Offizieller Besuch des Bundeskanzlers im Königreich der Niederlande am 22. und 23. Mai 1995 - Rede an der Erasmus-Universität

  • Bulletin 44-95
  • 31. Mai 1995

Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl stattete dem Königreich der
Niederlande am 22. und 23. Mai 1995 einen offiziellen Besuch
ab.

Rede an der Erasmus-Universität

Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl hielt an der Erasmus-
Universität Rotterdam am 22. Mai 1995 folgende Rede:

I.
Herr Ministerpräsident,
Herr Bürgermeister,
Herr Universitätspräsident,
Magnifizenz,
meine Damen und Herren Professoren,
Exzellenzen, und vor allem, liebe Studentinnen und Studenten,

für Ihre freundlichen Worte des Willkommens,
Herr Bürgermeister, danke ich Ihnen. Ich überbringe Ihnen
herzliche Grüße von Ihren deutschen Nachbarn. Wir sind enge
Partner in Europa. Ich habe mich auf meinen Besuch in diesem
stolzen Land gefreut, das vor 400 Jahren in einem langen
Freiheitskampf zur Nation geworden ist. Der Name Rotterdam
steht für Weltoffenheit. Mit ihm verbindet sich der Gedanke an
freien internationalen Handel. Der hiesige Hafen ist auch für
Deutschland ein Tor zur Welt. Wer könnte hier aber nicht auch
an Hugo Grotius denken, der in dieser Stadt einmal
Ratspensionär gewesen ist? Erasmus, der Namensgeber Ihrer
Universität, wurde zum Inbegriff für Kampf gegen Intoleranz,
Krieg und Gewalt, für Anerkennung der freien
Selbstbestimmung des Menschen. Die Niederlande haben
Erasmus ganz Europa geschenkt. Er war in vielen Ländern zu
Hause. Sein bahnbrechendes Gedankenwerk prägte das
gemeinsame geistige Erbe Europas mit. Wir begreifen dieses
Erbe heute als Fundament für die politische Einigung unseres
Kontinents.
II.
Meine Damen und Herren, das Jahr 1995 ist für uns alle in
besonderem Maße ein Jahr des Gedenkens und der Besinnung.
Wie sehr die Erinnerung an die Zeit vor 50 Jahren uns heute
noch zu Herzen geht, ist uns gerade in den vergangenen
Wochen wieder besonders stark bewußt geworden. Ich bin mit
Bewegung und Dankbarkeit zu Ihnen gekommen. Ihre Stadt
Rotterdam wurde im Mai 1940, also vor fast genau 55 Jahren,
das Opfer barbarischer Zerstörung durch deutsche
Bombenflugzeuge. Ich komme soeben vom "Stad Zonder
Hart"-Denkmal. Dort habe ich die Opfer des deutschen
Luftangriffs geehrt. Unschuldige Männer, Frauen und Kinder
kamen ums Leben. Das Herz der Stadt wurde vernichtet.
