Aktionsprogramm beschlossen

Insekten besser schützen

Die Bundesregierung möchte das Insektensterben stoppen und die Artenvielfalt schützen. Dazu hat das Bundeskabinett ein "Aktionsprogramm Insektenschutz" verabschiedet. Es setzt unter anderem auf eine deutlich geringere Anwendung von Pflanzenschutzmitteln wie Glyphosat. Der Bund stellt zudem mehr Geld für den Insektenschutz zur Verfügung.

Eine Hummel hängt zwischen zwei LAvendelblüten

Eine Hummel im Lavendelfeld: Insekten sind für unsere Ökosysteme unverzichtbar.

Foto: Unsplash/Thomas Jorn

Zum Wohle der Insekten ziehen Bundesumweltminsterin Svenja Schulze und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner an einem Strang. "Wir haben ein starkes, wirksames Aktionsprogramm beschlossen. Das Insektensterben ist dramatisch", so Schulze. Obst und Gemüse dürften nicht zur Luxusware werden.

"Die Biene ist systemrelevant", bestätigt Klöckner. Der Landwirtschaft werde etwas abverlangt, aber es gebe finanzielle Unterstützung.

Auf schädliche Pfanzenschutzmittel verzichten

Das Aktionsprogramm Insektenschutz sieht vor, den Einsatz glyphosathaltiger und wirkungsgleicher Pflanzenschutzmittel ab 2020 deutlich einzuschränken. Die Anwendung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat soll in Deutschland Ende 2023 beendet werden. Das soll nicht nur für die Landwirtschaft gelten, sondern auch für Haus- und Kleingärten sowie für öffentliche Grünflächen.

Die Regierungspartner haben im Koalitionsvertag vereinbart, gemeinsam mit der Landwirtschaft Alternativen im Rahmen einer Ackerbaustrategie zu entwickeln und umwelt- und naturverträgliche Anwendungen von Pflanzenschutzmitteln zu regeln.

Insekten sind integraler Bestandteil der biologischen Vielfalt und spielen in unseren Ökosystemen eine wichtige Rolle. Sie sind die artenreichste Gruppe aller Lebewesen und stellen gut 70 Prozent der Tierarten weltweit. Doch sowohl die Gesamtmenge als auch die Artenvielfalt der Insekten ist in Deutschland in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen.

Zentrale Maßnahmen des Aktionsprogramms Insektenschutz sind:

  • Mehr Geld: 100 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich für die Förderung von Insektenschutz, vor allem in der Agrarlandschaft, und für den Ausbau der Insektenforschung.
  • Mehr Raum: Schutz und Wiederherstellung von Insektenlebensräumen in allen Landschaftsbereichen und in der Stadt - insbesondere sogenannter Saum- und Randbiotope, also zum Beispiel Schnittstellen zwischen Wald und Wiese, Randstreifen von Wegen oder Hecken am Wegesrand.
  • Weniger Chemie: Klare Vorgaben für eine umwelt- und naturverträgliche Anwendung von Pestiziden und deutliche Reduzierung des Eintrags von Pestiziden und anderen Schadstoffen in Insektenlebensräume.
  • Besseres Licht: Eindämmung des "Staubsaugereffekts" auf Insekten durch insektenfreundliche Lichtquellen.
  • Mehr Engagement: Förderung und Unterstützung des Engagements für Insekten in allen Bereichen der Gesellschaft.

Neues Insektenschutzgesetz folgt

Wichtige im Aktionsprogramm vorgesehene Rechtsänderungen sollen in einem Insektenschutzgesetz zusammengefasst werden. Es macht verbindliche Vorgaben für Änderungen im Naturschutzrecht, im Pflanzenschutzrecht, im Düngerecht sowie im Wasserrecht.

Bürgerbeteiligung

Im Erarbeitungsprozess des "Aktionsprogramm Insektenschutz" hat das Bundesumweltministerium auch einen  Online-Dialog durchgeführt. Es bot allen Interessierten die Möglichkeit, Maßnahmenvorschläge des Ministeriums zu bewerten und zu kommentieren. Vorschläge aus diesem Online-Dialog sind in das Aktionsprogramm eingeflossen.