Brexit

Fragen und Antworten

Gewappnet für alle Fälle: Vorbereitungen der Bundesregierung auf den Brexit

Der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union erfordert ein hohes Maß an rechtlicher und politischer Entflechtung auf europäischer Ebene wie auch in den Mitgliedstaaten. Hier finden Sie die Maßnahmen der Bundesregierung auf einen Blick.

Auf grauem Hintergrund ist die Aufschrift Brexit in dicken Lettern zu sehen, wobei das "X" die britische Flagge anzeigt. Darunter steht "Fragen und Antworten" mit zwei korrespondierenden Sprechblasen.

Die Bundesregierung informiert laufend über Neuigkeiten zum Brexit.

Foto: Bundesregierung

Fünf wichtige Fragen und Antworten

Ist die Einreise nach Deutschland auch nach einem ungeregelten Brexit weiterhin möglich? (Kurzaufenthalte)ÖffnenMinimieren

Aktuell können Mobiltelefone während eines Aufenthalts im Vereinigten Königreich zu gleichen Kosten wie im Inland genutzt werden ("Roam-like-at-home"). Welche Regelungen gelten bei einem ungeregelten Austritt?ÖffnenMinimieren

Welche Fahrzeugpapiere müssen für eine vorübergehende Teilnahme am Straßenverkehr mitgeführt werden?ÖffnenMinimieren

Was können Unternehmen konkret tun, um sich auf den Brexit vorzubereiten?ÖffnenMinimieren

Was muss ich bei der Reise mit Heimtieren beachten?ÖffnenMinimieren

Weitere Informationen für Bürgerinnen und Bürger

StaatsangehörigkeitsfragenÖffnenMinimieren

Informationen für ReisendeÖffnenMinimieren

Bürger, die bereits in Deutschland leben, und vor der Erteilung eines neuen Aufenthaltstitels verreisen: Ist die Einreise nach Deutschland auch nach einem ungeregelten Brexit weiterhin möglich?ÖffnenMinimieren

Kann ich auch nach dem Brexit als deutscher Staatsangehöriger visumsfrei nach Großbritannien reisen?ÖffnenMinimieren

Was haben britische Staatsangehörige und ihre Familienangehörigen, die erst nach einem ungeregelten Brexit nach Deutschland ziehen wollen, zu beachten? Muss ein Visum vor der Einreise beantragt werden?ÖffnenMinimieren

Soziale SicherheitÖffnenMinimieren

Ausbildungsförderung/AuslandsstudiumÖffnenMinimieren

Werden meine Studienleistungen weiter anerkannt?ÖffnenMinimieren

Muss ich in Großbritannien Studiengebühren zahlen, wenn ich dort weiterstudieren möchte?ÖffnenMinimieren

Bleibt die Anerkennung von britischen Berufsqualifikationen weiterhin gültig?ÖffnenMinimieren

Welche Auswirkungen hat der Brexit auf das laufende Forschungsrahmenprogramm Horizont 2020?ÖffnenMinimieren

FluggastrechteÖffnenMinimieren

Dürfen britische Fluggesellschaften noch nach Deutschland fliegen? Und umgekehrt?ÖffnenMinimieren

Verbraucherrechte im Falle eines harten BrexitÖffnenMinimieren

Was muss ich bei der Einfuhr von Lebensmitteln beachten?ÖffnenMinimieren

Nach welchen Regeln richtet sich künftig die Datenübermittlung in das Vereinigte Königreich?ÖffnenMinimieren

Wird der Eisenbahnverkehr nach einem ungeordneten Brexit zwischen Großbritannien und der EU ungestört fortgesetzt?ÖffnenMinimieren

Wird die Schiffahrt zwischen den EU-Mitgliedstaaten und dem Vereinigten Königreich durch den Brexit beeinträchtigt?ÖffnenMinimieren

Welche Kontaktmöglichkeiten mit dem deutschen Zoll gibt es?ÖffnenMinimieren

Weitere Informationen für Unternehmen

Vorbereitung des Zolls auf verstärkte KontrollenÖffnenMinimieren

FischereiÖffnenMinimieren

Steuerrecht und FinanzmarktregulierungÖffnenMinimieren

GesellschaftsrechtÖffnenMinimieren

Ich vertreibe in Deutschland/der EU ein Produkt, das von einer britischen notifizierten Stelle konformitätsbewertet wurde. Kann ich mein Produkt auch nach Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU in Deutschland/der EU vertreiben?ÖffnenMinimieren

Dürfen Lkw aus Deutschland bei einem ungeregelten Austritt weiter Waren in das Vereinigte Königreich befördern?ÖffnenMinimieren

Weitere Internetangebote

Zum Hintergrund des Brexit:

Austrittsabkommen

Ende November 2018 wurde das Austrittsabkommen mitsamt einer politischen Erklärung zum Rahmen der zukünftigen Beziehungen von den Staats- und Regierungschefs der EU27 wie auch von der britischen Regierung  politisch indossiert.

