Netzausbau

Zukunftsfähige Stromnetze

Stromnetze müssen zuverlässig funktionieren, um Wirtschaft und private Haushalte sicher mit Strom zu versorgen.

Windkraftanlage in Brunsbuettel

Die Stromnetze müssen dem neuen Bedarf angepasst werden.

Foto: Sebastian Bolesch

Bei der Energiewende spielen nicht nur die Stromautobahnen eine große Rolle, sondern auch die Verteilnetze mit mehr als einer Million Kilometer Länge. Lokale Lösungen sollten daher Vorrang haben: Sie dezentralisieren das Stromangebot. Die IKT-Komponenten, Systemlösungen und Marktansätze, die in "E-Energy" (Electronic Energy) entwickelt wurden, können dazu eingesetzt werden.

Bei dem 2013 abgeschlossenen Förderprogramm, das Bundesumweltministerium und Bundeswirtschaftsministerium gemeinsam durchführten, nahmen insgesamt 8.500 Endverbraucher in sechs Modellregionen teil. Schwerpunkte waren dezentrale Lösungen für den Ausgleich von Stromerzeugung und -verbrauch.

Intelligente Netze sparen Strom

Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromproduktion wächst. Der europäische Binnenmarkt und die zentrale Lage Deutschlands in Europa führen zu einem steigenden Stromaustausch mit unseren Nachbarländern. Das erfordert, die Stromnetze anzupassen und auszubauen.

Intelligente Netze heißt Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) für Stromnetze zu nutzen. Das ist notwendig, da die erneuerbaren Energien weiter ausgebaut werden und damit die Zahl der Stromanbieter steigt.

Immer mehr Menschen wachsen aus der traditionellen Rolle des Stromkunden und werden "Prosumer". Das heißt: Sie produzieren Strom und speisen ihn ins Netz ein. Reicht die eigene Produktion nicht aus, nehmen sie Strom aus dem Netz.

Die Forschung für den Umbau der Stromnetzinfrastruktur bei hoher Einspeisung von erneuerbaren Energien in die Übertragungs- und Verteilnetze steht im Zentrum der ressortübergreifenden Forschungsinitiative "Zukunftsfähige Stromnetze", die die Bundesregierung 2013 startete. Sie ist Bestandteil des aktuellen 6. Energieforschungsprogramms und hat ein Volumen von bis zu 150 Millionen Euro. Damit sollen technologische Voraussetzungen und Innovationen für eine langfristig gesicherte, bezahlbare und umweltverträgliche Stromversorgung entwickelt werden.

Ergebnisse im Forschungsprojekt "E-Energy"

Der Energieverbrauch privater Haushalte lässt sich mit intelligenten Energiesystemen – Smart Grids – reduzieren. Intelligente Netze können in Abhängigkeit von der Nachfrage bis zu zehn Prozent des Stromverbrauchs in andere Zeiträume verschieben, bei Gewerbebetrieben bis zu 20 Prozent. Das bedeutet zum Beispiel, den Stromverbrauch in eine Zeit zu verschieben, in der geringere Kosten entstehen.

Das sind die zentralen Ergebnisse des Forschungsprojekts "E-Energy – Smart Grids made in Germany". Mit 60 Millionen Euro von der Bundesregierung gefördert, ging das Programm nach vierjähriger Laufzeit 2013 zu Ende. In sechs Modellregionen – Cuxhaven, Rhein-Ruhr, Baden-Württemberg, Rhein-Neckar, Harz und Aachen – wurden praktische Tests und Feldversuche gemacht. Tausende private Haushalte beteiligten sich an dem Projekt.

Die Förderinitiative "Zukunftsfähige Stromnetze" und andere Folgeprojekte basieren auf den Ergebnissen von "E-Energy". In der Wirtschaft haben sich im Zuge von "E-Energy" Allianzen gebildet, die über das Projektende hinaus weiter kooperieren wollen.

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