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EU-Schulprogramm

Gesundes für Millionen Schulkinder

Rund 20 Millionen Kinder profitieren europaweit von dem EU-Schulprogramm für frisches Obst, Gemüse und Schulmilch. Geleitet von der Erkenntnis, dass sich viele Schüler oft ungesund ernähren, stellt die EU dafür jährlich 250 Millionen Euro bereit. Deutschland erhält im Schuljahr 2019/2020 rund 36 Millionen Euro.

Ein kleines blondes Mädchen steht neben der Essensausgabe einer Schulkantine und hält einen Teller mit Brokkoli und einen Apfel in den Händen-

Mehr Obst und Gemüse: Dafür stellt die EU im Schuljahr 2019/2020 rund 25 Millionen Euro für deutsche Schulen bereit.

Foto: Getty Images

Pommes, Pizza, Pasta - viele Kinder mögen ungesundes Essen. Übergewicht und Mangelerscheinungen können die Folge sein. Dem will die Europäische Union entgegenwirken - Obst und Gemüse populärer machen und zugleich das Bewusstsein für gesunde Ernährung fördern.

Dafür stellt sie mit dem EU-Schulprogramm jährlich 150 Millionen Euro für Schulobst und -gemüse bereit sowie weitere 100 Millionen für Schulmilch. Die Verteilung erfolgt nach Anzahl der sechs- bis zehnjährigen Kinder in den Mitgliedstaaten.

Für Deutschland heißt das, dass knapp 25 Millionen Euro für Obst und Gemüse und knapp elf Millionen Euro für Schulmilch im jetzigen Schuljahr zur Verfügung stehen.

Für das EU-Schulprogramm wurden zu Beginn des Schuljahres 2017/18 das bestehende EU-Schulobst- und -gemüseprogramm und das EU-Schulmilchprogramm zusammengeführt.

2,5 Millionen Kinder in Deutschland profitieren

Im Schuljahr 2017/2018 haben 28.000 Einrichtungen in Deutschland das Programm genutzt. So kamen rund 2,5 Millionen Kinder in den Genuss von frischem Obst, Gemüse und Milch oder Milchprodukten. Fast 10.000 Tonnen Obst und Gemüse wurden ausgegeben.

Den Programminitiatoren war wichtig, auf Vielfalt zu setzen. So erhielten die Kinder nicht nur bekannte Obst- und Gemüsesorten - wie Äpfel, Birnen, Bananen sowie Karotten, Gurken und Paprika - sondern auch Ausgefalleneres wie Avocado, Feigen, Artischocken oder Pastinaken. Und nicht nur Milch, auch Käse und Joghurt wurden angeboten.

Zuständig für die Umsetzung des EU-Schulprogramms sind in Deutschland die Bundesländer. Sowohl Schulen als auch vorschulische Einrichtungen können die Mittel abrufen.

Verständnis für gesunde Lebensmittel wecken

Das EU-Schulprogramm zielt aber nicht nur auf die regelmäßige Versorgung von Kindern mit frischem Obst und Gemüse. Ein wichtiges Anliegen ist es, das Ernährungsverhalten langfristig zu prägen und gegebenenfalls auch das der Eltern.

Die Kinder lernen verschiedene Obst- und Gemüsesorten kennen, erfahren, wie sie erzeugt werden, und erwerben Wissen über ausgewogene Lebensweisen. Ausflüge zu Bauernhöfen, Schulgärten, Kochkurse, Unterricht mit Ernährungsberatern und vieles mehr runden die Ernährungsbildung ab.

Evaluation zeigt Erfolg des Programms

Eine Untersuchung zum EU-Schulobst- und -gemüseprogramm in den Schuljahren von 2011/12 bis 2015/16 belegt die positiven Effekte. So konnte in nahezu allen Bundesländern festgestellt werden, dass die Kinder mehr Obst und Gemüse aßen und auch das Wissen darüber zugenommen hat.

Die Kinder verzehrten nicht nur in den Einrichtungen, sondern auch zu Hause mehr Gesundes. Nach Angabe der Betreuer und Pädagogen veränderte sich auch die Zusammensetzung der Frühstücksboxen, beispielsweise gab es weniger Süßigkeiten. Besonders deutlich nahmen der Verzehr und das Wissen über Obst und Gemüse bei Kindern in sozial schwierigen Situationen zu.

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