offizieller besuch des bundeskanzlers in indien, singapur, indonesien, japan und korea vom 18. februar bis 3. maerz 1993

  • Bulletin 20-93
  • 10. März 1993

bundeskanzler dr. helmut kohl stattete der republik
indien vom 18. bis 22. februar 1993, der republik
singapur vom 22. bis 24. februar 1993, der republik
indonesien vom 24. bis 26. februar 1993, japan vom
26. februar bis 1.maerz 1993 und der republik korea
vom 1. bis 3. maerz 1993 einen offiziellen besuch
ab.

besuch in der republik korea

empfang in seoul

bundeskanzler dr. helmut kohl hielt anlaesslich des
abendessens auf einladung des koreanischen staatspraesidenten
kim young-sam am 2. maerz 1993 in seoul folgende
ansprache:

herr praesident,
meine damen und herren,

ich moechte ihnen, auch im namen meiner delegation,
fuer ihre freundlichen begruessungsworte und fuer die
aufmerksame gastfreundschaft meinen herzlichen dank
aussprechen.
ich freue mich, dass mein besuch so kurze zeit nach
ihrem amtsantritt stattfindet. ihre wahl hat bestaetigt,
dass die demokratie in korea feste wurzeln geschlagen
hat. koreaner und deutsche wissen, herr praesident,
um ihren persoenlichen beitrag hierzu.
das koreanische volk hat ihnen ein ueberzeugendes
mandat erteilt, recht und demokratie zu festigen
und ihr land in seiner politischen, wirtschaftlichen
und sozialen entwicklung voranzubringen.
herr praesident, koreaner und deutsche verbindet
das gleiche nachkriegsschicksal: die teilung unseres
volkes und vaterlandes.
wir deutsche haben in der geschichtlichen zeitenwende
der jahre 1989/1990 mit zustimmung aller unserer
nachbarn und partner unsere einheit in frieden und
freiheit erreichen koennen.
wir wissen, mit welcher anteilnahme und sympathie
das koreanische volk den prozess der deutschen einigung
miterlebt und unterstuetzt hat. dafuer moechte ich
ihnen auch im namen meiner mitbuerger dank sagen.
gerade wegen dieser gluecklichen wende sind wir deutsche
ueberzeugt, dass die widernatuerliche teilung koreas
nicht das letzte wort der geschichte ist. wir hoffen
zuversichtlich, dass auch ihr land, herr praesident,
schon bald seine wiedervereinigung in frieden und
freiheit wird erleben koennen.
wir deutsche wollen unsere koreanischen freunde
auf diesem wege nach besten kraeften unterstuetzen.
wir bieten ihnen unsere hilfe und unsere erfahrungen
an.
wir koennen bezeugen, dass es sich - trotz aller unueberwindlich
erscheinenden hindernisse - lohnt, wenn beide seiten
geduldig aufeinander zugehen, und miteinander reden.
wir begruessen deshalb nachdruecklich den dialog, den
die beiden koreanischen staaten seit dem september
1990 fuehren.
die verstaendigungsbemuehungen ihres landes, die politik
der kleinen schritte kann - ja, wird vermutlich
- von rueckschlaegen begleitet sein - dies sollte
sie aber nicht entmutigen.
wir wissen zugleich, welch entscheidende rolle in
den zeiten der trennung die menschlichen begegnungen
ueber die grenzen hinweg gespielt haben. damit kann
nicht zuletzt unter ihren jungen landsleuten das
bewusstsein gefoerdert werden, einer nation anzugehoeren.
ihr land, herr praesident, hat in den letzten jahren
auf dem weg der regionalen entspannung und vertrauensbildung
bedeutende fortschritte erzielt.
mit der aufnahme der beiden koreanischen staaten
in die vereinten nationen wurde ein vielversprechender
und guter anfang gemacht.
die normalisierung ihres verhaeltnisses zu japan
und in letzter zeit zu russland und zu der volksrepublik
china waren weitere wegweisende erfolge der auf
ausgleich zielenden politik ihres landes. ich moechte
sie ausdruecklich ermutigen, die politik der verstaendigung
mit ihren nachbarn gezielt fortzusetzen.