Dieser Angriff war verbrecherisch, die Besetzung der
Niederlande war es, der gesamte von Hitler entfesselte Krieg
war es. Ich möchte an dieser Stelle einen Brief sprechen
lassen, der mich vor wenigen Tagen erreichte. Er stammt von
einem deutschen Geschwisterpaar, das 1940 als Kinder in
Rotterdam lebte. An diesem furchtbaren Tag verlor es seinen
Vater. Die Geschwister schrieben mir:
Der Angriff auf die Niederlande und die Zerstörung der Stadt
sind uns bis heute sehr nahe geblieben. Der Angriff war ein
trauriges Ereignis, das Menschenleben und eine friedliche Welt
zerstört hat. Wir sind in Rotterdam geboren, aufgewachsen
und zur Schule gegangen. Wegen der politischen Entwicklung
hat unser Vater uns von der deutschen Schule auf eine
niederländische Schule gehen lassen. Uns ist immer noch das
Bild vor Augen, wie wir nach tagelangem, ergebnislosen
Suchen in der brennenden Stadt uns am Friedhof einreihten,
um Gewißheit über das Schicksal unseres Vaters zu bekommen
und unserer Mutter zu überbringen. Der Brief endet so: Herr
Bundeskanzler, bitte finden Sie in Ihrer Ansprache ein Wort,
daß es auch Deutsche gab, die Scham empfanden und sich
solidarisch fühlten mit den Menschen in der zerstörten Stadt
und einem besetzten Land. Ich verstehe nicht nur diese Bitte,
sondern es ist auch meine Bitte. Ich verstehe sehr gut, daß die
Erinnerung an die Zeit vor 50 Jahren, an die deutsche
Besetzung Ihres Landes, schmerzlich ist. Ich denke besonders
an die Verfolgung und Ermordung der jüdischen Bürger in den
Niederlanden. Noch heute wird das Tagebuch von Anne Frank
von Millionen Menschen in aller Welt mit Erschütterung gelesen
- auch bei uns in Deutschland. Wir wollen dieses Leiden und
Sterben, den Schmerz und die Tränen nicht vergessen. Das
schulden wir den Opfern. Nur so kann die Erfahrung der
damals allgegenwärtigen Unmenschlichkeit einen Sinn ergeben
und uns Mahnung sein. Die Erinnerung an die
nationalsozialistische Gewaltherrschaft muß weitergegeben
werden, um uns gegen die Wiederholung des Bösen stark zu
machen. Was geschehen ist, kann niemals ungeschehen
gemacht werden. Aber an die nachwachsenden Generationen -
also an Sie, liebe Studentinnen und Studenten und an Ihre
Kinder - können und müssen wir die alles entscheidende Lehre
aus der Barbarei des Jahrhunderts weitergeben: Friede
beginnt mit der Achtung der unbedingten und absoluten
Würde des einzelnen Menschen. Dies sage ich mit Nachdruck
in der Stadt des Erasmus, dem geistigen Vater des
Humanismus. Wir dürfen jedoch nicht Gefangene der
Vergangenheit bleiben - sonst hätte die Vergangenheit ja
letztlich gesiegt! Es gibt ja nicht nur die Versuchung,
Gewesenes zu verdrängen. Genauso schlimm ist es, vor dem
Leid der Zeitgenossen die Augen zu verschließen. Mit Recht hat
Ihr Ministerpräsident gesagt: Zurückblicken ist kein isolierter
Wert, darf auch keine ausschließlich nationale Angelegenheit
sein. Unsere Hoffnungen auf einen dauerhaften Frieden überall
in Europa haben sich noch nicht erfüllt. Im ehemaligen
Jugoslawien und auch im Kaukasus herrscht blutiger Krieg.
Vor bald fünf Jahren haben wir die Charta von Paris vereinbart.
Es bedrückt mich, daß wir Europäer nicht in der Lage sind, ihre
Prinzipien überall auf unserem Kontinent durchzusetzen. Nach
wie vor gibt es Völker- und Religionshaß, nach wie vor gibt es
Verfolgung ethnischer und religiöser Minderheiten. Wir dürfen
uns damit nicht abfinden, und wir dürfen auf keinen Fall in
unseren Anstrengungen nachlassen, Frieden und Freiheit - und
beides gehört unlösbar zusammen - überall in Europa zu
erreichen.
III.
In Westeuropa leben wir seit 50 Jahren in Frieden. Für mein
Land ist dies die längste Friedensperiode seiner jüngeren
Geschichte. Der Wunsch Konrad Adenauers, Frieden und
Freundschaft mit allen unseren Nachbarn zu erreichen, ging in
Erfüllung. Die Visionäre von einst haben sich als die großen
Realisten unserer Zeit erwiesen! Die Gedenkfeiern in diesem
Monat Mai machen deutlich, daß die allermeisten Menschen die
notwendigen Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen bereit
sind. In diesem Bewußtsein richten wir unser Denken und Tun
auf die Zukunft eines geeinten und friedlichen Europas.
