Wegbereiter der Verständigung ausgezeichnet

Deutsch-Hebräischer Übersetzerpreis Wegbereiter der Verständigung ausgezeichnet

Zum dritten Mal wurde der Deutsch-Hebräische Übersetzerpreis vergeben – diesmal in Berlin. Die Auszeichnungen gingen an Markus Lemke, Liora Heidecker und Yahin Onah. Kulturstaatsministerin Grütters würdigte die Arbeit der drei Übersetzerinnen und Übersetzer als „wichtigen Beitrag für die Annäherung zwischen Deutschland und Israel“.

Verleihung des Deutsch-Hebräischen Übersetzerpreises

Aaron Sagui, Geschäftsträger der Israelischen Botschaft, (links) übergab gemeinsam mit Kulturstaatsministerin Grütters den Preis an den Übersetzer Markus Lemke (rechts) – in kleinem Kreis und unter Einhaltung der 3G-Corona-Regeln.

Foto: Sebastian Bolesch / BKM

Übersetzerinnen und Übersetzer leisteten mit ihrer Arbeit nicht nur viel für das einzelne Werk, so Kulturstaatsministerin Monika Grütters bei der Preisverleihung. „Sie ermöglichen ein wechselseitiges Verstehen zwischen Kulturen und bereiten damit den Weg für Empathie und Verständigung. So haben sie in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten auch viel zur Annäherung Deutschlands und Israel beigetragen“, betonte Grütters. 

Markus Lemke für Romanübertragung prämiert 

Die drei Preisträgerinnen und Preisträger wurden durch zwei unabhängige Fachjurys ausgewählt – eine auf deutscher und eine auf israelischer Seite.

Der deutsche Literaturübersetzer Markus Lemke erhielt die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für seine Übertragung von „Über uns“, einem zeitgenössischen Roman des israelischen Schriftstellers Eshkol Nevo. Lemke gelinge es hervorragend, den psychologisch reflektierenden Erzählstil des Autors ins Deutsche zu übertragen. Er beleuchte das Innenleben dreier Menschen und lasse uns so am Alltag im heutigen Israel teilhaben, heißt es in der Jurybegründung.

Weitere Preise für Liora Heidecker und Yahin Onah 

Die israelische Jury entschied sich für zwei Preisträger, die sich den ebenfalls mit 10.000 Euro dotierten Preis teilen. Die israelische Dichterin und Übersetzerin Liora Heidecker wurde für ihre hebräische Übersetzung von Else Lasker Schülers „Der Prinz von Theben“ prämiert, Yahin Onah für seine Übertragung von Peter Longerichs vielbeachteter Biografie „Goebbels“.

Preisverleihung in Berlin

Die Verleihung des Deutsch-Hebräischen Übersetzerpreises fand turnusmäßig im Bundeskanzleramt statt. Kulturstaatsministerin verlieh die Auszeichnung gemeinsam mit dem Geschäftsträger der israelischen Botschaft, Aaron Sagui. Pandemiebedingt konnte der israelische Kulturminister Hili Tropper nicht anreisen, beteiligte sich jedoch mit einem digitalen Grußwort an der Veranstaltung. Ursprünglich sollten die Preise bereits 2019 vergeben werden. 

Der Deutsch-Hebräische Übersetzerpreis  ist eine gemeinsame Initiative der deutschen Kulturstaatsministerin und des israelischen Kulturministeriums. Er wurde 2015 anlässlich des 50. Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel ins Leben gerufen. Die Auszeichnung soll die Sprach- und Interpretationskunst der Übersetzerinnen und Übersetzer in beiden Ländern sichtbar machen und ihre Vermittlungsleistung würdigen. Projektträger ist das Literarische Colloquium Berlin.

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