BKM-Preis Kulturelle Bildung 2016

Nominierte Projekte

(in alphabetischer Reihenfolge)

Buchkinder
Buchkinder Leipzig e.V. und Freundeskreis Buchkinder e.V. (Sachsen)

In einer Schreib- und Illustrationswerkstatt entwickeln Kinder und Jugendliche zwischen vier und 16 Jahren fabelhafte, urkomische Geschichten und machen daraus Bücher. Gemeinsam diskutieren sie ihre Ideen, schreiben sie auf, illustrieren und drucken sie, bis die fantasievollen Produkte zwischen Buchdeckeln vorliegen. Text und Bild sind dabei von gleicher Bedeutung. Am Ende stellen die Kinder der Erwachsenenwelt ihre Bücher in öffentlichen Lesungen und auf Buchmessen vor. Inzwischen gibt es unterschiedliche Buchkinder-Formate für unterschiedliche Altersgruppen, so zum Beispiel in einem eigenen Kindergarten, in offenen Werkstätten und in pädagogischen Seminaren.

Entdecke Design
Stiftung Deutsches Design Museum (Hessen)

Das Programm bildet den Rahmen für kostenfreie Workshops mit Designfachleuten aus der Praxis, die das jeweilige Alter, den Schultyp und den thematischen Schwerpunkt des Unterrichts berücksichtigen. Damit findet das fächerübergreifende Thema "Design" an Schulen erstmals seine verdiente Beachtung. Kinder und Jugendliche werden ermutigt, ihre kreativen Fähigkeiten zu erkennen und gestalterisch umzusetzen. Bildungseinrichtungen, Designerinnen, Förderer und Sponsoren bilden ein kontinuierlich wachsendes Netzwerk, um das Bewusstsein für den Umgang mit Design zu fördern. Bald werden auch junge Erwachsene und Pädagogen weitergebildet.

Fluchtpunkte
ACC Galerie Weimar e.V. in Kooperation mit dem Kunstfest Weimar (Thüringen)

Weimarer Bürgerinnen und Bürger bewarben sich als Kuratoren einer Ausstellung, in der sie ihre brennendsten Fragen thematisieren konnten. Vier von ihnen setzten sich anschließend mit den Themen "Flucht und Migration in Weimar, Deutschland und der Welt" auseinander. Es entstand eine Ausstellung, die auf großes Interesse des städtischen Publikums stieß. Neben Führungen durch die Kuratorinnen wurde auch ein interdisziplinäres Rahmenprogramm angeboten, das unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen gezielt angesprochen hat.  

Frankfurt liest ein Buch
Frankfurt liest ein Buch e.V. (Hessen)

Das Frankfurter Lesefest illustriert, wie kreative Literaturvermittlung im Zusammenspiel von nahezu allen öffentlichen Kultureinrichtungen der Stadt und vielen bürgerschaftlich Engagierten eine ungeahnte Breitenwirkung entfalten kann. Jedes Jahr wird ein neues Buch mit einem inhaltlichen Bezug zu Frankfurt ausgewählt, das die thematische Grundlage für einen Dialog zwischen unterschiedlichen kulturellen Gruppen der Stadtgesellschaft bildet. Aspekte lokaler Identität verbinden sich so mit einem neuen gemeinsamen Gesprächsanlass quer durch die Bevölkerung. Das Projekt regt zum Nachahmen an.

Jekiss- Jedem Kind seine Stimme 
Westfälische Musikschule Münster (Nordrhein-Westfalen)

Damit alle Grundschulkinder in Münster unabhängig von sozialer Lage und ethnischer Herkunft die Welt der Musik kennenlernen, sichert die Stadt Münster deren Grundmusikalisierung. Das Projekt beruht auf vier Säulen: dem Schulchor, der Lehrerfortbildung, dem täglichen Singen in den Klassen sowie dem gemeinsamen Schulsingen. Speziell ausgebildete Chorlehrerkräfte sorgen für eine gleichbleibend hohe Qualität des Singens. Inzwischen wurden nach diesem Vorbild in 27 Städten in elf Bundesländern über 1.500 Musikpädagoginnen und -pädagogen fortgebildet.