Dennoch können wir nie genug dafür tun, uns gegen Rückfälle
in die Vergangenheit zu wappnen. Die Gespenster von
Chauvinismus und Fundamentalismus sind eben nicht nur auf
dem Balkan oder auf der anderen Seite des Mittelmeeres zu
Hause. Um den Frieden zu erhalten, müssen wir den Weg zu
einem geeinten Europa unumkehrbar machen. Wir brauchen
Europa als wetterfestes Haus mit einem stabilen Dach, in dem
alle europäischen Völker je nach ihren Bedürfnissen ihre
Wohnung finden, und mit einem dauerhaften Wohnrecht für
unsere amerikanischen und kanadischen Freunde. Deswegen
wollen wir die politische Einigung Europas, und deswegen
kann eine Art gehobene Freihandelszone, wie sie wohl
manchem für Europa vorschwebt, nicht unser Ziel sein. Zwar
heißt es immer wieder, daß die Einigung Europas nicht
vorankomme, ja, daß die Menschen skeptisch und müde seien.
Dabei wird jedoch verkannt, welch gewaltige Wegstrecke wir
seit jenen Tagen vor 50 Jahren zurückgelegt haben! Wir sollten
uns auf unserem Weg nicht von Kleinmut und Bedenken
lähmen lassen. Ich glaube an Europa. Die Nationen haben darin
ihren festen Platz. Keine soll und wird ihre Tradition und
Eigenart, ihre Identität aufgeben. Dies gilt auch für uns
Deutsche, so wie Thomas Mann es schon 1930 formuliert hat:
Wir wollen deutsche Europäer und europäische Deutsche sein.
Und das, was ich hier sage, gilt selbstverständlich auch für die
Niederlande, eine der bedeutenden Nationen Europas, das
Modell eines bürgerlichen und liberalen Rechtsstaats. Ihr Land
besitzt eine großartige Tradition. Als ein Hafen der Freiheit sind
sie in der Geschichte oft von denen angesehen worden, die
Zuflucht vor Tyrannei und Unterdrückung suchten. Wer sich zu
emigrieren gezwungen sieht, so stellte Joseph Roth einmal
fest, sträubt sich fürs erste, einen großen Sprung zu machen.
Er reist lieber in ein Nachbarland als in einen anderen
Kontinent. Deshalb - und auch wegen der
Sprachverwandtschaft - waren es gerade die Niederlande, die
deutschen Emigranten über den ersten Trennungsschmerz
hinweggeholfen haben. Etwa 18000 deutsche Emigranten sind
diesen Weg gegangen und haben die Niederlande zu ihrer
Exilstätte gemacht. Als es nach dem Krieg darum ging, die
Trümmer beiseite zu räumen und unseren Kontinent zu einen,
fanden sich in den Niederlanden schon frühzeitig bedeutende
Wegbereiter. Für mein Land wurde der erste große Kongreß
der Europäischen Bewegung in Den Haag 1948 ein wichtiges
Datum auf dem Weg zu seinem heutigen Platz in der
europäischen Völkerfamilie: Damals konnten bereits Gäste aus
Deutschland teilnehmen. Ich nenne besonders Konrad
Adenauer und Walter Hallstein. Winston Churchill hieß sie als
Vorsitzender mit dem Begrüßungswunsch willkommen, "den
alten guten Ruf des deutschen Volkes wiederherzustellen".
Daß sie damals eingeladen wurden - nur drei Jahre nach dem
Ende des Zweiten Weltkriegs -, war keineswegs
selbstverständlich. Für Konrad Adenauer war es damals der
erste Schritt auf die Bühne der europäischen Politik. Auch die
Zukunft unseres Kontinents wird im allgemeinen
Sprachgebrauch mit dem Namen einer holländischen Stadt
verbunden - mit Maastricht.
IV.
Im kommenden Jahr wird auf der Regierungskonferenz der
Europäischen Union darüber zu befinden sein, wie es in und
mit Europa weitergeht. Und im deutschen Sprachgebrauch -
ich darf das hier einmal sagen - hat sich in der Diskussion
eingebürgert, daß wir sagen: Es geht um Maastricht 2.
