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Kanzlerin trifft Spitzen von IWF und Co. 

Gemeinsam Herausforderungen begegnen

Bei den Gesprächen der Bundeskanzlerin in Berlin mit den Vorsitzenden der internationalen Organisationen ILO, IWF, OECD, Weltbank und WTO haben sich die Teilnehmer auf vier Schwerpunkte zukünftigen Handelns geeinigt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel geht zwischen Roberto Azevedo, Generalsekretär der WTO, und Jose Angel Gurria, Generalsekretär der OECD, zu einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Bundeskanzlerin Angela Merkel gemeinsam mit den Vertretern internationaler Wirtschafts- und Finanzorganisationen.

Foto: Bundesregierung/Koall

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nach dem Treffen mit den Vorsitzenden der internationalen Institutionen vier Kernbereiche für die gemeinsame Arbeit der nächsten Zeit bestimmt. Zunächst ist es im Sinne der Bundesregierung, dass in den kommenden Jahren die sowohl finanzielle als auch wirtschaftliche Förderung afrikanischer Staaten fokussiert wird.

Digitalisierung als Chance

Darüber hinaus muss die Digitalisierung als Chance für internationalen Handel und Warenaustausch nicht nur erkannt, sondern auch aktiv gestaltet werden. Eng damit verknüpft sieht die Bundeskanzlerin auch eine Reform der Welthandelsorganisation. Als vierten Punkt konnten sich die Gesprächspartner darauf einigen, dass eine - weltweit geltende - Jahrhunderterklärung zur Arbeitsorganisation ausgehandelt und verabschiedet werden soll.

"Multilaterale Zusammenarbeit garantiert Entwicklungsperspektiven"

Das Treffen der Bundeskanzlerin mit den Vorsitzenden der genannten Internationalen Organisationen hat bereits Tradition. Zum elften Mal sind die Vorsitzenden von ILO, IWF, OECD, Weltbank und WTO zum Gedankenaustausch im informellen Kreis zu Gast im Kanzleramt. Die Gastgeberin betonte in der anschließenden Pressekonferenz, dass "die multilaterale Zusammenarbeit von entscheidender Bedeutung ist, um möglichst vielen Menschen auf der Welt eine Entwicklungsperspektive zu geben."

Vor dem Hintergrund einer angespannten Lage auf dem Finanzmarkt und der internationalen Wirtschaftswelt wies Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die vielfältigen Herausforderungen der genannten Institutionen hin. Hinzu kommt, dass der Klimawandel allein mit globalem Handeln aufgehalten werden kann. Dabei dankte die Bundeskanzlerin der Weltbank für ihr Engagement bei der Unterstützung von Klima- und Umweltschutzprojekten in Entwicklungsländern.

Kompromisse ermöglichen Lösungen

In Bezug auf die aktuellsten Herausforderungen internationaler Zusammenarbeit in der Wirtschaft sieht Bundeskanzlerin Angela Merkel die Grundlage für eine Vermeidung von Handelsbarrieren darin, dass "alle Seiten an einer solchen Stelle Kompromisse finden" müssen und meinte dabei sowohl die Umgehung gegenseitiger Strafzölle als auch die Frage nach den Modalitäten eines Austritts des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirlands aus der Europäischen Union. Bewusst verwies Merkel dabei auf die Erfahrungen aus der internationalen Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009. Das G20-Format sei damals als gemeinsame Antwort der führenden Staats- und Regierungschef auf die kaum national lösbaren Probleme gefunden worden. "Vielleicht können und sollten wir uns daran wieder erinnern", fasste Bundeskanzlerin Angela Merkel das Gespräch vom Abend zusammen.