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Kulturstaatsministerin Grütters zum 9. November 1938:
Bund stärkt pädagogische Arbeit der Erinnerungsorte

Anlässlich des bevorstehenden 80. Jahrestags der sogenannten Novemberpogrome 1938 hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters die Sonderausstellung „Kristallnacht‘ - Antijüdischer Terror 1938“ der Stiftung Topographie des Terrors und der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas eröffnet. Monika Grütters erklärte: „Die Ausstellung führt uns vor Augen, wohin Antisemitismus gepaart mit Gleichgültigkeit führen kann. Sie vergegenwärtigt die Schikanen und Torturen, denen die jüdische Bevölkerung in jenen Novembertagen des Jahres 1938 ausgesetzt war. Der Erinnerung an die Zeit Raum zu geben, in der Deutschland die Würde des Menschen der Verachtung und Vernichtung preisgab, kann aufklären über die Folgen totalitärer Ideologien und sensibilisieren für deren unterschätzte Wegbereiter: für die Verrohung der Sprache beispielsweise, für die Verharmlosung der nationalsozialistischen Menschheitsverbrechen, für Fehlinformationen, die Vorurteile nähren, und für das Schweigen aus Gleichgültigkeit oder Feigheit.“

Monika Grütters weiter: „Die Bundesregierung fördert bundesweit Gedenkstätten und Erinnerungsorte und wird dieses Engagement weiter verstärken, um noch mehr als bisher vor allem Jugendliche und junge Erwachsene zu erreichen. Mit dem im Koalitionsvertrag vereinbarten Programm ‚Jugend erinnert‘ stehen in der Anlaufphase im kommenden Jahr 2 Millionen Euro in meinem Etat bereit. Indem wir qualifizierte Formate in der historisch-politischen Bildung unterstützen und erweitern, wollen wir insbesondere der jungen Generation einprägsame und damit dauerhaft wirksame Lernerfahrungen ermöglichen. Im Regierungsentwurf für den Haushalt 2019 konnte ich zudem insgesamt 22 neue Pädagogen-Stellen für die Gedenkstätten durchsetzen und so ihre pädagogische Arbeit als Beitrag gegen das Vergessen substantiell unterstützen.“

Finanziert wurde die Sonderausstellung zur „Kristallnacht“ mit 83.000 Euro aus dem BKM-Etat und jeweils rund 40.000 Euro von der Stiftung Topographie des Terrors und der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

Drei Tage später, am 9. November 2018, dem 80. Jahrestag der Reichspogromnacht, würdigt Staatsministerin Monika Grütters bei der Verleihung des Preises der Deutschen Gesellschaft e.V. für Verdienste um die deutsche und europäische Verständigung drei Überlebende des Holocaust für ihr Engagement und ihren unermüdlichen Einsatz bei der Aufklärung über die menschenverachtende Diktatur des Nationalsozialismus und deren Folgen. Mit dem Preis werden in diesem Jahr die Überlebenden und Zeitzeugen des Holocaust Esther Bejarano, Margot Friedländer und Walter Frankenstein ausgezeichnet.