Minifilmclub
Deutsches Filminstitut / Deutsches Filmmuseum (Hessen)

Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren besuchen zehn Mal mit ihrer Kita-Gruppe das Deutsche Filmmuseum. Zunächst erkunden sie das Museum und machen sich mit dem Medium Film vertraut. Anschließend schauen sie sich abstrakte Avantgardefilme und historische Filme an. Danach werden die Eindrücke zum Ausgangspunkt eigenen ästhetischen Forschens: Die Kinder malen und experimentieren mit unterschiedlichsten Materialen, Klängen, Bewegungen und Techniken oder fertigen Trickfilme an. Mit geschärftem Blick sehen sie sich die Filme erneut an. Das Projekt zeigt, welche Möglichkeiten ästhetischer Filmbildung möglich sind, die Kinder als Rezipientinnen ernst nimmt.

Nachtfrequenz - Die Nacht der Jugendkultur
Landesvereinigung Kulturelle Jugendarbeit NRW e.V. (Nordrhein-Westfalen)

Die "Nacht der Jugendkultur" findet jährlich in über 60 Städten in ganz Nordrhein-Westfalen statt. Sie bietet eine Bühne für die Talente und Fähigkeiten von Jugendlichen im ganzen Land Nordrhein-Westfalen – und für deren Anliegen und Botschaften. Die Angebote sind extrem unterschiedlich – mancherorts taucht die ganze City in die "Nachtfrequenz" ein; andernorts reicht das Programm von diversen Theateraufführungen über Workshops, Shows, Poetry Slams bis zu Konzerten. Jugendliche beziehen Position und fordern zum Dialog auf. Entwickelt werden die Programme von Jugendlichen, gemeinsam mit Jugend- und Kultureinrichtungen.

Rambazamba Celebrates Diversity 
RambaZamba e.V. (Berlin)

Das integrative Theater RambaZamba entwickelt theater-, kunst-, und musikpädagogische Angebote, um Kinder und Jugendliche auf ihre Inszenierungen einzustimmen. In einer "Offenen Werkstatt" entsteht ein inklusives Format, in dem Darstellende und Bildende Künstlerinnen und Künstler mit Beeinträchtigungen auf Kinder, Jugendliche und Studierende treffen. Erfahrene pädagogische und künstlerische Fachleute bildeten Schauspielerinnen und Schauspieler von RambaZamba dafür zu Ko-Leitern inklusiver kultureller Bildung für Kinder und Jugendliche aus. 

Tinkertank
Interactive Media Foundation gGmbH (Baden-Württemberg)

Kinder wachsen heute mit vorformatiertem Spielzeug und komplexen medialen Phänomenen auf – wissen oft aber kaum, wie diese hergestellt werden. Im Projekt Tinkertank erhalten sie die Möglichkeit, mit Materialien zu experimentieren und technische Prozesse zu entdecken. Kinder und Jugendliche nehmen Elektroschrott – und -Spielzeug auseinander, um damit künstlerisch-spielerisch zu experimentieren. Sie erfinden, verwerfen und erneuern, erzählen neue Geschichten und geben vermeintlich Kaputtem eine Bedeutung. Grundlegend für die Qualität des Projekts ist sein spielerisch-künstlerisches Konzept, das zielgerichtet und ergebnisoffen zugleich ist. Jenseits des Zweckmäßigen öffnet sich eine Welt skurriler Gestalten, doppelter Böden und verborgener Geschichten. Mit Innovationskraft, Humor und einem erstaunlichen Durchhaltevermögen lüften die jungen Menschen den Vorhang unserer High-Tech-Welt  und werfen einen Blick hinter die Oberfläche der Bildschirme und Geräte.

Trimum
Trimum e.V. (Baden-Württemberg)

Jüdische, christliche und muslimische Musikerinnen, Theologen und Wissenschaftlerinnen suchen nach einer "Musik des Trialogs", gestalten interreligiöse Konzerte und Feiern, schreiben neue Lieder und führen Workshops für Kinder und Jugendliche im Altenheim oder für Multiplikatoren durch. Sowohl in der Organisation als auch in der Konzeption und Dramaturgie wird auf eine ausgewogene jüdisch-christlich-islamische Besetzung geachtet. Jüdische, christliche und muslimische Menschen pflegen so eine lebendige Kultur der "musikalischen Gastfreundschaft". Das ganzheitlich gedachte Konzept reicht von theologischer Grundlagenforschung und musikwissenschaftlich-kompositorischen Überlegungen bis zu ästhetischer Praxis und pädagogischer Basisarbeit.

 

 

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