Nebeneinander, gegeneinander, miteinander?

Sieben Fakten zu EU-China-Beziehungen Nebeneinander, gegeneinander, miteinander?

China ist der EU ein wichtiger Partner beim Klimaschutz und in anderen Zukunftsfragen. Es ist Wettbewerber bei Handel und Technologie. Das Land ist aber auch systemischer Rivale in Fragen der Regierungsführung, der Werteordnung und des Multilateralismus. Ein Blick auf die Fakten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel schüttelt dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping für ein Foto die Hand. Im Hintergrund sind die Flaggen der EU, Deutschlands und Chinas zu sehen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Chinas Präsident Xi Jinping bei einem Besuch im Bundeskanzleramt 2017.

Foto: Bundesregierung/Bergmann

Bei der Sondertagung der EU-Staats- und Regierungschefs am 1. und 2. Oktober wird es unter anderem um die Beziehungen der EU zu China gehen. 

  1. China und die EU arbeiten beim Klimaschutz zusammen. So haben die Volksrepublik und die Union das Pariser Klimaabkommen von 2015 unterzeichnet und ratifiziert. Das Abkommen ist ein Meilenstein in der Bekämpfung des menschengemachten Klimawandels.
  2. Zwischen den Universitäten der Europäischen Union und der Volksrepublik China gibt es einen regen Austausch. So studierten 2017 laut DAAD 86.421 Chinesinnen und Chinesen in Ländern der EU. Auch umgekehrt ist die Zahl der deutschen Studierenden in China in den letzten Jahren stark gestiegen: 2016 waren 8.145 deutsche Studentinnen und Studenten an chinesischen Hochschulen eingeschrieben - im Jahr 2000 waren es gerade einmal 200.
  3. Neben der Europäischen Union zählt China mit den USA zu den drei größten Volkswirtschaften der Welt. Die beiden Länder und die EU machten 2017 jeweils rund 16 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts aus.
  4. Mit einem Handelsvolumen von etwa einer Milliarde Euro pro Tag sind die EU und China füreinander wichtige strategische Märkte. Insbesondere beim Import ist China wichtigster Handelspartner: Ein Fünftel aller Importe stammen aus dem Reich der Mitte.
  5. Sowohl das Europäische Parlament (EP) als auch der Chinesische Nationale Volkskongress (NVK) werden als Volksvertretungen alle fünf Jahre neu besetzt. Damit endet jedoch auch das Gemeinsame: Während es im NVK keine nennenswerte Opposition zur herrschenden Kommunistischen Partei gibt, setzt sich das EP aus vielen frei gewählten Parteien zusammen. Zwischen den Parlamenten gibt es dennoch einen regelmäßigen Austausch: Seit 1980 halten Delegationen mindestens einmal im Jahr interparlamentarische Treffen ab. 
  6. Sowohl die Europäische Union als auch die Volksrepublik China haben die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen unterzeichnet. Anders als die Staaten der EU, klassifiziert der sogenannte Freedom House Index China jedoch als "unfrei". Mit dem Index bewertet die Nichtregierungsorganisation Freedom House einmal jährlich den Grad an Demokratie und Freiheit in der Welt. Dabei unterscheidet die Organisation auf einer Skala von 1 bis 7 zwischen freien, teilweise freien und nicht freien Ländern.
  7. Wussten Sie schon, dass Peking von Europa aus mit der Bahn zu erreichen ist? Von der iberischen Halbinsel aus kommt man in einer guten Woche in die chinesische Hauptstadt.