beileid zum tode von martin gregor-dellin

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der bundespraesident sandte an annnemarie gregor-dellin,
groebenzell, zum tode ihres mannes folgendes
beileidstelegramm:

der tod ihres mannes erfuellt mich mit aufrichtiger
anteilnahme.
wie verlieren mit ihm einen begnadeten erzaehler und
literarischen biographen, dessen schoepferischer geist und
bleibende werke uns bereichert haben. seine kunst, seine
verantwortungsbewusste kritische kraft und seine
menschlichkeit gruendeten in der liebe zur wahrhaftigkeit.
als generalsekretaer, spaeter als praesident des p.e.n.-
zentrum der bundesrepublik deutschland hat er dies bis
zuletzt praegend mitgestaltet und sich damit bei seinen
kollegen und fuer die literatur insgesamt grosse verdienste
erworben.
ueber der trauer um seinen tod steht der dank fuer sein
wesen und wirken.
in herzlichem mitgefuehl
richard von weizsaecker
bundespraesident

der bundeskanzler hat frau annemarie gregor-dellin,
groebenzell, zum tode ihres mannes, martin gregor-dellin,
sein beileid uebermittelt. in einem persoenlichen brief schrieb
er unter anderem:

martin gregor-dellin war einer der vielseitigsten deutschen
schriftsteller, dessen werk alle moeglichkeiten literarischen
schaffens von erzaehlungen, romanen, biographien,
literaturkritiken, anthologien, hoerspielen bis juengst zum
theaterstueck umfasst. sein besonderes musikalisches interesse
fand lebendigen ausdruck in seinen erfolgreichen
biographien der komponisten richard wagner und heinrich
schuetz.
fuer sein reichhaltiges literarisches werk ist er zu recht in
vielfaeltiger weise ausgezeichnet und geehrt worden.
das deutsche p.e.n-zentrum, dem er seit fast zwanzig
jahren angehoerte, hat er durch sein wirken und seinen
einfluss entscheidend gepraegt und ihm waehrend seiner
langjaehrigen erfolgreichen praesidentschaft zu weltweitem an-
sehen verholfen. sein unermuedliches und mutiges eintreten
fuer die freiheit des wortes und die freilassung inhaftierter
autoren und journalisten in aller welt hat ihm weit ueber
unsere grenzen hinaus respekt verschafft.
mit ihm verliert die literaturwelt der bundesrepublik
deutschland eine ihrer profiliertesten persoenlichkeiten.