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Mehrstaatigkeit wird hingenommen:

  • wenn nach dem Recht des anderen Staates keine Möglichkeit besteht, aus der bisherigen Staatsangehörigkeit auszuscheiden,

  • bei Staatsangehörigen von Ländern, die ihren Bürgern regelmäßig die Entlassung aus der Staatsangehörigkeit verweigern. Das gilt gegenwärtig für Afghanistan, Algerien, Eritrea, Iran, Kuba, Libanon, Marokko, Syrien und Tunesien.

  • wenn die Aufgabe der anderen Staatsangehörigkeit nicht gelingt, wenn also:

    • der entsprechende Antrag nicht entgegengenommen wurde,

    • der Herkunftsstaat die notwendigen Formulare verweigert oder

    • über den vollständigen und formgerechten Antrag auch nach angemessener Zeit (mehr als zwei Jahre nach der Antragstellung) noch nicht entschieden wurde.

  • wenn der andere Staat unzumutbare Bedingungen für die Entlassung aus der Staatsangehörigkeit stellt, z. B. überhöhte Gebühren (mehr als ein Brutto-Monateinkommen, aber mindestens 1.280 €).

  • bei anerkannten Flüchtlingen. In diesen Fällen prüft allerdings vor der Einbürgerung oftmals das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, ob die Verfolgung fortbesteht.

  • Bei älteren Ausländerinnen und Ausländern (über 60 Jahre) können z. B. auch gesundheitliche Schwierigkeiten berücksichtigt werden, die das Verfahren zur Entlassung aus der anderen Staatsangehörigkeit erschweren.

Zumutbar ist, wenn der andere Staat noch berechtigte Ansprüche hat und die Entlassung aus der Staatsangehörigkeit deshalb verweigert. Das gilt z.B.,

  • weil ein vom Staat gewährtes Stipendium nicht zurückgezahlt wurde und

  • im Grundsatz auch für die Wehrpflicht.