Nationaler Aktionsplan Integration

Themenforum zur Kultur im Bundeskanzleramt gestartet

Unter dem Motto "Kultur der Vielfalt – Vielfalt der Kultur" haben Kulturstaatsministerin Grütters und die Integrationsbeauftragte Widmann-Mauz 130 Vertreterinnen und Vertreter gesellschaftlicher Spitzenverbände und der Kultur zur Auftaktveranstaltung für das Themenforum Kultur im Nationalen Aktionsplan Integration ins Bundeskanzleramt eingeladen. Ziel ist es, kulturelle Teilhabe und Diversität künftig als Daueraufgabe in den vom Bund geförderten Kultureinrichtungen zu verankern.

Kulturstaatsministerin Grütters und Integrationsbeauftragte Widmann-Mauz (beide Mitte).

Auftaktveranstaltung zum Themenforum Nationaler Aktionsplan Integration

Foto: Bundesregierung/Bergmann

Zusammenhalt, Teilhabe und Integration sind Kernthemen des Kulturkapitels im Koalitionsvertrag. Doch was genau können Kultureinrichtungen, Künstlerinnen und Künstler zum Gelingen von Integration beitragen? Wie den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken? Nicht nur die Öffnung von Kulturangeboten für Menschen mit Migrationshintergrund spielt hierbei eine Rolle. Es geht vor allem auch darum, Migrantinnen und Migranten in den kulturellen Betrieb zu integrieren und zum Beispiel bei der Personalplanung stets das Thema Diversität mitzudenken.

Nationaler Aktionsplan Integration 2.0

Ideen gibt es viele: Entstanden sind sie in den vergangenen Jahren im Netzwerk Kulturelle Bildung und Integration, das im Rahmen des Nationalen Aktionsplans Integration der Bundesregierung aus dem Jahr 2012 entstanden ist. Um die gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis zu überführen, hat die Koalition vereinbart, den Nationalen Aktionsplan Integration und auch das Netzwerk weiter zu entwickeln.

Die vom Bund geförderten Kultureinrichtungen kommen dazu künftig regelmäßig im Themenforum Nationaler Aktionsplan Integration zum Austausch zusammen. Bei den jährlich stattfindenden Treffen sollen Praxiserfahrungen der Einrichtungen gebündelt und gemeinsam Maßnahmen umgesetzt werden, mit denen kulturelle Teilhabe und Diversität gestärkt werden. Außerdem wird es einen "Bericht zur Diversität im Kultur- und Medienbereich in Deutschland" vom Deutschen Kulturrat geben.

Verbindendes in der Vielfalt sichtbar machen

Zum Auftakt des Themenforums hatten Kulturstaatsministerin Grütters und die Integrationsbeauftragte Widmann-Mauz gemeinsam ins Bundeskanzleramt geladen. Dabei schilderten Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden anhand von Praxisbeispielen wie zum Beispiel das Thema Diversität Eingang in ihre Personalpolitik gefunden hat, worin aus ihrer Sicht der Mehrwert besteht, aber auch welche Herausforderungen sich daraus ergeben.

Kulturstaatsministerin Grütters machte in ihrer Rede deutlich, dass der Zusammenhalt in Vielfalt heute zu den größten gesellschaftlichen Herausforderungen gehört. "Integration steht ganz oben auf unserer politischen Agenda. Unsere Kultureinrichtungen können zur Verständigung darüber beitragen, was für ein Land wir in diesen Zeiten sein wollen: sei es in der Auseinandersetzung mit unserer Geschichte; sei es in der kulturellen Bildung und in der Vermittlung dessen, was uns ausmacht; sei es in der Förderung der künstlerischen Avantgarde", erklärte Grütters.

Deshalb soll kulturelle Teilhabe und Diversität künftig nicht nur durch einzelne Projekte, sondern auch als dauerhafte Kern- und Querschnittsaufgabe in den vom Bund geförderten Einrichtungen verankert werden. "Zudem wird mein Haus für die Weiterwicklung des Nationalen Aktionsplans Integration ein Kulturkapitel erarbeiten, das der Bedeutung der Kultur als Brückenbauerin, aber auch als Spiegel unseres Selbstverständnisses Rechnung trägt", kündigte Grütters an.

15 Thesen zum Zusammenhalt in Vielfalt

Das Auftakttreffen im Bundeskanzleramt wurde mitveranstaltet von der Initiative Kulturelle Integration (IKI) unter Moderation des Deutschen Kulturrats. Die Initiave hatte im vergangenen Jahr als breites Bündnis von Bund, Religionsgemeinschaften, Medien, Sozialpartnern und Migrantenverbänden 15 Thesen zum Zusammenhalt in Vielfalt entwickelt. Sie bieten eine Grundlage für die Debatte über das Gelingen von Integration und der Gestaltung des Kulturleben in einer vielfältigen Gesellschaft.

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