Mit internationaler Zusammenarbeit die globalen Nachhaltigkeitsziele erreichen

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Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung Mit internationaler Zusammenarbeit die globalen Nachhaltigkeitsziele erreichen

Die Bundesregierung steht hinter den Zielen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Die Transformation Deutschlands zu einer nachhaltigen Gesellschaft ist für die Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele unabdingbar und zugleich die Antwort auf die weltweiten multiplen Krisen; dies betonte Staatsministerin Sarah Ryglewski bei einem Treffen von Staatssekretärinnen und Staatssekretären über nachhaltige Entwicklung am 23. Januar in Berlin.

3 Min. Lesedauer

Ein Blick aus dem Weltall auf die Erde.

Ein Blick aus dem Weltall auf die Erde.

Foto: ESA

Die Staatsministerin leitete die dritte Staatssekretärsrunde in dieser Legislaturperiode. Hieran nahm unter anderem Achim Steiner teil, der Leiter des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen. Die Bundesrepublik habe weltweit lange eine Vorreiterrolle bei nachhaltiger Entwicklung gehabt, betonte Steiner, der live zugeschaltet war. Die Bundesrepublik solle sich weiter engagiert für die Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele einsetzen und seinen Einfluss bei der Europäischen Union und bei internationalen Organisationen nutzen.

Weitere externe Teilnehmer waren Prof. Dr. Marianne Beisheim (Stiftung Wissenschaft und Politik), Franka Bernreiter (Jugenddelegierte zu den Vereinten Nationen), Helmut Kleebank, (MdB und Vorsitzender des Parlamentarischen Beirats für nachhaltige Entwicklung im Deutschen Bundestag) sowie Dr. Marc-Oliver Pahl, (Generalsekretär des Nachhaltigkeitsrates).

Der Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung ist das zentrale Steuerungsorgan der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie. Alle Ressorts sind in dem Ausschuss mit Staatssekretärinnen und Staatssekretären vertreten. Der Ausschuss wird von der Staatsministerin beim Bundeskanzler, Sarah Ryglewski, geleitet. Sie ist für die Nachhaltigkeitspolitik der gesamten Bundesregierung zuständig.

Konkrete Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele steht an

Zur Halbzeitbilanz der Agenda 2030 sei man noch zu weit von der Erreichung der 17 Ziele bis 2030 entfernt, so ein Fazit der Diskussion. Die Pandemie und Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hätten die Situation verschlechtert.

Vor dem Hintergrund einer sich ausweitenden Gerechtigkeitslücke zwischen den Ländern des Südens und des Nordens, sei es nun besonders dringlich, in die konkrete Umsetzung der globalen Ziele zu kommen.

Verhandlungsmarathon zur Halbzeit der Agenda 2030

Die Vereinten Nationen (VN) bieten die politische Bühne, um über die weiteren Schritte zur Vollendung der Agenda 2030 zu verhandeln. Wichtig sind zwei Termine: der für 2024 geplante Zukunftsgipfel und der diesjährige Nachhaltigkeits-Gipfel der Vereinten Nationen.

Im Jahr 2023 ist Halbzeit bei der Umsetzung der im Jahr 2015 beschlossenen Agenda 2030 und ihrer 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs). Bei dem SDG-Gipfel der Vereinten Nationen im September 2023 wird deshalb eine Zwischenbilanz gezogen. Wichtige Themen werden sein: Was ist mit Blick auf die SDGs bisher erreicht worden? Wo gab es Probleme? Wie können die Ziele noch erreicht werden? Im nächsten Jahr folgt dann der für September 2024 geplante Reformgipfel der VN, der Zukunftsgipfel oder „Summit of the Future“. Bei dem Gipfel sollen Strukturen des Weltregierens auf den Prüfstand gestellt werden. Ein zentrales Thema wird sein: die Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) bis 2030 voranzubringen.

Müssen systemischer denken

Die von Corona ausgehende Krise habe Auswirkungen auf alle anderen Lebensbereiche gehabt, so übereinstimmende Einschätzung in der Diskussion. Sie zeige die Notwendigkeit für ein systemisches Denken, das auf Ganzheitlichkeit setzt, und verschiedene Ereignisse im Zusammenhang sieht. Gerade die vielen Krisen würden dafür ein „Momentum“ schaffen.

Nachhaltigkeit im Weltraum

Auch das Thema nachhaltig organisierter Weltraumaktivitäten und -forschung wurde bei der Staatssekretärsrunde am 23. Januar 2023 besprochen. Hieran nahm die Koordinatorin der Bundesregierung für die Deutsche Luft- und Raumfahrt, Frau MdB Dr. Anna Christmann, teil.

Nachhaltigkeit im Weltraum bedeutet, die Nutzbarkeit des erdnahen Weltraums sicherzustellen. Dies kann Deutschland nur in Abstimmung und Zusammenarbeit mit internationalen Partnern leisten. Zentraler Aspekt von Nachhaltigkeit im Weltraum ist die Vermeidung von Weltraumschrott (zum Beispiel abgeschaltete Satelliten, Trümmerteile). Aktuelle Schätzungen gehen von circa 27.000 großen Objekten und mehr als 100 Millionen Teilen größer als ein Millimeter aus. Diese können bereits jetzt eine Gefahr für Satelliten darstellen.

Um ein weiteres Anwachsen des Weltraumschrotts zu verhindern, gelte es vornehmlich, Maßnahmen zur Vermeidung von Weltraumschrott bei Bau und Betrieb von Satelliten umzusetzen. Die Alternative, bereits existierenden Weltraumschrott zu beseitigen, ist deutlich teurer.

Für Weltraumschrottvermeidung gibt es international nur Empfehlungen und unverbindliche Standards. In der Bundesrepublik werden internationale Richtlinien derzeit bei der Vergabe von Aufträgen und Zuwendungen durch die deutsche Raumfahrtagentur angewandt. Nachhaltigkeit sowie die intensive internationale Zusammenarbeit sollen Bestandteil der sich in Erarbeitung befindlichen Raumfahrtstrategie der Bundesregierung werden.

Raumfahrt für Nachhaltigkeit

Weltraumforschung und Raumfahrtanwendungen leisten entscheidende Beiträge für die nachhaltige Entwicklung auf der Erde. So existiert mit dem europäischen Copernicus-Programm eine leistungsstarke und innovative Umweltsatellitenflotte im Weltraum. Diese Satelliten erfassen unsere Erde und ihre Atmosphäre sehr genau. Sie liefern uns somit unverzichtbare Informationen zum Klimaschutz, zu nachhaltiger Entwicklung, humanitärer Hilfe, Ernährungssicherheit und zum Gesundheitszustand der Ozeane.

Immer wichtiger werden auch kommerziell getriebene Anwendungen, wie beispielsweise die Waldbranderkennung in Echtzeit durch Satelliten des Münchner Startups Ororatech.