Bundeswehreinsatz im Irak wird fortgesetzt

Fragen und Antworten zum Auslandseinsatz Bundeswehreinsatz im Irak wird fortgesetzt

Die Bundeswehr wird ihren Einsatz gegen den Islamischen Staat (IS) und mit einer Fokussierung auf die Stabilisierung des Iraks fortsetzen. Bis zu 500 Soldatinnen und Soldaten können bis zum 31. Oktober 2022 eingesetzt werden. Das hat das Kabinett beschlossen. Der Deutsche Bundestag muss dem Beschluss noch zustimmen.

Die Grafik zeigt auf blauem Grund die Überschrift "Stabilisierung für den Irak", eine Karte des Irak und die Punkte: max. 500 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr. Ihr Auftrag: Beratung, Lufttransport, Luftraumüberwachung

Deutschland setzt sich für eine stabile Sicherheitslage im Irak ein.

Foto: Bundesregierung

Was wurde beschlossen und warum wird der Einsatz fortgeführt?

Das Kabinett hat die Fortsetzung des Einsatzes bewaffneter deutscher Streitkräfte „Stabilisierung sichern, Wiedererstarken des IS verhindern, Versöhnung in Irak fördern“ beschlossen. Deutschland stärkt den irakischen Sicherheitssektor als Teil der Nato Mission im Irak NMI (Nato Mission Iraq). Zusätzlich wird der Irak im Kampf gegen den IS im Rahmen der internationalen Anti-IS-Koalition OIR (Operation Inherent Resolve) unterstützt.

Es konnten trotz pandemischer Einschränkungen Fortschritte erzielt werden. Dennoch sind weitere Handlungen zur Stabilisierung Iraks und im regionalen Kampf gegen den IS notwendig. Die territoriale Herrschaft des IS ist weitestgehend beendet. Dennoch geht weiterhin eine Gefahr vom IS aus. Der IS möchte aus dem Untergrund die Kontrolle zurückerlangen.

Um dies nachhaltig zu verhindern und die Souveränität Iraks zu fördern, ist die Fortführung des Einsatzes notwendig. Der Einsatz wird fortgeführt mit der Fokussierung auf den Fähigkeitsaufbau irakischer Sicherheitskräfte und mit der ausdrücklichen Unterstützungsbitte Iraks.

Welchen Beitrag leistet die Bundeswehr?

Die Bundeswehr erfüllt folgende Aufgabenbereiche:

  • Luftbetankung
  • Lufttransport
  • Bodengebundene Luftraumüberwachung und Stabspersonal
  • Beteiligung an AWACS-Luftraumüberwachungsflügen der Nato
  • Fähigkeitsaufbau (Beratung) der irakischen Streit- und Sicherheitskräfte

Warum wird der deutsche Fokus auf die Mission zur Beratung, Unterstützung und Befähigung (Fähigkeitsaufbau) gesetzt? 

Durch den Fähigkeitsaufbau kann langfristig eine stabile Sicherheitslage im Irak ermöglicht werden. Der Fähigkeitsaufbau erfolgt in Form von Beratung, Unterstützung und Befähigung. So kann nachhaltig die Souveränität von irakischen Sicherheitskräften unterstützt werden. Dies hilft im eigenständigen und nachhaltigen Kampf gegen den IS.

Wie engagiert sich Deutschland neben dem militärischen Beitrag noch?

Deutschland engagiert sich neben der militärischen Unterstützung auch gesellschaftlich in Irak. Seit 2013 hat die Bundesregierung fast drei Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Um die Infrastruktur zu stärken investiert Deutschland in Wasser, Elektrizität, Bildung und Gesundheit. Außerdem engagiert Deutschland sich für die Kampfmittelräumung, den wirtschaftlichen Wiederaufbau und den Aufbau einer inklusiven Lokalpolizei. 

Die Lebensbedingungen im Irak sollen verbessert werden, um langfristige Zukunftsperspektiven zu ermöglichen. Somit können Ursachen für Flucht und Vertreibung in der Region und nach Europa reduziert werden.

Auf welcher rechtlichen Grundlage findet der Einsatz statt?

Der deutsche Einsatz im Irak erfolgt auf Grundlage der Zustimmung der irakischen Regierung. Zusätzlich beruht die Bekämpfung des IS auf dem Recht der kollektiven Selbstverteidigung des Iraks. Die Grundlage sind der Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen sowie die Resolutionen des Sicherheitsrates der UN. Diese halten unter anderem fest, dass vom IS eine Bedrohung für den Weltfrieden ausgeht.

Der Einsatz deutscher Soldatinnen und Soldaten erfolgt nach den Regeln eines Systems gegenseitiger Sicherheit Artikel 24 Absatz 2 des Grundgesetzes. Der Einsatz wird wiederholt evaluiert. 

Mehr Informationen zum Einsatz finden Sie auf den Seiten der Bundeswehr.