030: Erstmals wurde ein kommerzielles Containerschiff mit CO2-neutralem synthetischen „LNG“ (Liquid Neutral Gas) betankt. Damit bekennt sich die maritime Branche zu ihrer Verantwortung, aktiv dem Klimawandel entgegenzutreten.

Das Containerschiff "ElbBlue" wird mit LNG betankt

CO2-neutrales Schiff: Das Containerschiff „ElbBlue“ wird im Elbehafen von einem Tankfahrzeug mit 20 Tonnen klimaneutralem und synthetischem Kraftstoff LNG betankt.

Foto: picture alliance/dpa/Heimken

Die maritime Branche bekennt sich zu ihrer Verantwortung, aktiv dem Klimawandel entgegenzutreten: Erstmals wurde ein kommerzielles Containerschiff mit CO2-neutralem synthetischen „LNG“ (Liquid Neutral Gas) betankt.

Bislang fuhr das Containerschiff „Elbblue“ mit aus fossilen Rohstoffen hergestelltem, flüssigem Ergdas, sogenanntes LNG (Liquid Neutral Gas). Jetzt gibt es diesen Treibstoff in synthetischer Form, nämlich chemisch hergestellt. Hierzu wird mit Hilfe von Windenergie Wasserstoff erzeugt, dazu kommt überschüssiges CO2 aus einer Biogasanlage. Durch die dadurch entstehende chemische Reaktion entsteht klimaneutrales „SNG“ (Synthetic Natural Gas) und ohne fossile Brennstoffe in der gesamten Produktionskette.

Die Bundesregierung fördert Forschung und Entwicklung im Rahmen des Maritimen Forschungsprogramms MARITIME.green.Propulsion. Dafür stehen der maritimen Branche in 2022 gut 58 Millionen Euro zur Verfügung. Neben LNG (Liquid Neutral Gas) werden verstärkt Forschungsprojekte für die zukünftigen Energieträger Ammoniak, Wasserstoff sowie Methanol in Richtung Einsatzfähigkeit unterstützt.

Wirtschaftlich noch unrentabel, aber langfristig möglich

Aktuell ist es aus wirtschaftlicher Sicht noch zu teuer, Schiffe mit dem neuen „grünen“ Treibstoff zu betanken, etwa fünf Mal teurer als flüssiges, fossiles LNG. Dennoch ist es möglich, dass Schiffe, die derzeit mit LNG betrieben werden, ohne größere technische Umrüstung und Kosten mit „grünem“ LNG fahren können.

Noch fehlt es dazu an Produktionsstätten und der notwendigen Infrastruktur. Mit der erstmaligen Betankung des Containerschiffes „Elbblue“ sollen nunmehr Anreize geschaffen werden, die Rahmenbedingungen für den Aufbau der dafür nötigen Infrastruktur in Deutschland zu verbessern.

LNG (Liquid Natural Gas) wird durch die Verflüssigung von Erdgas hergestellt und ist ein fossiler Energieträger und Kraftstoff. Aufgrund des geringen Kohlenstoffanteils und der sauberen Verbrennung von Gas können durch die Nutzung von LNG als Kraftstoff CO2-Emissionen und Luftschadstoffe gegenüber konventionellen Kraftstoffen reduziert werden.

LNG kann auch über Power-to-Gas-Verfahren aus regenerativen Energien, Wasser und CO2 synthetisch hergestellt werden. Synthetisches LNG („SNG“) ist nahezu CO2-neutral. Denn bei der Produktion wird genau die Menge CO2 aus der Luft oder anderen biogenen oder industriellen CO2-Quellen hinzugefügt, die bei der Nutzung des Kraftstoffs wieder abgegeben wird.