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Auf den Spuren der Geschichte Mit dem "Freedom Express" durch Europa

Zwanzig junge Kreative sind von Danzig aus auf eine Tour durch Europa gestartet. Eine Reise, die sie gleichzeitig zurück in das Jahr 1989 führte als der "Eiserne Vorhang" fiel. Kulturstaatsministerin Grütters hat den "Freedom Express" und seine Passagiere am Ziel in Berlin begrüßt.

Freedom Express in Budapest

Auf Zeitreise mit dem "Freedom Express" durch Europa.

Foto: picture alliance / dpa / Zoltan Mathe

Es sind junge Menschen aus zwölf Ländern, die sich mit dem Freedom Express auf eine Reise durch Raum und Zeit begeben haben. Nach dem Start Ende August in Danzig machte die Gruppe in Warschau und Budapest Halt. Danach standen Temeswar, Sopron und Bratislava auf dem Programm.

Letzte Station war Prag, gestern erreichte der Freedom Express schließlich Berlin, das Ziel der Tour. Dort begrüßte Kulturstaatsministerin Grütters die jungen Zeitreisenden im Rahmen der Sommernacht der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Mit im Gepäck hatte die Gruppe Eindrücke von Besuchen authentischer Orte und von Begegnungen mit Zeitzeugen, die den Fall des "Eisernen Vorhangs" und seine Auswirkungen bewusst erlebt haben. Auf dieser Grundlage entstanden auf der Reise Texte, Fotos, Film- und Videoprojekte sowie Werke der Street Art und ein Blog. Eine Filmdokumentation der Reise ist geplant.

Auf dem Weg zu einer europäischen Erinnerungskultur

Die zeitgeschichtliche Sommernacht der Stiftung Aufarbeitung stand in diesem 25. Jahr des Mauerfalls unter dem Motto "Konkurrierende Erinnerung? Eine Zwischenbilanz im Europäischen Jahr der Zeitgeschichte." Kulturstaatsministerin Monika Grütters nahm in ihrer Rede dazu Stellung: "Welchen Weg wir zu einer europäischen Erinnerungskultur auch immer gehen, in jedem Fall beginnt dieser Weg damit, dass wir uns der unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven innerhalb Europas bewusst bleiben – sowohl der Nationen wie der Generationen", sagte sie.

Geschichte vergehe nicht einfach, so Grütters, "die Art und Weise, wie wir sie erzählend vergegenwärtigen, prägt unsere Sicht auf die Gegenwart und damit auch unser Bild von uns selbst und unserer Zukunft." Auch bei der Auseinandersetzung mit der kommunistischen Diktatur gehe es nicht nur um den Blick zurück.

Wichtig sei, sich darüber zu verständigen, was Demokratie ausmache und welche Erfahrungen aus der Vergangenheit helfen könnten, das Zusammenleben in Europa zu gestalten und die Partnerschaft mit anderen Ländern zu pflegen, erklärte Grütters mit Blick auf den "Freedom Express".

Der Freedom Express ist eine Initiative des "Europäischen Netzwerks Erinnerung und Solidarität". Durch das Netzwerk wollen die Kulturverantwortlichen Deutschlands, Polens, Rumäniens, der Slowakei und Ungarns die Aufarbeitung der Kriegs- und Gewalterfahrungen des 20. Jahrhunderts unterstützen. Die Bundesstiftung Aufarbeitung ist Partnerin des Netzwerks und hat den "Freedom Express" mit organisiert.
Anlass dieses Kultur- und Bildungsprojektes ist das Gedenkjahr 2014, in dem sich die Revolutionen des Jahres 1989 und der Fall des "Eisernen Vorhangs" zum 25. Mal jähren. Staatsministerin Grütters ist Schirmherrin des "Freedom Express". Das Projekt wird aus ihrem Haushalt mit 150.000 Euro gefördert.

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