10 Jahre Vision Kino

Kino macht Schule

"Vision Kino" fördert seit 2005 die Filmkompetenz von Kindern und Jugendlichen. Kulturstaatsministerin Grütters gratulierte in Berlin zu zehn Jahren engagierter und erfolgreicher Arbeit. Filmbildung sei die Voraussetzung dafür, dass der Film auch als Kulturgut eine Zukunft habe, sagte sie.

SchulKinoWochen in Hessen

Nicht nur Schülerinnen und Schüler sind von den SchulKinoWochen begeistert.

Foto: Uwe Dettmar

"Filmbildung heißt auch: die kulturelle Bedeutung des Films, den künstlerischen Wert eines Films zu verstehen", erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters bei der Jubiläumsfeier im Berliner Kino "Arsenal". Wie alle Kunst sei auch die Filmkunst avantgardistisch im besten Sinn, sie dürfe unbequem sein, sie gehöre zum kritischen Korrektiv gesellschaftlicher Entwicklungen. "Wenn sie dann auch noch unterhaltsam ist, umso besser!", sagte Grütters

Die Filmbildung vor allem junger Menschen steht im Mittelpunkt der Arbeit von Vision Kino. Ziel ist es, das Bewusstsein für das Kunstwerk Film zu fördern und Kinder und Jugendliche für den anspruchsvollen Kinofilm und das Kino als Ort kultureller Erlebnisse zu gewinnen. Das gelingt Vision Kino zum Beispiel durch die SchulKinoWochen, die jedes Jahr bundesweit stattfinden.

Rekord für die SchulKinoWochen

Ein Konzept, dass erfolgreich ist: An den SchulKinoWochen nehmen mittlerweile 783 Kinos und damit fast die Hälfte aller Kinos in Deutschland teil, freute sich Grütters. Fast 800.000 Schülerinnen und Schüler haben im Schuljahr 2014/2015 mit ihren Lehrkräften mitgemacht.

Den teilnehmenden Schulen bietet Vision Kino während der SchulKinoWochen ein vielfältiges Programm aus Filmen, unterrichtsbegleitenden Materialien und Fortbildungsmöglichkeiten. Bei der Auswahl der Filme wird darauf geachtet, dass sie den Kindern und Jugendlichen mit Erzählweisen auf Augenhöhe einen erlebnisreichen, anregenden und auch kritischen Zugang zum Geschehen ermöglichen. Die Kinos bieten Vorstellungen zu vergünstigten und einheitlichen Sonderpreisen.

Von der Kulturstaatsministerin gefördert

Gefördert wird Vision Kino durch die Kulturstaatsministerin, die auch weiterhin finanzielle und politischer Unterstützung zugesagt hat.

2016 soll Vision Kino noch eine Sonderförderung von über 100.000 Euro erhalten, um drei Projekte für und mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen zu realisieren. "Kunst und Kultur können und müssen zur Integration der Menschen beitragen, die Zuflucht suchen und Asyl erhalten in Deutschland", betonte Grütters. "Deshalb liegt mir die Unterstützung solcher Projekte ganz besonders am Herzen."

Projekte und Publikationen

Die Vision Kino hat aber noch mehr im Angebot. Das gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung betriebene Internetportal kinofenster.de veröffentlicht monatlich aktuelle Filmtipps, thematische Hintergrundinformationen und Unterrichtsvorschläge. Dazu kommen eigene vertiefende Publikationen wie Filmhefte, DVDs, Leitfäden für die schulische Filmbildung.

Mit dem Drehbuchpreis "Kindertiger" zeichnet Vision Kino zudem gemeinsam mit dem Kinderkanal Ki.ka das beste Drehbuch eines bereits realisierten Kinderfilms aus. Das Preisgeld dafür kommt von der Filmförderungsanstalt (FFA).

Vision Kino wendet sich aber auch an die Fachleute aus Bildung, Film, Medien und Politik: Unter dem Titel "Film – Kompetenz – Bildung" lädt sie in regelmäßigen Abständen zu Kongressen ein. Sie haben sich nicht nur als Foren des Austauschs, sondern auch als Plattformen für die aktuelle Diskussion zum Thema "Filmbildung" bewährt.

Die Vision Kino gGmbH wurde 2005 als Public-Private-Partnership durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Filmförderungsanstalt, die Stiftung Deutsche Kinemathek sowie den Filmtheaterverbänden und dem Verleiherverband ins Leben gerufen.

Beitrag teilen