erklaerung des bundeskanzlers zu den ausschreitungen in rostock

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bundeskanzler dr. helmut kohl gab zu beginn der
kabinettsitzung am 27.august 1992 zu den vorfaellen
in rostock folgende erklaerung ab:

wir verurteilen die ausschreitungen gegen auslaender
und polizei in rostock auf das schaerfste. wer leib
und leben von menschen gefaehrdet, haeuser in brand
setzt und auslaenderhass schuert, muss mit der vollen
haerte unseres strafrechts zur rechenschaft gezogen
werden. es darf auch keinen beifall fuer die taeter
geben.
jede form von gewalt und extremismus fordert die
gemeinsame verurteilung durch alle demokratischen kraefte.
keiner, der an solchen abscheulichen untaten gegen auslaender
teilnimmt, darf mit nachsicht rechnen.
wer die konfrontation mit dem rechtsstaat sucht
- egal ob von rechts- oder linksextremisten - muss
eine eindeutige antwort erhalten.
die vorfaelle in rostock sind eine schande fuer unser
land. sie schaden dem ansehen deutschlands in der
welt. es kommt jetzt darauf an, dass alle demokratischen
parteien in der oeffentlichkeit deutlich machen,
dass deutschland ein auslaenderfreundliches land ist
und bleibt.
die gewalttaten von rostock sind nicht typisch fuer
die neuen bundeslaender. gewalt gegen auslaender gibt
es leider nicht nur in den neuen und in den alten
bundeslaendern, sondern ist ein problem auch in anderen
laendern europas und der welt.
ich erwarte, dass die vorgaenge in rostock lueckenlos
aufgeklaert werden. in diesem zusammenhang warne
ich vor jeder vorverurteilung der polizei. rostock
muss uns mahnung sein, die ordnungskraefte in ihrem
vorgehen gegen radikale und extremisten nachhaltig
zu unterstuetzen.
wir muessen uns hinter unsere polizei stellen, die
unter einsatz von leib und leben unser land schuetzt.
wir muessen auch alles daran setzen, dass jugendliche
nicht extremistischen gewalttaetern nachlaufen, sondern
ihre positiven zukunftschancen sehen.
der missbrauch des asylrechts muss endlich geloest
werden. dazu zaehlt auch die ergaenzung des grundgesetzes.
sie allein loest dieses problem nicht, ist aber ein
wichtiger schritt zur eindaemmung des asylmissbrauchs.
die spd muss ihren worten jetzt taten folgen lassen.
die dazu notwendigen gespraeche muessen zuegig vorangetrieben
werden.