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Integration von Asylbewerbern Flüchtlinge leisten Hippokratischen Eid

Das Projekt "Medici in Posterum - Ärzte für die Zukunft" bietet qualifizierten Flüchtlingen mit medizinischem Hintergrund die Möglichkeit, fachspezifisches Deutsch zu lernen. Mit dem Programm soll langfristig die berufliche Integration von Asylbewerbern gefördert werden.

Elmar Kretschmer

Kretschmer: "Wir lassen Flüchtlinge nach der Qualifizierung nicht alleine."

Foto: MIP - Ärzte für die Zukunft

Das Projekt "MIP-Ärzte für die Zukunft" gibt es seit Anfang dieses Jahres im Programm "Integration durch Qualifizierung" (IQ), das vom Bundesarbeitsministerium, Bundesbildungsministerium, der Bundesanstalt für Arbeit und dem Europäischen Sozialfonds gefördert wird. Es ermöglicht Menschen mit Migrationshintergrund, an Sprach- und Fachkursen teilzunehmen. Das Projekt unterstützt sie bei der Anerkennung ihres Berufsabschlusses. Ziel ist es, die Teilnehmer des Programms in Krankenhäuser oder andere medizinische Einrichtungen zu vermitteln und auf diese Weise weitere Fachkräfte in Deutschland zu gewinnen.

An wen richtet sich das Projekt?

Ursprünglich war das Weiterbildungsangebot für Mediziner aus Osteuropa vorgesehen. Doch aufgrund der aktuellen Flüchtlingsströme verschob sich der Fokus seit Februar auch auf andere Asylbewerber in Deutschland.

Auch Reyadh Aun, der aus Syrien nach Deutschland floh, zählt zu den Teilnehmern des Projektes. Der Gefäßchirurg ging bereits seit 30 Jahren seinem Beruf in Homs nach, als er in seiner neuen Heimat Deutschland ankam.

Und er ist kein Einzelfall. "Die Teilnehmer stammen überwiegend aus dem Nahen Osten, vor allem aus Syrien und dem Irak", erläutert Elmar Kretschmer, Projektmanager der "MIP-Ärzte für die Zukunft". Insgesamt nehmen zurzeit elf Personen an dem Sprachkurs teil. "Der Zuspruch für das Programm wird immer größer und für den nächsten Kurs werden bereits 30 Teilnehmer erwartet", erklärt Kretschmer weiter.

Was wird den Flüchtlingen vermittelt?

Trotz seiner fachlichen Qualifikation fehlte es Aun an den nötigen Deutschkenntnissen, um weiterhin als Arzt tätig sein zu können. Dank des EU-geförderten Sprachkurses "Berufsbezogenes Deutsch für Ärztinnen und Ärzte" lernte der Syrer, das erforderliche medizinische Vokabular im Arbeitsalltag richtig anzuwenden.

In dem Kurs selbst werden jedoch nicht nur Fachbegriffe, sondern auch wissenschaftliche Kenntnisse verständlich dargelegt. Das Seminar findet berufsbegleitend statt und gibt den Beteiligten Raum, nebenher in Krankenhäusern und Arztpraxen zu arbeiten oder zu hospitieren.

Qualifizierung und dann?

Nach erfolgreich bestandener Prüfung vergibt die Ärztekammer in Rheinland Pfalz ein Zertifikat, mit dem den zukünftigen Ärzten ihre Approbation durch das dortige Landesamt erteilt wird. Kretschmer betont: "Der positive Effekt des Projektes liegt vor allem darin, dass wir die Flüchtlinge nach der Qualifizierung nicht alleine lassen, sondern sie weiter begleiten und versuchen sie auf dem Arbeitsmarkt zu vermitteln."

Kretschmer sieht insgesamt sehr gute Erfolgsaussichten für das Projekt. Auch einige andere Bundesländer sind diesen Schritt bereits gegangen und haben ähnliche Programme vorzuweisen. Allerdings erhofft sich Kretschmer, dass sich das Projekt bald bundesweit verbreiten wird, um auch gemeinsame und einheitliche Standards aufzubauen.

"Medici in Posterum", kurz MIP, bedeutet übersetzt "Ärzte für die Zukunft". Es ist ein staatlich und europäisch gefördertes Projekt, welches auf die Fachkräftegewinnung und Fachkräftesicherung in Deutschland abzielt, insbesondere durch Qualifizierung und Begleitung von Asylbewerbern sowie Migrantinnen und Migranten mit medizinischer Qualifikation in den Arbeitsmarkt.