herr praesident, unsere laender und voelker verbindet
nicht nur das schicksal der teilung, sondern auch
- und das ist wichtiger - eine weit ueber 100jaehrige
geschichte und traditionell herzliche zwischenmenschliche
beziehungen.
schon im 17. jahrhundert gab es erste kontakte zwischen
deutschen und koreanern. wissenschaftler, angehoerige
der religionsgemeinschaften, berater und kaufleute
knuepften die ersten bande.
sie oeffneten uns deutschen den blick fuer die viertausendjaehrige
geschichte koreas und machten uns mit den bedeutenden
kulturellen leistungen ihres landes bekannt. sie
begruendeten zugleich in korea das grosse interesse
an der deutschen kultur und sprache.
ich freue mich darueber, dass dieses interesse heute
noch zunimmt. mehr als eine halbe million schueler
lernen deutsch. seit vielen jahren gehoert das goethe-institut
in seoul zu den wichtigsten foren der deutsch-koreanischen
begegnung.
viele koreaner leben heute in deutschland, sie sind
aufgrund ihres fleisses und ihrer hohen motivation
in deutschland besonders willkommene gaeste.
zugleich leisten ihre landsleute bei uns einen wichtigen
beitrag zur kultur und wirtschaft unseres landes.
besonders ihre taetigkeit im bereich der krankenpflege
wird von uns hochgeschaetzt. sie sind, ebenso wie
die deutschen
in korea, stuetzen der freundschaft zwischen unseren
voelkern.
ein schwerpunkt unserer beziehungen liegt auf wirtschaftlichem
gebiet. korea und deutschland sind beide export-nationen.
der wohlstand unserer voelker haengt ganz entscheidend
von der erhaltung eines freien welthandels ab. deshalb
wollen wir gemeinsam einen baldigen
erfolgreichen abschluss der uruguay-runde, vor allem
auch um die erholung der weltkonjunktur und ihre kuenftigen
wachstumschancen nachhaltig zu foerdern.
korea ist einer unserer bedeutendsten wirtschaftspartner
in der ost- und suedostasiatischen region. unter
den europaeischen staaten nimmt deutschland als investor
die erste stelle in ihrem land ein. in der gesamtskala
der auslaendischen investoren stehen wir auf dem
4. platz. in dem gespraech mit ihnen, herr praesident,
sprachen sie davon, dass wir auch auf den zweiten
platz vorruecken koennten. ich habe nichts dagegen.
die "technogerma" seoul 1991, die groesste jemals
von der deutschen wirtschaft veranstaltete auslandsmesse,
hat bewiesen, dass "made in germany", vor allem auch
im bereich zukunftstechnologie, fuer qualitaet und
leistung steht.
ich bin ueberzeugt, dass insbesondere auf diesem gebiet
noch ein betraechtliches potential vorhanden ist,
das wir zielstrebig ausbauen sollten. heute, in
diesen jahren vor der jahrhundertwende, werden die
partnerschaften fuer das naechste jahrtausend geschmiedet!
die deutsche einheit bringt auch fuer koreas wirtschaft
zusaetzliche chancen. ich moechte insbesondere die
koreanischen unternehmer einladen, sich verstaerkt
im oestlichen teil unseres landes zu engagieren.
unsere neuen bundeslaender sind attraktive produktionsstandorte.
hinzu kommen zahlreiche foerderungsmassnahmen, von
denen auch auslaendische investoren gebrauch machen
koennen.
herr praesident, korea ist die letzte station einer
langen reise, die mir vielfaeltige eindruecke und
einsichten vermittelt hat.
eines ist fuer jeden deutlich spuerbar: ostasien ist
eine region im aufbruch. die dynamik und die zuversicht,
die ich heute auch in ihrem lande wieder gespuert
habe, ist auch fuer uns deutsche ermutigend.

ich bitte sie nun, meine damen und herren, mit mir
das glas zu erheben auf das wohl von praesident kim
young-sam und seiner gattin, die baldige wiederherstellung
der einheit ihres vaterlandes und die freundschaft
zwischen unseren beiden voelkern.

