Staatsministerin für Kultur und Medien

Umgang mit Kulturgut aus kolonialen Kontexten

Der Deutsche Museumsbund hat eine zweite Auflage für seinen Leitfaden zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten erarbeitet. Unter Beteiligung einer interdisziplinären Arbeitsgruppe mit Museumsfachleuten aus elf Herkunftsländern nimmt die Neufassung die internationale Perspektive auf das Thema stärker in den Blick.

Vorstellung des Leitfadens des Deutschen Museumsbundes.

Der Leitfaden dient Museen und ihren Trägern als Impulsgeber und Arbeitshilfe.

Foto: Deutscher Museumsbund

Bereits in ihrer ersten Amtszeit hatte Kulturstaatsministerin Monika Grütters den Ausbau der Provenienzforschung in Deutschland stark vorangetrieben, insbesondere bei der Aufarbeitung der NS-Raubkunst.

Transparenz und Dialog notwendig

Auch bei Beständen aus kolonialen Kontexten soll sie mit Nachdruck wahrgenommen werden. Dies erfordert Transparenz und den gleichberechtigten Dialog aller Beteiligten, vor allem mit Vertretern aus den jeweiligen Herkunftsländern.

Einen solchen Austausch auf Augenhöhe zu führen ist allerdings nur möglich, wenn gesicherte Daten zur Erwerbs-, Sammler- und Objektgeschichte vorliegen.

Hilfe für Museen auch bei Rückforderungen

Hierfür ist der Leitfaden des Deutschen Museumsbundes eine wichtige Hilfestellung bei der musealen Arbeit sowie bei möglichen Rückgabeforderungen.

Er erläutert fachspezifische Begrifflichkeiten, kategorisiert einzelne koloniale Kontexte, beleuchtet ausführlich den europäischen Kolonialismus sowie die Sammlungsgeschichte der Museumssparten und stellt konkrete Handlungsempfehlungen dar.

Vom Bund gefördert

Für Kulturstaatsministerin Grütters ist die Publikation deshalb ein wichtiger Schritt, um allgemeine Grundsätze für den Umgang mit Kulturgütern aus kolonialen Kontexten in Sammlungen und Museen zu erarbeiten: "Ich bin zuversichtlich, dass dieser Leitfaden, angepasst an die Umstände des Einzelfalls, zu Lösungen für den Umgang mit sensiblen Sammlungsbeständen beiträgt – und damit zum Fortschritt in der Aufarbeitung der Kolonialgeschichte Deutschlands und Europas. Dieser Aufgabe sollten und müssen wir uns mit Aufrichtigkeit stellen. Viel zu lange war die Kolonialzeit ein blinder Fleck in unserer Erinnerungskultur."

Ermöglicht wurde die Publikation durch die finanzielle Unterstützung der Kulturstaatsministerin. Die Erstauflage hatte sie im Mai 2018 gemeinsam mit dem Präsidenten des Deutschen Museumsbundes, Eckart Köhne, und der Direktorin des Übersee-Museums Bremen, Wiebke Ahrndt, vorgestellt.