Wahl der Bundes-Kanzlerin

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Wahl der Bundes-Kanzlerin

Dieser Text erklärt:
Wer wählt die Bundes-Kanzlerin?
Welche Regeln gibt es für die Wahl
der Bundes-Kanzlerin?

Die Abgeordneten im Deutschen Bundestag

Die Abgeordneten im Bundestag wählen die Bundes-Kanzlerin

Foto: Bundesregierung / Bienert

Die Bundes-Kanzlerin ist die Chefin
der Regierung von Deutschland.
Zurzeit ist Angela Merkel die Bundes-Kanzlerin.
Auch ein Mann kann Bundes-Kanzler sein.

Eine kurze Erklärung zum Wort "Bundes-Kanzlerin":

Die Bundes-Kanzlerin bestimmt,
welche Politik in Deutschland gemacht wird.
Die Bundes-Kanzlerin sucht aus,
wer Ministerin oder Minister wird.

Die Bundes-Kanzlerin und die Ministerinnen und Minister
sind die Bundes-Regierung.
Die Bundes-Kanzlerin ist
die Chefin der Bundes-Regierung.

Wer wählt die Bundes-Kanzlerin?

Alle 4 Jahre ist Bundestags-Wahl.

Der Bundestag besteht mindestens aus 598 Leuten.
Diese Leute heißen Abgeordnete.
Die Abgeordneten gehören zu verschiedenen Parteien.
Zum Beispiel:

• CDU/CSU
• SPD
• FDP
• Bündnis 90/Die Grünen oder
• Die Linke

Die Bürgerinnen und Bürger wählen
bei der Bundestags-Wahl:
Welche Parteien und Abgeordnete
sollen in den Bundestag?
Die Abgeordneten wählen dann
die Bundes-Kanzlerin.

Das heißt:
Die Bürgerinnen und Bürger wählen
nicht direkt die Bundes-Kanzlerin.

Wo stehen die Regeln für die Wahl der Bundes-Kanzlerin?

Die Regeln für die Wahl der Bundes-Kanzlerin
stehen im Grund-Gesetz.
Das Grund-Gesetz ist
das wichtigste Gesetz in Deutschland.

Die Regeln im Grund-Gesetz heißen: Artikel.
In Artikel 63 steht,
wie der Bundestag die Bundes-Kanzlerin wählt.

Wie wählt der Bundestag die Bundes-Kanzlerin?

Jeder Abgeordnete darf wählen.
Jeder Abgeordnete hat eine Stimme.

Der Bundes-Präsident schlägt den Abgeordneten vor,
welche Person sie wählen sollen.
Diese Person heißt: Kanzler-Kandidatin.
Auch ein Mann kann Kanzler-Kandidat sein.

Eine kurze Erklärung zum Wort "Bundes-Präsident":

Der Bundes-Präsident ist
das Oberhaupt von Deutschland.
Man sagt auch:
Er ist das Staats-Oberhaupt.

Der Bundes-Präsident trifft sich oft
mit den Staats-Oberhäuptern von anderen Ländern.
Der Bundes-Präsident vertritt
Deutschland im Ausland.

Die Kanzler-Kandidatin kommt meistens aus der Partei,
die bei der Bundestags-Wahl gewonnen hat.

Zum Beispiel:
Die CDU/CSU hat die letzte Bundestags-Wahl gewonnen.
Bundes-Kanzlerin Merkel war
die Kanzler-Kandidatin von der CDU/CSU.

Runde 1: Die Wahl beginnt

Die Kanzler-Kandidatin muss
die Mehrheit der Stimmen bekommen.
Das heißt: die Hälfte der Stimmen plus 1 Stimme.
Oder mehr.
Das Fachwort dafür ist: absolute Mehrheit.
Manche sagen auch: Kanzler-Mehrheit.

Ein Beispiel:
Es gibt insgesamt 100 Stimmen.
Die Hälfte davon sind 50 Stimmen.
Die absolute Mehrheit ist 1 Stimme mehr als die Hälfte,
also 51 Stimmen.