ansprache vor der koreanischen
nationalversammlung

bundeskanzler dr. helmut kohl hielt in einer sondersitzung
der koreanischen nationalversammlung am 3.maerz 1993
in seoul folgende rede:

herr praesident, meine damen und herren,
es ist fuer mich eine grosse ehre, vor ihnen, den
demokratisch gewaehlten vertretern des koreanischen volkes,
sprechen zu duerfen. dafuer danke ich ihnen. ich ueberbringe
ihnen die herzlichen gruesse aller meiner landsleute.
meine damen und herren, koreas entwicklung in unserer
zeit ist ein eindrucksvolles beispiel dafuer, dass
die wirtschaft am besten auf dem boden von freiheitlicher
demokratie gedeiht.
wir deutsche haben den uebergang koreas zur
demokratischen ordnung mit besonderer anteilnahme verfolgt,
weil wir uns dem koreanischen volk seit langem in
grosser sympathie verbunden fuehlen.
i.
in dieser sympathie kam auch zum ausdruck, was das
schicksal unserer beiden voelker in besonderer weise
bestimmt und gepraegt hat: die gewaltsame und unnatuerliche
teilung unserer laender.
als deutschland nach ueber vierzig bitteren jahren
der teilung am 3. oktober 1990 wieder vereint wurde,
ist fuer uns deutsche ein traum wirklichkeit geworden.
fuer mich persoenlich war dies einer der gluecklichsten
augenblicke meines lebens.
es hat uns aber auch tief bewegt, dass die vereinigung
unseres vaterlandes von kaum einem anderen volk
mit so grosser anteilnahme verfolgt wurde wie vom
koreanischen. um so mehr koennen wir deutsche ihre
gefuehle darueber nachempfinden, dass sich die hoffnung
ihres volkes auf die wiedervereinigung noch immer
nicht erfuellt hat.
ich habe gestern die innerkoreanische grenze bei
panmunjom besucht und mit eigenen augen dieses letzte
stueck des eisernen vorhangs gesehen. das hat mich
schmerzlich daran erinnert, wie viele auslaendische
besucher ich vor dem november 1989 zur berliner
mauer begleitet habe.
ich bin sicher, der tag wird kommen, herr praesident,
meine damen und herren, an dem ihre freunde aus
dem ausland nicht mehr in panmunjom umkehren muessen.
vor allem wird das der tag sein, an dem die gegen
ihren willen getrennten familien, freunde und landsleute
endlich wieder zusammenfinden werden.
ich wuensche dem koreanischen volk von herzen, dass
dieser tag nicht mehr fern ist. ich bin sicher:
was in deutschland und in europa moeglich war, das
wird auch in korea moeglich sein.
der zusammenbruch des kommunistischen machtblocks
in europa hat doch gezeigt, dass keine diktatur auf
dauer der ausstrahlungs- und anziehungskraft der
freiheit widerstehen kann.
wir haben in den langen jahren der teilung den gedanken
der nationalen einheit nie aufgegeben. so haben
wir keinen moment gezoegert und die erste chance
genutzt, um die wiedervereinigung zu verwirklichen.
ich bin sicher, dass die grosse mehrheit der menschen
in korea die einheit ihres landes wuenschen. auch
sie werden die chance nutzen, wenn dieses ziel in
greifbare naehe rueckt. und ich bin sicher, dass die
menschen in nord-korea sich danach sehnen, dass sich
die einheit des landes in der gemeinsamen freiheit
aller koreaner vollendet. es lohnt sich, wenn beide
seiten geduldig aufeinander zugehen und miteinander
reden.
wir wissen zugleich, welch entscheidende rolle in
den zeiten der trennung die menschlichen begegnungen
ueber die grenzen hinweg gespielt haben. damit kann
nicht zuletzt unter ihren jungen landsleuten das
bewusstsein dafuer gefoerdert werden, einer nation
anzugehoeren.
die vollendung der einheit ist eine aufgabe - und
wir wissen dies -, die grosse anstrengungen erfordert.
doch diese anstrengungen lohnen sich und werden
allen zugute kommen.
ich sage das in vollem bewusstsein der schwierigen
wegstrecke, die wir seit 1990 in deutschland zurueckgelegt
haben. denn die hinterlassenschaft der kommunistischen
diktatur ist verheerend in jeder hinsicht, geistig,
wirtschaftlich und oekologisch.
vor allem auf wirtschaftlichem gebiet ist es eine
aufgabe von historischer dimension, in dem von sozialistischer
zwangswirtschaft zugrunde gerichteten teil deutschlands
die soziale marktwirtschaft aufzubauen.
trotz enormen transfers vor allem finanzieller ressourcen
in den osten deutschlands und ermutigender fortschritte
braucht der prozess des zusammenwachsens zeit.
dann wird der oestliche teil deutschlands - wir sagen:
die neuen bundeslaender - zu den modernsten industriestandorten
europas gehoeren und ist damit attraktiv fuer auslaendische
investitionen, gerade auch aus korea. laenger jedoch
wird es dauern - und das gehoert zur wahrheit des
bildes -, bis die psychologischen folgen der teilung
unseres volkes ueberwunden sind. die deutschen in
ost und west haben ueber vier jahrzehnte hinweg unter
voellig unterschiedlichen bedingungen gelebt und
sind von sehr verschiedenartigen erfahrungen gepraegt
worden.
gleichzeitig hat die diktatur mit ihrem unmenschlichen
unterdrueckung- und propaganda-apparat gerade auch
in den herzen der menschen tiefe wunden geschlagen.
gemeinsam brauchen wir alle sehr viel geduld miteinander,
sehr viel offenheit und toleranz bei der schwierigen
aufgabe des zusammenwachsens.

