Für eine kreislauforientierte Wirtschaft 

Kabinett beschließt Bioökonomiestrategie Für eine kreislauforientierte Wirtschaft 

Klimawandel, Rückgang der Artenvielfalt, knapper werdende Ressourcen, wachsende Weltbevölkerung – die Menschheit steht vor großen Herausforderungen. Um eine nachhaltigere Wirtschaft zu fördern, hat die Bundesregierung eine Nationale Bioökonomiestrategie erarbeitet, die nun vom Kabinett beschlossen wurde. Das Ziel: Der Verbrauch von fossilen Rohstoffen soll sinken, nachwachsende Rohstoffe sollen stärker in den Alltag einziehen. 

Foto zeigt Beispiele für nachhaltige Produkte

Beispiele für biobasierte Produkte: In Zukunft könnten zahlreiche Gegenstände des Alltags nachhaltiger werden.

Foto: Bundesregierung/dpa

Um den heutigen Lebensstandard zu sichern und nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen, muss sich unsere bisherige Lebensweise ändern. Doch wie kann das gelingen? Das Ziel muss es sein, den Verbrauch von fossilen Ressourcen wie Kohle und Erdöl zu verringern. Stattdessen braucht es einen Wandel hin zu einer Wirtschafts- und Lebensweise auf der Grundlage nachwachsender Rohstoffe – der Bioökonomie.

Bioökonomie ist die wissensbasierte Erzeugung, Erschließung und Nutzung biologischer Ressourcen, Prozesse und Systeme, um Produkte, Verfahren und Dienstleistungen in allen wirtschaftlichen Sektoren für ein zukunftsfähiges Wirtschaftssystems bereitzustellen. Das Ziel ist eine biobasierte, an natürlichen Stoffkreisläufen orientierte, nachhaltige Wirtschaftsform.

Forschung ist der Schlüssel, Potenziale zu erkennen

Die Bundesregierung unterstützt diesen Wandel zu einer stärker auf erneuerbaren Ressourcen beruhenden, rohstoffeffizienteren und kreislauforientierten Wirtschaft. Die Nationale Bioökonomiestrategie setzt den Rahmen für eine nachhaltige Erschließung und Nutzung biologischer Ressourcen und umwelt- und naturschonende Produktionsverfahren in allen Wirtschaftsbereichen. Allein die beiden federführenden Ressorts - das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sowie das Bundesministerium für Bildung und Forschung - werden von 2020 bis 2024 insgesamt 3,6 Milliarden Euro investieren.

Das ist Bioökonomie - eine Auswahl an Projekten

Die Strategie legt die Leitlinien und Ziele der Bioökonomie-Politik fest und benennt Maßnahmen für deren Umsetzung. Für die strategischen Ziele werden konkrete Umsetzungsziele in der Forschungsförderung, der Gestaltung von Rahmenbedingungen und bei übergreifenden Instrumenten festgelegt. Die Forschung ist dabei der Schlüssel, um die Potenziale der Bioökonomie zu erkennen und zu erschließen.

Mit der Nationalen Bioökonomiestrategie werden die Voraussetzungen geschaffen, um Deutschlands Vorreiterrolle in der Bioökonomie zu stärken und die Technologien und Arbeitsplätze von morgen zu entwickeln. Gleichzeitig bekennt sich die Bundesregierung damit zu ihrer globalen Verantwortung in der international vernetzten Bioökonomie.

Die Bioökonomie umfasst alle Wirtschaftszweige und zugehörige Dienstleistungsbereiche, die biologische Ressourcen wie Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen und deren Produkte erzeugen, be- und verarbeiten, nutzen und damit handeln. Dazu zählen insbesondere die Land- und Forstwirtschaft, Chemie und Pharmazie, die Nahrungsmittelindustrie, die industrielle Biotechnologie, die Kosmetik- sowie die Papier- und Textilindustrie.

Wissenschaftsjahr zeigt Vielfalt der Bioökonomie

Die Bioökonomie ist auch das Thema des Wissenschaftsjahres 2020.  Dabei geht es unter anderem um die nachhaltige Erzeugung, Verarbeitung und Nutzung biobasierter Rohstoffe.

Um die Vielschichtigkeit dieses Forschungsbereichs besser zu illustrieren, wird die Welt der Bioökonomie in vier Themenfelder aufgeschlüsselt: Pflanzenvielfalt und Innovationen, Bodengesundheit und Stoffkreisläufe, Mikroorganismen und Technologietreiber sowie Bioökonomie und Wandel.