Berufliche Integration von Menschen mit Behinderungen

Berufliche Integration von Menschen mit Behinderungen

BIBB schafft berufsspezifische Musterempfehlungen für fünf Ausbildungsbereiche

Derzeit leben in Deutschland 9,6 Millionen Menschen mit einer anerkannten Behinderung. Drei Prozent sind unter 25 Jahre alt.

Die berufliche Integration von Menschen mit Behinderungen in den allgemeinen Arbeitsmarkt ist ein zentrales Anliegen der Bundesregierung. Die Voraussetzungen dafür sind gut. Über die Hälfte der Betroffenen verfügt über einen Hauptschulabschluss, 21 Prozent beendeten die Realschule oder eine vergleichbare Bildungseinrichtung. Abitur oder Fachhochschulreife haben gut 13 Prozent.

Ausbildung Behinderter

Die Ausbildung Behinderter erfolgt in aller Regel in Betrieben, aber auch in außer-betrieblichen Ausbildungsstätten. Wenn aufgrund der Behinderungen bei Jugendlichen eine Berufsausbildung nach der gültigen Ausbildungsordnung nicht möglich ist, müssen Ausbildungsgänge so angepasst werden, dass sie den besonderen Bedingungen behinderter Auszubildender gerecht werden. Dies gilt insbesondere für die zeitliche Gliederung der Ausbildung, die Zulassung von Hilfsmitteln und die Inanspruchnahme von Hilfeleistungen Dritter.

Die Kammern von Industrie und Handel, Handwerk und Landwirtschaft hatten in den zurückliegenden Jahrzehnten rund 1.000 einzelne Ausbildungsregeln mit teilweise unterschiedlichen Abschlussbezeichnungen und Ausbildungsinhalten erlassen. Vergleichbarkeit und Transparenz sind bei einer so hohen Anzahl von Einzelregelungen jedoch kaum noch gegeben.

BIBB verabschiedet berufsspezifische Musterempfehlungen

Der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hat deshalb die ersten berufsspezifischen Musterregelungen für die Bereiche Verkauf, Hauswirtschaft, Metall, Büro und Holz verabschiedet. Grundlage dieser Musterregelungen war die 2009 verabschiedete "Rahmenregelung für die Ausbildung behinderter Menschen".

An der Rahmenregelung haben Fachbeiräte mitgearbeitet, in denen Sachverständige der Sozialpartner, des Bundes, der Länder sowie Experten und Praktiker aus Einrichtungen der beruflichen Bildung für Behinderte vertreten waren.

Diese Rahmenregelung sieht vor:

  • Einen personenbezogenen Förderplan,
  • eine rehabilitationspädagogische Zusatzqualifikation des Ausbilders,
  • Vorgaben für die betrieblichen Ausbildungsinhalte,
  • berufliche Handlungsfähigkeit als Ziel der Ausbildung,
  • eine einheitliche, diskriminierungsfreie Berufsbezeichnung und
  • die Anschlussfähigkeit in eine Ausbildung in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf.

Musterregelungen für die Berufsbereiche Gartenbau, Küche und Zerspannungstechnik sind in Arbeit, weitere sollen folgen.

"Mit der Verabschiedung von Rahmenregelung und Musterempfehlungen ist ein großer Schritt gelungen, um für jene Menschen das gesellschaftliche Teilnahmegebot umzusetzen, für die aufgrund Art und Schwere ihrer Behinderung eine Ausbildung in einen ‚regulären‘, staatlich anerkannten Ausbildungsberuf nicht in Frage kommt", erklärte BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser.

Tipps für Betriebe:

Bei der Berechnung der Ausgleichsabgabe werden Ausbildungsplätze, auf denen schwerbehinderte Auszubildende beschäftigt werden, nicht mitgerechnet. Arbeitgeber, die Behinderte oder schwerstbehinderte Auszubildende beschäftigen, und die Auszubildenden selbst können Ausbildungszuschüsse, Ausbildungsgeld, Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung, Zuschüsse für Arbeitshilfen im Betrieb und Leistungen im Rahmen der begleitenden Hilfe im Arbeitsleben erhalten.

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