was wir beim aufbau ostdeutschlands leisten und
wie wir die einheit unseres volkes auch in den herzen
der menschen vollenden, wird auch ein hoffnungssignal
fuer das koreanische volk sein.

ii.
herr praesident, meine damen und herren, die freundschaftlichen
beziehungen zwischen korea und deutschland reichen
bis weit in die vergangenheit. ein besonderes kulturelles
und auch menschliches interesse hat das verhaeltnis
unserer beiden voelker zueinander gepraegt und so
zu traditionell vielfaeltigen kontakten gefuehrt.
das grosse interesse am goethe-institut in seoul
und an den vielen koreanischen kulturausstellungen
und konzerten in deutschland zeigt, wie lebendig
der gegenseitige austausch auf kulturellem gebiet
ist.
ein fuer uns menschlich wichtiges band sind die vielen
koreanischen mitbuerger in deutschland. seit jahrzehnten
leben sie bei uns und leisten damit einen wichtigen
beitrag fuer unser land. vor allem - und dies will
ich betonen -: wir leben mit ihnen in guter nachbarschaft
und freundschaft zusammen.
ermutigend ist auch, dass das gegenseitige interesse
am erlernen der sprache des jeweils anderen landes
weiter gewachsen ist.
wie lebendig der austausch vor allem im wissenschaftlichen
bereich ist, belegen die inzwischen vierzehn deutsch-koreanischen
hochschulpartnerschaften und die ueber 4000 koreanischen
studenten und praktikanten in deutschland. ich
hoffe sehr, dass wir diese zahl und vor allem die
zahl der praktikanten noch erhoehen koennen. sie verkoerpern
zugleich die hohe bedeutung, die unsere beiden voelker
der bildung und ausbildung und der wissenschaft beimessen.
korea ist ebensowenig wie deutschland ein rohstoffreiches
land. unser reichtum und unsere chance sind vielmehr
das koennen, der wissensdurst und der zielgerichtete
fleiss, der erfindungsreichtum unserer menschen.
korea steht beispielhaft fuer die bedeutung dieser
faktoren fuer die wirtschaftliche entwicklung eines
landes. die wirtschaftliche staerke koreas ist zuallererst
das ergebnis harter arbeit, unternehmerischen wagemuts
und wissenschaftlich-technischen koennens. darauf
koennen sie mit recht stolz sein.

