Reform der Hebammenausbildung

Moderne Ausbildung für einen anspruchsvollen Beruf

Hebammen und Entbindungshelfer werden künftig in einem dualen Studium auf ihren Beruf vorbereitet. So sieht es das Gesetz zur Reform der Hebammenausbildung vor, das im Bundestag verabschiedet wurde.

Hebamme bei der Nachsorge

Große Verantwortung für Kind und Mutter: Hebamme bei einer Nachsorgeuntersuchung

Foto: Ute Grabowsky / photothek.net

Hebammen sind für eine gute Gesundheitsversorgung von Frauen während der Schwangerschaft, bei der Geburt und in ihrer ersten Zeit als Mutter unverzichtbar. Es braucht daher eine qualitativ hochwertige Ausbildung, die Hebammen auf ihre anspruchsvolle Tätigkeit bestmöglich vorbereitet.

Das Gesetz zur Reform der Hebammenausbildung sieht vor, dass künftige Hebammen ein duales Studium absolvieren. Die bestehende duale Ausbildung wird also in ein wissenschaftliches Studium mit hohem Praxisanteil überführt. Vergleichbar einem Bachelor-Studiengang wird das Hebammenstudium sechs bis acht Semester dauern.

Bisher werden Hebammen und Entbindungshelfer an Hebammenschulen auf ihren Beruf vorbereitet. Ab 2022 wird dann die Ausbildung nur noch an einer Hochschule möglich sein. Genug Zeit, damit der Übergang von der fachschulischen zur hochschulischen AUsbildung reibungslos funktionieren kann.

Gute Ausbildung – europaweit anerkannt

In allen EU-Mitgliedsstaaten außer in Deutschland werden Hebammen bereits an Hochschulen ausgebildet. Die Akademisierung der Hebammenausbildung in Deutschland entspricht europäischen Standards und setzt die Berufsanerkennungsrichtlinie der Europäischen Union um. Das ermöglicht künftigen Hebammen und Entbindungshelfern, überall in Europa in ihrem Beruf arbeiten zu können.

Eine Reform der Ausbildung ist zudem notwendig, weil die Anforderungen an die Geburtshilfe stetig ansteigen. Hebammen arbeiten meist sehr selbständig und tragen daher viel Verantwortung. Die Anforderungen auf Grundlage des Hebammenausbildungsgesetzes von 1980 entsprechen nicht mehr dem aktuellen Stand. Eine anspruchsvolle, stärker wissenschaftlich ausgerichtete und gleichzeitig berufsnahe Ausbildung wird die Qualität der Ausbildung verbessern und den Beruf attraktiver machen.

Das Bundeskabinett hatte am 15. Mai 2019 den Gesetzentwurf zur Reform der Hebammenausbildung beschlossen. Am 26. September hat der Bundestag das Gesetz verabschiedet.

Wer bereits Hebamme ist und die "Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung Hebamme" besitzt, wird diese Erlaubnis behalten – egal wo und wie die Ausbildung erfolgte. Auch wer derzeit an einer Hebammenschule lernt oder zukünftig seine Ausbildung noch dort beginnt, darf sich sicher sein: Wer die Ausbildung erfolgreich abschließt, ist und bleibt Hebamme.