Die Kanzler-Kandidatin gewinnt die Wahl
mit der absoluten Mehrheit.
Die Abgeordneten müssen dann nur ein Mal wählen.
Das heißt: Es gibt nur einen Wahl-Durchgang.

Es kann aber passieren:
Die Kanzler-Kandidatin bekommt zu wenig Stimmen.
Dann wählen die Abgeordneten weiter.
Es gibt dann eine 2. Runde.
Das Fachwort dafür ist: 2. Wahl-Durchgang.

Runde 2

Die Abgeordneten können jetzt auch
eine andere Person zur Bundes-Kanzlerin wählen.
Wer Bundes-Kanzlerin werden will,
braucht aber die absolute Mehrheit der Stimmen.

Für die 2. Runde haben die Abgeordneten
2 Wochen Zeit.
In den 2 Wochen können die Abgeordneten
öfter zusammen kommen und wählen.

Wenn in den 2 Wochen
niemand genug Stimmen bekommt,
wählen die Abgeordneten sofort noch mal.
Das ist der 3. Wahl-Durchgang.

Runde 3

Jetzt reichen die meisten Stimmen.
Das Fachwort dafür heißt: relative Mehrheit.

Zum Beispiel:
Es gibt insgesamt 100 Stimmen.
Und es gibt 3 Kanzler-Kandidaten.
Kandidatin 1 bekommt 40 Stimmen.
Kandidat 2 bekommt 30 Stimmen.
Kandidatin 3 bekommt 30 Stimmen.

Kandidatin 1 hat von allen Kandidaten die meisten Stimmen.
Sie hat die relative Mehrheit bekommen.
Sie hat die Wahl zur Bundes-Kanzlerin gewonnen.

Was passiert nach der Wahl im Bundestag?

Es gibt 2 Möglichkeiten:

Möglichkeit 1

Mehr als die Hälfte der Abgeordneten haben
die Bundes-Kanzlerin gewählt.

Dann muss der Bundes-Präsident
der Bundes-Kanzlerin eine Urkunde geben.
In der Urkunde steht:
Diese Person ist jetzt Bundes-Kanzlerin von Deutschland.
Ein anderer Ausdruck dafür ist:
Der Bundes-Präsident ernennt die Bundes-Kanzlerin.
Dafür hat der Bundes-Präsident 1 Woche Zeit.

Möglichkeit 2

Die Bundes-Kanzlerin hat nur
die meisten Stimmen bekommen.

Dann kann der Bundes-Präsident entscheiden:
Er ernennt die Bundes-Kanzlerin.
Oder er löst den Bundestag auf.
Dann müssen die Menschen in Deutschland
den Bundestag neu wählen.

Wie lange regiert die Bundes-Kanzlerin?

Die Bundes-Kanzlerin regiert meistens 4 Jahre lang.
Der Anfang ist,
wenn der Bundes-Präsident die Bundes-Kanzlerin ernennt.
Das Ende ist,
wenn wieder eine Bundestags-Wahl war
und sich ein neuer Bundestag trifft.

Der Bundestag kann die Bundes-Kanzlerin auch abwählen.
Zum Beispiel, wenn die Abgeordneten
die Politik von der Bundes-Kanzlerin nicht gut finden.

Dann sagen die Abgeordneten zur Bundes-Kanzlerin:
Wir vertrauen dir nicht mehr.
Wir wollen eine andere Bundes-Kanzlerin.
Oder einen anderen Bundes-Kanzler.

Die Abgeordneten müssen dann sofort
eine neue Bundes-Kanzlerin oder
einen neuen Bundes-Kanzler wählen.
Das Fachwort dafür ist: konstruktives Misstrauens-Votum.

Das ist in Deutschland bis heute nur 1 Mal passiert.
Das war im Jahr 1982.
Der Bundestag wählte Bundes-Kanzler Helmut Schmidt ab.
Der Bundestag wählte dann sofort Helmut Kohl zum Bundes-Kanzler.

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Foto: capito berlin





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