Regionales Nachhaltigkeits-Netzwerk für Deutschland

Um die Ziele der Agenda 2030 umzusetzen, müssen sich nicht nur Bund und Länder gut miteinander abstimmen. Vier "Regionale Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategie" sollen künftig Ideen bündeln und das Engagement von Kommunen, Bürgern und Wirtschaft koordinieren.

VertreterInnen der kooperierenden Organisationen für die Regionale Netzwerkstelle Nachhaltigkeitsstrategien West (RENN West)Quelle: Germanwatch e.V. , Jana Schmidt

Vertreter und Vertreterinnen der kooperierenden Organisationen für die Regionale Netzwerkstelle Nachhaltigkeitsstrategien West (RENN West). Zweiter von rechts: Geschäftsführer Dr. Klaus Reuter

Foto: Germanwatch e.V. , Jana Schmidt

Es sei eine Sache der Gesellschaft, die Welt zukunftsfähig zu machen und soziale, ökonomische und ökologische Ziele zu vereinen. Das hat Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Jahressitzung des Rates für Nachhaltige Entwicklung ausdrücklich betont. Die "Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategie" - kurz RENN - sollten dabei mit gutem Beispiel vorangehen.

Alle an einen Tisch

Die erste Netzstelle, RENN West, in Bonn ist zuständig für Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Träger ist die "Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21" in Dortmund. Als deren Geschäftsführer, Dr. Klaus Reuter, erfahren hat, dass es auch aus den anderen Bundesländern Bewerbungen gibt, hat er aus der Not eine Tugend gemacht: Er hat alle Interessierten an einen Tisch geholt, so dass sie ein gemeinsames Konzept ausarbeiten und damit ihre Kräfte bündeln konnten. "Wir wollen die Akteure der unterschiedlichsten Ebenen zusammenbringen. Und dann vor allem: Weg von den Vorwürfen, sondern gemeinsam nach vorne gucken und Kompromisse erarbeiten."

"Herausfinden, was nicht gelingt"

In einer "Arena" sollen zum Beispiel verschiedene Seiten zu Wort kommen; auch Menschen, die bisher noch nicht nachhaltig denken und handeln, sollen gehört werden. Man müsse herausfinden, was nicht gelingt, so Reuter weiter. Und natürlich neue regionale Netzwerke aufbauen, auch mit den NGOs, von denen es in Bonn besonders viele gibt. 150 haben sich hier angesiedelt, wohl auch weil die Stadt mit den Vereinten Nationen, verschiedenen Bundesbehörden und Einrichtungen zur Entwicklungszusammenarbeit schon viele wichtige Player versammelt hat.

Bonn als "Nachhaltigkeitszentrum Nr. 1"

So hat NRW-Umweltminister Johannes Remmel Bonn zur neuen Netzstelle gratuliert: "Ich freue mich, dass Bonn dadurch in seiner Rolle als deutsches Nachhaltigkeitszentrum Nr. 1 weiter gestärkt wird." Und Minister Franz-Josef Lersch-Mense, in der Landesregierung für die Eine-Welt-Politik zuständig, sagte: "In Bonn wird ganz konkret an den großen Herausforderungen der Menschheit im 21. Jahrhundert gearbeitet, wie zum Beispiel an der Bekämpfung des Klimawandels. Die Ansiedlung der neuen Netzstelle passt daher hervorragend in das internationale Umfeld."

Globale Themen herunterbrechen

Ob es nun um emissionsarme Mobilität, bewussteren Konsum oder andere Themen der 17 neu definierten Entwicklungsziele geht: Sie müssen auf die lokale Ebene heruntergebrochen werden, da ist Klaus Reuter von der LAG 21 sicher. Die Ziele, so heißt es in der Agenda 2030, können nur erreicht werden, wenn alle an einem Strang ziehen: Staaten, Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Bürger. So gibt es in den nächsten fünf Jahren, auf die das Projekt der Regionalen Netzstellen angelegt ist, viel zu tun. Etwa fünf Arbeitsplätze sollen für RENN West eingerichtet werden, dezentral über NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland verteilt.

Vier mal RENN

Die vier Regionalen Netzstellen wiederum sollen das gesamte Bundesgebiet abdecken. Um Doppelstrukturen zu vermeiden, werden sie an bestehende, gemeinnützige Organisationen angedockt: RENN Nord bei der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Landesverband Hamburg e.V., RENN Süd beim Nachhaltigkeitsbüro der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg in Karlsruhe, RENN Mitte beim Verein Zukunftsfähiges Thüringen e.V. in Arnstadt und RENN West bei der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW e.V. in Bonn.

Der Bundestag hat beschlossen, 10 Millionen Euro (verteilt auf fünf Jahre) für die bessere Vernetzung von Nachhaltigkeitsinitiativen der Zivilgesellschaft bereit zu stellen. Im September nehmen die RENN Nord, Süd, Mitte und West ihre Arbeit auf. Und werden schon bald den regionalen Aktivitäten bundespolitisch Gehör verschaffen. Beim Rat für Nachhaltige Entwicklung ist eine Leitstelle eingerichtet worden, die die RENN koordiniert und begleitet.

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