Höhe der Ausbildungsvergütung abhängig von vielerlei Faktoren

Höhe der Ausbildungsvergütung abhängig von vielerlei Faktoren

Junge Menschen, die sich nach dem Schulabschluss für eine betriebliche Berufsausbildung entscheiden, freuen sich häufig darauf, endlich finanziell

Entwicklung der durchschnittlichen Ausbildungsvergütungen Ost und West von 2005 bis 2010

Abbildung 1

Foto: BIBB

unabhängig zu sein. Wie viel am Ende des Monats tatsächlich im Geldbeutel landet, ist jedoch abhängig von vielerlei Faktoren. Beginnt beispielsweise ein junger Mann eine Berufsausbildung in den alten Bundesländern, verdient er durchschnittlich 16,6 Prozent mehr als eine junge Frau, die ihre Ausbildung in einem ostdeutschen Betrieb absolviert. Noch erheblichere Unterschiede ergeben sich beim Vergleich der einzelnen Ausbildungsberufe.

Vergütungsniveau nur gering gestiegen

Auch in diesem Jahr hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) den aktuellen Stand der Ausbildungsvergütungen ermittelt. Danach verdienten im Jahr 2010 Auszubildende durchschnittlich 678 Euro brutto im Monat und damit 12 Euro mehr als im Vorjahr. Demnach stieg die Ausbildungsvergütung um 1,8 Prozent. Im letzten Jahr war die Steigerung mehr als doppelt so hoch und lag bei 3,7 Prozent (siehe Abbildung 1).

In den alten Bundesländern stieg die tarifliche Vergütung 2010 um 1,3 Prozent auf 688 Euro monatlich. Die Ausbildungsvergütung in den neuen Bundesländern erhöhte sich auf 612 Euro und somit um 2,9 Prozent. Der Abstand zum westlichen Tarifniveau hat sich weiter vermindert. So werden hier 

Ausbildungsverguetungen in 20 ausgewählten Berufen

Abbildung 2

Foto: BIBB

mittlerweile 89 Prozent der westlichen Vergütungshöhe erreicht, ein Prozent mehr als im Vorjahr.

Deutliche Unterschiede zwischen den Berufen

An 20 ausgewählten Ausbildungsberufen wird deutlich, wie erheblich die Vergütungsunterschiede sind (siehe Abbildung 2). Die mit Abstand höchsten Vergütungen wurden gleichermaßen in Ost und West im Beruf Binnenschiffer/in mit jeweils 978 Euro monatlich erreicht. Ebenfalls hohe Vergütungen erhalten Auszubildende in den Berufen Maurer/in sowie Mechatroniker/in.

Vergleichsweise wenig verdienen Auszubildende im Beruf Maler/in und Lackierer/in mit 421 Euro in Westdeutschland und 269 Euro pro Monat in Ostdeutschland.

Weitere Berufe mit niedrigen Ausbildungsvergütungen sind Friseur/in und Florist/in.

Vergleich zwischen Ost und West

Durchschnittliche Ausbildungsverguetungen in verschiedenen Ausbildungsbereich Ost und West

Abbildung 3

Foto: BIBB

Zwischen den verschiedenen Ausbildungsbereichen bestanden in alten und neuen Bundesländern ebenfalls deutliche Unterschiede im Vergütungsniveau. In Industrie und Handel wurden mit 759 Euro West und 670 Euro Ost überdurchschnittlich hohe Vergütungen erreicht (siehe Abbildung 3).

Unter dem Gesamtdurchschnitt lagen dagegen die handwerklichen und freien Berufe.

In den alten Bundesländern bewegten sich die Vergütungen für 67 Prozent der Auszubildenden zwischen 500 und 799 Euro. 27 Prozent kamen auf 800 Euro und mehr, 6 Prozent erhielten weniger als 500 Euro.

In den neuen Bundesländern erreichten 17 Prozent der Auszubildenden 800 Euro oder mehr. Für 46 Prozent waren 500 bis 799 Euro Vergütung zu verzeichnen und 37 Prozent erhielten weniger als 500 Euro monatlich. Für 10 Prozent lag das Vergütungsniveau sogar bei unter 400 Euro.

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