Frauen in der EU

Frauen in der EU

Die Europäische Union (EU) hat die Förderung der Chancengleichheit zu einer wichtigen Aufgabe gemacht. Dafür gibt es gute Gründe: In der EU verdienen Frauen für die gleiche Arbeit im Schnitt weniger als Männer. Sie arbeiten noch überwiegend in als typisch angesehenen Frauenberufen und sind in Führungspositionen unterrepräsentiert. Zudem tragen Frauen überwiegend die Doppelbelastung von Familie und Beruf.

Gesetzgeberische Initiativen

Schon im EWG-Vertrag von 1957 wurde der Grundsatz "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" festgeschrieben. Im Laufe der Jahre wurden mehrere Richtlinien verabschiedet, die die Stellung der Frau stärken. Seit dem Luxemburger Beschäftigungsgipfel vom November 1997 zählt die Chancengleichheit zu den vier Schwerpunkten der europäischen Beschäftigungsstrategie. Dies ermöglicht, noch besser auf die in der Praxis bestehende unterschiedliche Behandlung von Männern und Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu reagieren.

Trotz erzielter Fortschritte und weiteren Initiativen ist noch viel zu tun, um die Gleichstellung zu erzielen. Deshalb wurde das Thema Chancengleichheit mit der 2020 Strategie wieder aufgerollt. Integratives Wachstum ist eine der drei Prioritäten der 2020 Strategie und beschäftigt sich auch mit der Gleichstellung. Konkret wird angestrebt, die Beschäftigungsrate von Frauen von aktuellen 69 auf 75 Prozent zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde die Leitinitiative "Eine Agenda für neue Kompetenzen und neue Beschäftigungsmöglichkeiten" ins Leben gerufen. Sie fordert alle Mitgliedstaaten aktiv dazu auf die Gleichstellung von Männern und Frauen, insbesondere im Bezug auf den Arbeitsmarkt zu fördern. 

Förderung von Frauen

Die Geschlechtergleichstellung auf europäischer Ebene wurde in den letzten Jahren aktiv durch Gemeinschaftsprogramme unterstützt. Darüber hinaus flossen zahlreiche Beiträge aus Mitteln der Strukturfonds in Form von gezielten Aktionen.

Die noch laufende Initiative "Fahrplan für die Gleichstellung von Frauen und Männern" (2006 – 2013), hat unter anderem folgende Aktionsschwerpunkte:

  • Geschlechtergleichstellung im Wirtschaftsleben,
  • Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben,
  • Ausgewogene Repräsentanz in Entscheidungsprozessen.

Im Jahr 2008 hat die EU-Kommission eine Zwischenbilanz des Fahrplans vorgelegt. Man kam zu dem Schluss, dass viele Ziele erreicht wurden, allerdings in einem noch nicht zufriedenstellenden Ausmaß. Ende dieses Jahres soll eine endgültige Evaluierung des Fahrplans einschließlich eines Vorschlags für geeignete Folgemaßnahmen vorgelegt werden. Zu diesem Zweck hat im Juni 2010 das Europäische Institut für Gleichstellungsfragen seine Arbeit aufgenommen. Momentan kreiert das Institut unter anderem einen EU-Gleichstellungsindex, der eine objektive Bewertung der Gleichstellung von Männern und Frauen in verschiedenen Lebensbereichen ermöglichen soll.

Weitere Unterstützung für Frauen gibt es durch die Gemeinschaftsinitiative "Equal". Ziel ist, die Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt zu fördern. Auch beim Berufsbildungsprogramm der Europäischen Union, "Leonardo", erfahren Frauen eine besondere Berücksichtigung. Ein Programm, das konkret Maßnahmen gegen Gewalt gegen Frauen zum Thema hat, ist "Daphne". Generell gilt für sämtliche Maßnahmen, die über Mittel aus den Strukturfonds finanziert werden, dass auf die Förderung der Chancengleichheit von Männern und Frauen besonderer Wert gelegt wird.

Weitere Informationen über die Gleichstellungspolitik auf der Webseite der EU