Historische Chancen pflegen oft - wenn überhaupt - erst nach
langer Zeit wiederzukehren. Alle müssen wissen, was auf dem
Spiel steht. Wir haben die Wahl, Europa jetzt zu einigen oder
abzuwarten. Ich glaube nicht, daß die Chance zur
europäischen Einigung in absehbarer Zeit wiederkommt, wenn
wir sie jetzt verspielen. Es ist eine geschichtliche Stunde - wir
müssen jetzt handeln! Wir müssen uns bewußt werden, daß
wir heute - fünf Jahre vor der Jahrtausendwende - vor
Herausforderungen und Gestaltungsaufgaben stehen, die das
künftige Gesicht Europas entscheidend prägen werden. Ich
nenne deshalb als besonders wichtige Themen für die
kommenden Jahre: - die Vollendung der Wirtschafts- und
Währungsunion gemäß den Vorgaben des Maastrichter
Vertrages; - die künftige Finanz-, Agrar- und Strukturpolitik der
Europäischen Union; - die weitere Heranführung der mittel-
und osteuropäischen Reformländer an die Europäische Union.
- Wir wollen enge partnerschaftliche Beziehungen zu unseren
Nachbarregionen im Osten und im Süden aufbauen. Von deren
wirtschaftlicher und politischer Stabilität hängt auch unsere
Zukunft ab. - Wir wollen ein gesamteuropäisches
Sicherheitssystem weiter ausgestalten, indem wir eine
Erweiterung der NATO nach Osten vorbereiten und zugleich
eine besondere Partnerschaft mit Rußland und der Ukraine
erarbeiten. - Nicht zuletzt wollen wir das transatlantische
Verhältnis, das heißt vor allem die Beziehungen zu den
Vereinigten Staaten von Amerika und Kanada, langfristig
absichern und vertiefen. Der Erfolg dieser Konferenz hängt mit
davon ab, daß wir uns stets vergegenwärtigen und darüber
verständigen, was die gemeinsame europäische Erinnerung ausmacht.
Im Vertrag von Maastricht ist vom "europäischen Bewußtsein" die Rede,
von der "Identität" Europas und der Europäischen Union. Bei
der großen Europadebatte, die gegenwärtig stattfindet, geht es
letztlich um diese zentralen Begriffe. Je mehr geistige Offenheit
diese Debatte prägt, desto reicher wird deren Ertrag sein.
Europäische Einigung sollte im übrigen auch bedeuten, daß wir
im Bildungsbereich an die Tradition des Erasmus anknüpfen.
Zu seiner Zeit war es noch fast selbstverständlich, das eigene
Studium an mehreren europäischen Hochschulen zu
absolvieren! Wir müssen nur wieder die Verhältnisse
wiederherstellen, wie wir sie in Europa 1910 hatten. 1910 war
alles das, was wir jetzt mühsam zu erreichen versuchen, etwa
im Kontakt zwischen Universitäten und bei der Anerkennung
der gegenseitigen Diplome, ganz selbstverständlich.
V.
Ich bin sehr froh, daß es in unseren beiden Ländern bei der
Gestaltung des europäischen Einigungsprozesses ein
besonders großes Maß an Übereinstimmung gibt. Unsere
Länder haben viele gemeinsame Probleme. Wir haben in
manchem auch eine gemeinsame Mentalität. Wir können viele
Probleme nur noch gemeinsam lösen: Migrations- und
Umweltfragen, Bekämpfung der Kriminalität, soziale Probleme.
Ich weiß, es gibt in den Niederlanden noch manche
Zurückhaltung gegenüber den deutschen Nachbarn, und ich
verstehe die Gründe sehr wohl. Umgekehrt gibt es ja auch in
Deutschland Unkenntnis über die Niederlande. Es gibt doch
aber auch viele gutnachbarliche und freundschaftliche
Beziehungen. Darüber sollten wir mehr miteinander sprechen.