iii.
meine damen und herren, heute zaehlt die republik
korea zur gruppe der politisch und wirtschaftlich
bedeutendsten laender asiens.
die welt hat den schnellen aufstieg koreas vom entwicklungs-
zum industrieland mit bewunderung verfolgt. vor
allem fuer uns deutsche ist korea ein bevorzugter
wirtschaftspartner in dieser region. die deutschen
unternehmen haben erkannt, welche grossen vorteile der
wirtschaftsstandort korea bietet.
die ausstellung "technogerma - seoul" brachte 1991
einen erneuten schub fuer die deutsch-koreanische
zusammenarbeit in der hochtechnologie. auch bei
"expo'93 taejon" wird sich deutschlands beitrag
auf die schwerpunkte hochtechnologie und moderne
umwelttechnik konzentrieren. dies wird der deutsch-koreanischen
zusammenarbeit erneut wertvolle impulse geben.
ich bin davon ueberzeugt, dass handel und gegenseitige
investitionen noch grosse ungenutzte moeglichkeiten
zu verstaerkter kooperation bereithalten. das macht
den freien welthandel gerade aus koreanischer und
deutscher sicht zu einem schluesselthema.
natuerlich setzt dies offene maerkte und fairen wettbewerb
voraus - im interesse und zum vorteil aller beteiligten.
mit protektionismus wuerden wir uns letztlich nur selbst
schaden.
deutschland wird sich weiter dafuer einsetzen, dass
die europaeische gemeinschaft, die politische und
wirtschafts- und waehrungsunion, die in diesem jahrzehnt
entsteht, ein offener markt sein wird. europa wird keine
"festung europa" sein.
dieser europaeische markt wird wie ostasien und nordamerika
eines der zentren der weltwirtschaft sein, von dem
wesentliche wachstumsimpulse fuer die gesamte weltwirtschaft
ausgehen werden. der europaeische binnenmarkt und
seine fortentwicklung bietet auch fuer korea langfristige
investitions- und wachstumschancen.
meine damen und herren! deutsche und europaeische
einigung gehoeren fuer uns zusammen. die europaeische
einigung ist fuer deutschland politisch wie wirtschaftlich
eine schicksalsfrage.
unser ziel bleibt die europaeische union. sehnlichster
wunsch aller europaeer ist es, dass die schrecklichen
bruderkriege frueherer zeiten endgueltig der vergangenheit
angehoeren. die europaeische gemeinschaft hat machtpolitische
rivalitaeten und nationalen egoismus innerhalb westeuropas
weitgehend ueberwinden helfen.
den neuen politischen herausforderungen nach dem
ende des kalten krieges koennen wir nur gerecht werden,
wenn europa, dieser alte kontinent des abendlandes,
zukuenftig mit einer stimme spricht und seine kraefte
aussenpolitisch buendelt. dem dient insbesondere der vertrag
von maastricht, der fuer die eg nicht nur eine wirtschafts-
und waehrungsunion, sondern auch und vor allem eine
politische union vorsieht.
gleichzeitig ist die gemeinschaft offen fuer neue
mitglieder. ich bin sicher, dass vermutlich 1995
mit oesterreich,
schweden, finnland und demnaechst auch norwegen weitere
laender beitreten.
ausserdem wollen wir laender wie ungarn, polen und
die tschechische und die slowakische republik an
die gemeinschaft heranfuehren. ein erster wichtiger
schritt sind assoziierungsabkommen, wobei wir auch
mit russland entsprechende besondere abmachungen
treffen wollen.
unser ziel ist klar: wir wollen, dass europa politisch
und wirtschaftlich zusammenwaechst. der markt, der
auf diese weise entsteht, bietet zusammen mit den
sich entwickelnden maerkten in suedost- und osteuropa
auch fuer koreanische investitionen erhebliche langfristige
chancen.
ich moechte sie ermutigen, die investitionschancen
in dieser region schon jetzt wahrzunehmen und damit
zugleich einen beitrag zur unterstuetzung von marktwirtschaft
und demokratie in diesen laendern zu leisten.

iv.
herr praesident, meine damen und herren, die ungeheuren
veraenderungen nach dem ende des ost-west-konflikts
stellen uns alle vor herausforderungen, fuer deren
bewaeltigung es keine vorbilder in der geschichte
gibt.
der tiefgreifende wandel bedeutet aber gleichzeitig
auch eine grossartige historische chance. ich sehe
bei allen problemen, die wir jetzt haben, diese
chance. es gibt keinen grund zum pessimismus. es
gibt viel grund zum optimismus am ende dieses jahrhunderts.
deutsche und koreaner koennen gemeinsam mit ihren
freunden und partnern dem weltfrieden dienen. deutschland
will jetzt als in freiheit wiedervereintes land
seinen beitrag zum frieden in der welt leisten.
dies wuensche ich von herzen auch ihrem, dem grossen
koreanischen volk.


Beitrag teilen