Bei Ratifikation durch beide Parlamente tritt das Abkommen mit einer Übergangsphase bis 31. Dezember 2020 – einmal verlängerbar bis maximal Ende 2022 - in Kraft. Dies würde die Folgen des Brexit abfedern: Das Vereinigte Königreich wäre für diesen Zeitraum zwar nicht mehr Mitglied der EU und nicht mehr in den EU-Institutionen vertreten, aber weiter an die EU-Regeln gebunden. In der Übergangsphase nach dem Austritt würden dann die künftigen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich ausgehandelt, die nach Ablauf der Übergangsphase in Kraft treten würden. Das Britische Unterhaus hat dem Austrittsabkommen bisher nicht zugestimmt. Am 10. April 2019 hat der Europäische Rat daher die Austrittsfrist des Art. 50 auf 31. Oktober 2019 verlängert, um Großbritannien mehr Zeit einzuräumen, sich über die wichtigen Fragen der Annahme des Austrittsabkommens und der Ausgestaltung des zukünftigen Verhältnisses innenpolitische Klarheit zu verschaffen.

Zu den Elementen der erzielten Einigung siehe hier.

Austritt ohne Abkommen

Einigt sich das britische Parlament in den kommenden Monaten nicht auf die Zustimmung zum Austrittsabkommen und sollte die Europäische Union die Austrittsfrist des Art. 50 nicht noch einmal über den 31. Oktober 2019 hinaus verlängern, würde die Mitgliedschaft des Vereinigten Königreichs nach Artikel 50 EUV ohne weitere Schritte seitens der britischen Regierung am 31. Oktober 2019 enden. Das Vereinigte Königreich wäre dann im Verhältnis zur Europäischen Union ein Drittstaat und das EU-Regelwerk ("Acquis") fände keine Anwendung mehr.

Auch wenn die Inkraftsetzung des Abkommens klare Priorität der Bundesregierung ist, kann angesichts der politischen Unsicherheiten im Vereinigten Königreich nach wie vor nicht ausgeschlossen werden, dass es ohne Abkommen austritt. Die Bundesregierung hat diesen Fall eines sogenannten ungeregelten oder ungeordneten Austritts deshalb besonders im Blick. Es ist ein zentrales Anliegen der Bundesregierung, dass negative Folgen für Betroffene dann so weit wie irgend möglich abgefedert sind. Dafür hat die Bundesregierung ihre innerstaatlichen Vorbereitungen getroffen. Auch auf EU-Ebene wurde ein umfangreiches Regelwerk für den Notfall erlassen.  

Alle betroffenen Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen in Deutschland sollten sich über die Folgen des Brexit umfassend informiert halten. Sie alle sollten sich rechtzeitig und sorgfältig auf den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU vorbereiten.

Auswärtiges Amt koordiniert die Vorbereitungen der Bundesregierung

Das Auswärtige Amt als federführendes Ministerium für den Brexit koordiniert die innerstaatlichen Vorbereitungen auf den Austritt und arbeitet hierfür eng mit allen Ministerien der Bundesregierung und dem Bundeskanzleramt zusammen. Die Bundesregierung ist auf alle denkbaren Fälle eines Austritts vorbereitet.

Sie stimmt sich eng mit der EU-Kommission und den EU27 (Mitgliedstaaten der EU ohne das Vereinigte Königreich) ab, denn die Maßnahmen auf EU-Ebene und in den Mitgliedstaaten müssen gut ineinandergreifen.

Die Bundesregierung unterhält ebenso regelmäßigen Kontakt mit dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat. Sie steht in einem intensiven Austausch mit den Bundesländern. Damit die Planungen für den Brexit innerhalb der deutschen bundesstaatlichen Ordnung koordiniert verlaufen können, ist die Einbeziehung der Länder und ihrer Untergliederungen in die Vorbereitungen unverzichtbar.

Außerdem steht die Bundesregierung in einem engen Dialog mit der Zivilgesellschaft, Vertretern der betroffenen Bürgerinnen und Bürger, Wissenschaftsorganisationen und Wirtschaftsvertretern. Sie unterrichtet alle Betroffenen laufend über den Fortgang der Verhandlungen und informiert über die Konsequenzen, die sich aus dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU ergeben können.

Die Notfallplanung der Bundesregierung folgt klaren Maßstäben

Die Bundesregierung hat eine Reihe von Maßnahmen für den Fall des ungeregelten Austritts ergriffen. Sie folgen klaren Maßstäben:

  • sie werden als Übergangs- bzw. Notfallmaßnahmen ausgestaltet, sind lediglich vorübergehender Natur und daher zeitlich befristet und in ihrem Anwendungsbereich möglichst eng gefasst;
  • sie sollen unbillige Härten abfedern beziehungsweise in eng begrenzten Fällen Vertrauensschutz gewähren;
  • sie sollen - soweit regelbar - Nachteile von deutschen und EU27-Staatsbürgern und Unternehmen abwenden;
  • sie sollen den Unterschied zwischen EU-Mitgliedschaft und Nichtmitgliedschaft klar aufzeigen; 
  • und schließlich sollen sie grundsätzlich einseitig bleiben. Es liegt nicht im Interesse der Bundesregierung, mit dem Vereinigten Königreich in Verhandlungen über einzelne Regelungsbereiche einzutreten, die zu einem Brexit à la carte führen würden.


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