Sternstunde der deutschen Geschichte

32. Jahrestag des Mauerfalls Sternstunde der deutschen Geschichte

Die friedliche Überwindung der Mauer am 9. November 1989 ist eines der bedeutendsten Ereignisse in der Geschichte Deutschlands. Sie ebnete den Weg zur Wiedervereinigung ein Jahr später. Damit endete die jahrzehntelange Teilung Berlins, Deutschlands und Europas.

Menschen klettern am 09.11.1989 auf die Mauer in Berlin.

Tausende Menschen klettern am Abend des 9. Novembers 1989 auf die Berliner Mauer.

Foto: picture alliance / photothek | Thomas Imo

28 Jahre lang teilten Mauer und Grenze nicht nur Berlin und unser Land, sondern auch viele Familien, Freunde oder Nachbarn. Dass sie seit nunmehr 32 Jahren nicht mehr zwischen Ost- und Westdeutschland stehen, ist ganz entscheidend den friedlichen Bürger- und Protestbewegungen in der DDR zu verdanken.

Als eine „Sternstunde der deutschen Geschichte“ bezeichnet Kulturstaatministerin Grütters daher die Friedliche Revolution im Herbst 1989. Insbesondere jüngere Menschen aus der Friedens- und Umweltbewegung in der DDR, viele von ihnen kirchlich gebunden, hatten sich zusammengefunden und gegen das SED-Regime protestiert. Die immer größer werdende Zahl von Demonstrantinnen und Demonstranten führte am Abend des 9. Novembers schließlich zur Öffnung der Berliner Mauer.

„Unvergessen bleiben der Mut und die Freiheitsliebe der vielen DDR-Bürgerinnen und Bürger, die dem SED-Regime die Stirn geboten haben“, so die Staatsministerin für Kultur und Medien. Mit der Überwindung der Mauer endete nicht nur die Teilung Berlins und Deutschlands. Die Öffnung der Grenzen führte letztendlich auch zum Zusammenbruch der SED-Diktatur und zur Auflösung der DDR.

Gedenkveranstaltung an der Berliner Mauer

Zentraler Erinnerungsort an die deutsche Teilung ist die Gedenkstätte Berliner Mauer. Sie befindet sich an der ehemaligen Grenzlinie in der Bernauer Straße in Berlin und vermittelt einen Eindruck der menschenverachtenden DDR-Grenzanlagen. Neben Kulturstaatsministerin Grütters kamen dort heute Berlins Regierender Bürgermeister Müller sowie weitere Vertreter aus Politik und Gesellschaft zu einer Gedenkveranstaltung zusammen.

Die Bernauer Straße ist aber auch ein Ort, der an die friedliche Überwindung der Mauer erinnert. In der Nacht vom 10. zum 11. November 1989 wurden hier die ersten Mauersegmente herausgebrochen, um einen neuen Übergang zwischen Ost- und West-Berlin zu schaffen. Auch der offizielle Abriss der Grenzanlagen im Juni 1990 begann an der Bernauer Straße.

Aufarbeitung und Gedenken bleiben historische Verantwortung

„Die Aufarbeitung der SED-Diktatur und die Erinnerung an ihre Opfer bleiben auch für zukünftige Generationen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, betonte Grütters anlässlich des Jahrestags. Aus diesem Grund fördert und finanziert der Bund Gedenkstätten und Erinnerungsorte, die an die Zeit der deutschen Teilung und das SED-Unrecht erinnern, aus dem Etat der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Insbesondere junge Menschen sollen mithilfe der Förderlinie SED-Unrecht aus dem Bundesprogramm „Jugend erinnert“ mit vielfältigen Projekten über das SED-Regime und die Unterschiede zwischen Demokratie und Diktatur aufgeklärt werden. Den Ablauf einer Grenzkontrolle können Besucherinnen und Besucher in der Dauerausstellung im sogenannten Tränenpalast, der früheren Grenzabfertigungshalle am Berliner Bahnhof Friedrichstraße, nacherleben. Das zentrale Museum in Deutschland zum Thema Flucht und Ausreise aus der DDR ist die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde.