Bürokratieabbau

100 Jahre Internationale Arbeitsorganisation

Arbeitsbedingungen weltweit verbessern 

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Ziel der ILO war und ist es, die Arbeitsbedingungen der Menschen weltweit zu verbessern. Bundeskanzlerin Merkel war persönlich in Genf, um zum Jubiläum zu gratulieren, und erklärte: "Wir brauchen auch heute das Engagement der Internationalen Arbeitsorganisation ILO."

Angela Merkel am Rednerpult. Im Hintergrund viel Flaggen,

Die Kanzlerin betont die Bedeutung der ILO, die in Genf ihr 100-jähriges Bestehen feiert.

Foto: Bundesregierung / Steins

Seit 100 Jahren setzt sich die Organisation weltweit für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen. Vieles hat sie bisher erreicht. Dazu gehören allgemeine Standards für den Mutterschutz, das Recht, sich in Gewerkschaften zusammenzuschließen oder ein Mindestalter für Beschäftigte. "Die Wirtschaft hat dem Menschen zu dienen und nicht umgekehrt." Diesen Gedanken stellte Bundeskanzlerin Angela Merkel in den Mittelpunkt ihrer Rede.

Die ILO zeigt mit ihren weltweiten Erfolgen, wie wichtig gemeinsames Handeln über Ländergrenzen hinaus für ein gedeihliches Miteinander ist. Deutschland teilt die Ziele der ILO. Das System der multilateralen Zusammenarbeit sei jedoch in Gefahr, so Merkel, und plädierte für den Kompromiss. Er sei Teil der internationalen Kooperation.   

Globale Mindeststandards festlegen

Die ILO setzt sich überall und zu jeder Zeit für die Beschäftigten ein -  egal ob sie an der Werkbank arbeiten oder am Computer. Denn auch für moderne Arbeitsformen wie das Crowdworking gilt: Es braucht globale Mindeststandards, um die Beschäftigten schützen. Deshalb betont auch die Kanzlerin: "Die Internationale Arbeitsorganisation ILO wird heute genauso gebraucht wie zu ihrer Anfangszeit vor 100 Jahren."

Viele Menschen fragen sich, ob sie den geänderten Anforderungen der modernen Arbeitswelt gewachsen sind. Die ILO hat eine unabhängige Globale Kommission zur Zukunft der Arbeit ins Leben gerufen, um schlüssige Antworten auf diese Fragestellungen zu finden.

Zum Abschluss der 108. Internationalen Arbeitskonferenz, am 21. Juni, wollen die Mitgliedstaaten eine Jahrhunderterklärung verabschieden, die starke Leitlinien zur Zukunft der Arbeit mit sozialer Gerechtigkeit für alle verankert. Deutschland selbst erarbeitet derzeit eine Weiterbildungsstrategie.

Stark für Menschen weltweit

Die Globalisierung ist neben der Digitalisierung ein weiteres zentrales Thema für die ILO. Denn vielerorts ringen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch heute noch um grundlegende Rechte und soziale Absicherung. Sie brauchen die starke Unterstützung der ILO weiterhin dringend. Bereits in ihrem aktuellen Video-Podcast hatte die Kanzlerin betont: "Wir wollen, dass soziale Standards für alle Menschen auf der Welt gelten."

Die weltweit führenden Industrienationen profitierten besonders stark von der Globalisierung und der internationalen Arbeitsteilung, sagte Merkel. Gerade sie stünden daher in der Verantwortung, nicht nur jeweils bei sich für faire Arbeitsbedingungen zu sorgen, "sondern auch anderswo darauf zu drängen, also an jeder anderen Stelle der globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten".

Die ILO ist die älteste Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Ihre Hauptziele sind die Förderung menschenwürdiger Arbeit, Sozialschutz und die Stärkung des sozialen Dialogs. Sie hat 187 Mitgliedsstaaten, die durch Regierungen, Arbeitnehmer und Arbeitgeber vertreten sind. Diese dreigliedrige Struktur ist im UN-System einzigartig.