Verleihung des Ordens vom Aztekischen Adler

Mexiko ehrt Grütters mit Verdienstorden

Die mexikanische Botschaft in Berlin hat Kulturstaatsministerin Grütters mit dem Orden vom Aztekischen Adler ausgezeichnet.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters zu Besuch in Mexiko.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters zu Besuch in Mexiko.

Foto: Bundesregierung

Er ist der höchste Orden, den Mexiko an ausländische Personen verleiht: Der Orden vom Aztekischen Adler. Mit dem in einem Medaillon eingefassten Abbild eines Adlers auf blauem Grund würdigt die mexikanische Regierung Menschen, die sich in besonderer Weise um die mexikanische Kultur verdient gemacht haben. Bisherige Preisträger sind unter anderem Pablo Neruda und Bill Gates.

Nach letzterem reiht sich nun auch Kulturstaatsministerin Grütters in die Liste der Preisträger und Preisträgerinnen in der Ordensstufe 'Ritter' ein. Mexikos Botschafter S.E. Rogelio Granguillhome würdigte vor rund 150 geladenen Gästen in Berlin Grütters' Engagement zur Förderung des deutsch-mexikanischen Kulturaustausches, insbesondere im vergangenen Jahr, in dem Mexiko das Deutschlandjahr feierte. Vorausgegangen war 2016 das Mexiko-Jahr in Deutschland, das mit der vielbeachteten Ausstellung "Maya - Sprache der Schönheit" im Martin-Gropius-Bau in Anwesenheit des mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto, des damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck und Kulturstaatsministerin Monika Grütters eröffnet wurde.

Austausch statt Mauern

Zum Deutschland-Jahr in Mexiko hatte Grütters die lateinamerikanische Kulturnation im Frühjahr 2017 besucht und unter anderem in Puebla die dortige Station einer Popup-Tour eröffnet, mit der die Kultur, Sprache und Wirtschaft Deutschlands einem breiten Publikum vor Ort näher gebracht wurde. Im Gespräch mit der mexikanischen Kulturministerin María Cristina García Cepeda hatte Grütters zudem die Rolle des neuen deutschen Kulturgutschutzgesetzes bei der Bekämpfung des illegalen Handels mit Kulturgütern erläutert und bei einem Treffen mit Filmschaffenden beider Länder für eine engere Zusammenarbeit im Bereich des Films geworben.

Angesichts zunehmender Spannungen im Verhältnis zwischen Mexiko und den USA unter Präsident Trump hatte die deutsche Kulturstaatsministerin mit ihrem Besuch vor allem eine Botschaft verbunden: "Jetzt ist es besonderes wichtig, dass Länder wie Deutschland den Mexikanern ihre Solidarität erklären - nicht zuletzt, sondern insbesondere in der Kultur."

Ehrung in Erinnerung einer inspirierenden Reise

Mit Blick auf diese Reise erklärte Grütters bei der heutigen Ordensverleihung in Berlin: "Diese wichtige Auszeichnung ist für mich nicht nur eine schöne Ehrung, sondern auch eine schöne Erinnerung an meine wunderbare Mexikoreise im Frühjahr 2017. Dabei denke ich vor allem gerne an meine inspirierenden Begegnungen und Gespräche mit Künstlerinnen, Künstlern, Kulturschaffenden und Kulturpolitikern des Landes."

Die Reise habe ihr beeindruckend vor Augen geführt, warum Mexiko als die "Seele Lateinamerikas" gilt. "Hier vereint sich alles, was diesen uns geographisch zwar fernen, aber kulturell und emotional sehr nahen Subkontinent ausmacht", so Grütters.

Mexiko im Humboldt Forum

Daher sei es nur konsequent, dass Mexiko im Berliner Humboldt Forum künftig eine herausragende Rolle spielen wird, fuhr die Staatsministerin fort. "Mit etwa 50.000 Objekten aus dem vorspanischen Mexiko dürfen wir hier wohl die größte Sammlung außerhalb Mexikos - sicherlich in Europa - präsentieren und so einen einzigartigen Dialog der Kulturen zwischen Deutschland und Mexiko eröffnen. Damit knüpfen wir nicht zuletzt auch an den großen Erfolg der Maya-Ausstellung im Martin-Gropius-Bau im Jahr 2016 mit mehr als 50.000 Zuschauern an."

Provenienzforschung stärken und Rückgaben ermöglichen

Die Ausstellung habe eindrücklich vor Augen geführt, wie reich das Kulturerbe Mexikos ist, das ebenso wie andere Kulturstätten in Lateinamerika von Raubgrabungen und Zerstörungen bedroht ist, sagte Grütters und betonte: "Genau deshalb übernimmt Deutschland als Kulturnation - in sehr guter bilateraler Zusammenarbeit mit Herkunftsstaaten wie Mexiko - für den Schutz von Kulturgut ausländischer Staaten und im Vorgehen gegen den illegalen Handel Verantwortung."

Zu den Maßnahmen des Bundes gehören unter anderem die verstärkte Aufarbeitung der Provenienzen von Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten - einer der wichtigsten kulturpolitischen Aufgaben der aktuellen Legislaturperiode - sowie das 2016 novellierte Kulturgutschutzgesetz, mit dem die Bundesregierung eine rechtliche Handhabe für die Rückgabe illegal gehandelten Kulturguts geschaffen hat. "Zwei erfolgte Rückgaben an Mexiko in diesem Jahr, Teile der 'Sammlung Leonardo Patterson' sowie ein Tonkopf aus präkolumbianischer Zeit fanden zwar noch nicht auf der Grundlage des neuen Gesetzes statt, sind aber doch ein guter Anfang und zukunftsweisend", schloss die Kulturstaatsministerin.

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