Kulturhaushalt

Kulturhaushalt 2021

Mit einem Plus von rund 155 Millionen Euro gegenüber dem Haushalt des Vorjahres ist der Etat der Staatsministerin für Kultur und Medien 2021 erstmals auf mehr als zwei Milliarden Euro angestiegen. Dazu kommen in diesem Jahr zusätzliche Mittel in Höhe von einer Milliarde Euro, die die Bundesregierung für das Konjunktur- und Rettungsprogramm NEUSTART KULTUR zur Verfügung gestellt hat.

Der Kulturhaushalt sieht in diesem Jahr Ausgaben in Höhe von 2,14 Milliarden Euro für Kultur und Medien vor. Damit können unter anderen große Investitionsvorhaben wichtiger kultureller Leuchtturminstitutionen angegangen werden.

Fast 85 Millionen Euro stehen über mehrere Jahre als Bundesanteil für die Sanierung des Festspielhauses Bayreuth bereit, 73 Millionen Euro für den Um- und Ausbau des Deutschen Literaturarchivs in Marbach. Für ein Sonderprogramm zur Erhaltung der Bausubstanz der Stiftung Preußischer Kulturbesitz sind für die nächsten fünf Jahre zusätzliche Bundesmittel in Höhe von insgesamt gut 76 Millionen Euro vorgesehen. Sie kommen zu den 6 Millionen Euro hinzu, die hierfür bereits im Regierungsentwurf des Haushalts enthalten waren.

Auch für Investitionsmaßnahmen in ganz Deutschland insbesondere im ländlichen Raum stehen künftig erhebliche Mittel zur Verfügung - davon fast 50 Millionen Euro allein in diesem Jahr. Hilfen, die Kulturorten wie dem Hermann-Hesse-Museum Calw oder dem Museum für Industriekultur Wuppertal, aber auch historischen Bauten wie den Domen von Worms und Greifswald oder den Schlössern Mirow und Kranichstein zugute kommen. Rund 93 Millionen Euro sind für bundesbedeutsame Denkmalschutzmaßnahmen in ganz Deutschland eingeplant.

Das Jüdische Museum Berlin erhält 3,2 Millionen Euro zusätzlich, um sein Haus künftig bei freiem Eintritt öffnen zu können. Mittel für entsprechende Modelle waren für das Humboldt Forum, die Museen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und das Deutsche Historische Museum bereits zuvor beschlossen worden. Damit sollen das Demokratieverständnis und das historische Urteilsvermögen gerade jüngerer Menschen in Deutschland gestärkt werden.

Zusätzliche Mittel in Höhe von 1,75 Millionen Euro stehen für die Aufarbeitung des Kolonialismus bereit - sowie 500.000 Euro für Projekte der kulturellen Bildung zur Prävention gegen Extremismus und Antisemitismus.

Chemnitz erhält für sein Programm als Kulturhauptstadt Europas 2025 insgesamt 25 Millionen Euro vom Bund.

Bundesmittel stehen außerdem für folgende Projekte und Einrichtungen zur Verfügung:

  • 6,2 Millionen Euro allein in diesem Jahr für die vollständige Überarbeitung und Modernisierung der Dauerausstellungen der beiden großen Geschichtsmuseen, des Deutschen Historischen Museums in Berlin und des Hauses der Geschichte in Bonn.
  • Die Mittel für authentische Orte der Demokratiegeschichte wurden mit 3 Millionen Euro auf das Sechsfache erhöht.
  • 22,5 Millionen Euro zusätzlich für die Deutsche Welle. Für erforderliche technische Anpassungen hat der Haushaltsausschuss hier zudem weitere 3 Millionen Euro etatisiert, womit die Gesamtförderung auf über 390 Millionen Euro anwächst.
  • Der German Motion Picture Fund zur Förderung von Serienproduktionen wurde auf 30 Millionen Euro verdoppelt.
  • Der Etat der Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste mit Sitz in Magdeburg, die die Provenienzforschung zu NS-Raubkunst, aber auch zu Kulturgutverlusten in der ehemaligen DDR sowie verstärkt Forschung und Projektförderungen zu Kulturgut aus kolonialen Kontexten in Museen und Sammlungen fördert, wurde um weitere 1,5 Millionen Euro angehoben. Die Kunstverwaltung des Bundes, die insbesondere den Kunstbestand der Bundesrepublik Deutschland betreut und mit Blick auf NS-verfolgungsbedingt entzogene Objekte erforscht, erhält knapp 4 Millionen Euro.
  • Um die Transformation in den deutschen Braunkohleregionen zu erleichtern, stehen mehr als 26 Millionen Euro zusätzlich für kulturelle Maßnahmen in diesen Regionen bereit. Die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz wird unterstützt, ihren Masterplan für das zum Weltkulturerbe zählende Gartenreich umzusetzen. Auch für die Stiftung Luthergedenkstätten und das Lausitz-Festival sind weitere Mittel vorgesehen.

Das Haushaltsgesetz ist zum 1. Januar 2021 in Kraft getreten.

Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 24.3.2021.