Vor allem sollten wir offen aufeinander zugehen. Gute Beispiele
haben ihre Wirkung: Auf der Frankfurter Buchmesse vor zwei
Jahren waren die Niederlande und Flandern das
Schwerpunktthema. Ich habe diese Ausstellung besucht und
weiß, welche Wirkungen sie auf deutsche Leser hatte. Diese
Buchmesse hat den deutschen Lesern die zeitgenössische
niederländische Literatur in eindrucksvoller Weise
nahegebracht. Das Thema wurde zu einem überzeugenden
Erfolg! In Münster ist vor wenigen Tagen ein "Haus der
Niederlande" eröffnet worden. Dort wird in Zukunft das
deutsche Zentrum für Niederlande-Studien seine Heimat haben.
Es handelt sich um das Gebäude, das 1648 die niederländische
Delegation beim Westfälischen Friedensschluß beherbergte.
Ende August wird, ebenfalls in Münster - ich denke, Herr Kok,
wir machen das gemeinsam -, ein deutsch-niederländisches
Korps in Dienst gestellt. Auch auf diese Weise werden die
gutnachbarlichen und vertrauensvollen Beziehungen vertieft.
Zugleich wird das Nordatlantische Bündnis gestärkt. Wir
können gemeinsam noch mehr tun, beispielsweise bei Kultur
und Wissenschaft und im Jugendaustausch. Wo ich helfen und
unterstützen kann, Herr Bürgermeister, Herr
Universitätspräsident und Magnifizenz, meine Damen und
Herren Professoren und Studenten, bin ich bereit, das zu tun.
Es muß aber nicht unbedingt alles immer in staatlicher Regie
geschehen. Hier ist noch Raum für Eigeninitiative,
beispielsweise der Universitäten oder von Unternehmen, die
über die Grenze zwischen unseren beiden Ländern hinweg
verflochten sind. An die niederländische Jugend appelliere ich:
"Kommt zu uns, lernt das Deutschland des Jahres 1995
kennen, macht Euch selbst ein Bild von eurem Nachbarn!" Ihre
Majestät, Königin Beatrix, hat in ihrer Thronrede im
vergangenen Jahr in eindrucksvoller Weise auf die
fundamentale und unumkehrbare Wende in unseren
Beziehungen heute gegenüber der Zeit vor 50 Jahren
hingewiesen. Ich bin ihr hierfür dankbar. Ebenso danke ich
Ihrem Ministerpräsidenten, Ihrem Außenminister und vielen
anderen für ihre freundschaftlichen und nach vorn gerichteten
Bekundungen guter Nachbarschaft und Partnerschaft. Meine
Damen und Herren, ich habe die Chance, hier
vor Studenten zu sprechen. Deswegen erlauben Sie mir
ein sehr persönliches Wort zum Schluß: Sie sind jetzt um die
20, 25 Jahre alt. Sie gehören zu einer Generation, die mit
größter Wahrscheinlichkeit die Mitte des kommenden
Jahrhunderts erlebt. Sie haben die Möglichkeit, weitere 50
Jahre in Frieden und Freiheit für die Niederlande und für
Europa tätig zu sein. Meine Bitte an Sie ist, daß Sie nie
vergessen - bei all dem, was Sie selbstverständlich tun müssen,
Ihr Studium erfolgreich beenden, möglichst einen guten Anschluß ins
Berufsleben zu finden -, daß das alles wichtig und gut ist, daß
es aber zu wenig ist, wenn wir nicht in jeder Generation
Männer und Frauen finden, die die Vision Europas in sich
tragen und in diesen nächsten Jahren daran arbeiten, daß man
in 50 Jahren im Rückblick sagen kann: Es waren 100 Jahre
Frieden und Freiheit in Europa. Ich glaube, dies ist eine
phantastische Vision. Das aus dieser Vision Wirklichkeit wird,
können wir von jenen Visionären aus der Zeit vor 50 Jahren
lernen. Sie haben das Gestalt werden lassen, was wir heute
vorfinden. Ich wünsche den Studentinnen und Studenten, den
Professoren und Bürgerinnen und Bürgern der Stadt eine gute
Zukunft für die Niederlande und für Europa. Für Sie alle ganz
persönlich auf Ihrem Lebensweg Gottes Segen!

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