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Im Kabinett beschlossen

Kulturhaushalt steigt 2020 um 3,3 Prozent

Die Bundesregierung wird ihre Ausgaben für Kultur und Medien im kommenden Jahr um über 58 Millionen Euro steigern. Der vom Kabinett verabschiedete Regierungsentwurf für den Haushalt 2020 sieht insgesamt über 1,82 Milliarden Euro für den Kulturetat vor. Das sind rund 3,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

50-Euro-Geldschein mit Banderole in Schwarz, Rot, Gold.

Im Bereich Kultur und Medien erhöht der Bund die Mittel seit Jahren kontinuierlich.

Foto: Trutschel/photothek.net

Monika Grütters äußerte sich nach der Kabinettssitzung sehr zufrieden mit dem Ausgang der Gespräche zum Kultur- und Medienhaushalt 2020. "Erneut werden wir die Mittel für die Kulturförderung des Bundes steigern - zum Wohle zahlreicher kultureller Einrichtungen und Projekte im ganzen Land", so die Staatsministerin. "Die Bundesregierung setzt damit ein wichtiges Zeichen für den unverzichtbaren Wert der Kultur, die alles andere als ein Luxus, sondern elementar für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land ist. Angesichts der derzeitigen konjunkturbedingten Herausforderungen möchte ich hierfür auch dem Bundesfinanzminister ausdrücklich danken.

Neue Impulse setzen

Gerade im Medienbereich können jetzt neue Impulse gesetzt werden, kündigte Grütters an. So stehen im kommenden Jahr für das von den Ländern kofinanzierte "Zukunftsprogramm Kino" zusätzliche 15 Millionen Euro zur Verfügung. Ziel des Programms ist es, den Kulturort Kino zu stärken und zu erhalten, damit anspruchsvolle Kinofilme weiterhin auch in der Fläche abseits der großen Metropolen zu sehen sind.

Der Etat für die Deutsche Welle wird um 15 Millionen Euro auf 365 Millionen Euro noch weiter an das Niveau vergleichbarer europäischer Auslandssender herangeführt: "Damit stärken wir diesen unverzichtbaren Akteur der Vermittlung von Meinungs- und Pressefreiheit, die weltweit zunehmend unter Druck geraten“, so Grütters.

Mit derselben Zielrichtung werde sich die Bundesregierung verstärkt dem Schutz journalistischer Arbeit widmen und die Mittel für die Medienkompetenz verdoppeln. Die Digitalisierung des Filmerbes sowie der Verlagspreis können weiterauf ihrem bisherigen Niveau fortgeführt werden.

Kultureinrichtungen in Ostdeutschland stärken

Auch im Kulturbereich setzt die Staatsministerin auf neue Akzente. So wird das erfolgreiche Programm für Investitionen für nationale Kultureinrichtungen in Ostdeutschland auf das gesamte Bundesgebiet ausgedehnt und auf 20 Millionen Euro verfünffacht.

Das neue bundesweite BKM-Programm "Jugend erinnert" zur Stärkung der Erinnerung an die Folgen von Diktatur und Gewaltherrschaft, für das bereits in der diesjährigen Anlaufphase 2 Millionen Euro zur Verfügung standen, wird auf 5 Millionen Euro aufgestockt.

Provenienzforschung ausbauen

Der Etat der Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste mit Sitz in Magdeburg, die die Provenienzforschung zu NS-Raubkunst, aber auch zu Kulturgutverlusten in der ehemaligen DDR sowie verstärkt Forschung und Projektförderungen zu Kulturgut aus kolonialen Kontexten in Museen und Sammlungen fördert, wird um weitere 1,6 Millionen Euro angehoben.

Das Deutsche Historische Museum als Ort lebendiger Vermittlung und Diskussion unserer Geschichte erhält 5,2 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz sind für 2020 gegenüber 2019 insbesondere für den Erhalt und die Arbeit ihrer zum Weltkulturerbe der Menschheit gehörenden Museen zusätzliche Mittel in Höhe von 6,8 Millionen Euro vorgesehen.

Hauptstadtkultur weiter fördern

Für die Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH, die mit Berlinale, Berliner Festspielen einschließlich Martin-Gropius-Bau sowie Haus der Kulturen der Welt ein wichtiges kulturpolitisches Aushängeschild des Bundes in der Hauptstadt sind, stehen gegenüber den bisherigen Planungen 3,7 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung.

Der Regierungsentwurf steht unter dem Vorbehalt der weiteren Haushaltsaufstellung, insbesondere des parlamentarischen Haushaltsverfahrens.