Mahnende Erinnerung an den Vernichtungskrieg

80. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion Mahnende Erinnerung an den Vernichtungskrieg

Am 22. Juni 1941 fiel die deutsche Wehrmacht in die Sowjetunion ein. Damit begann ein Eroberungs- und Vernichtungskrieg, der Millionen Opfer forderte. Anlässlich des 80. Jahrestags dieses Überfalls zeigt das Deutsch-Russische Museum Berlin-Karlshorst die Ausstellung „Dimensionen eines Verbrechens. Sowjetische Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg“.

Open-Air-Ausstellung im Museumsgarten des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst

Die Open-Air-Ausstellung des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst zeigt individuelle Schicksale sowjetischer Kriegsgefangener.

Foto: Harry Schnitger / Museum Berlin-Karlshorst

Mehr als die Hälfte der sowjetischen Kriegsgefangenen kam während der Gefangenschaft ums Leben. „Ihrer gedenken wir heute am Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion“, sagte Kulturstaatsministerin Grütters. An sie erinnert auch die Ausstellung „Dimensionen eines Verbrechens. Sowjetische Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg“ des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst.

„Eindringlich macht die Ausstellung das Leid der etwa 5,7 Millionen Kriegsgefangenen aus allen damaligen Sowjetrepubliken und ihre vielfältigen Schicksalswege begreifbar. Sie sind uns mahnende Erinnerung daran, gemeinsam weiter einzutreten für Versöhnung und Verständigung mit allen Ländern oder ihren Nachfolgestaaten, die im Zweiten Weltkrieg Opfer der deutschen Aggression wurden“, so die Staatsministerin für Kultur und Medien.

Biografien beleuchten individuelle Schicksalswege von Kriegsgefangenen

Die sowjetischen Kriegsgefangenen sind mit mehr als drei Millionen Toten eine der größten Opfergruppen des Zweiten Weltkriegs. Eine Vielzahl von ihnen wurde erschossen. Die meisten starben jedoch aufgrund einer völlig unzureichenden Versorgung an Hunger und Krankheiten. Neben einem thematischen Überblick bis in die Gegenwart, werden in der Ausstellung individuelle Schicksale sowjetischer Soldatinnen und Soldaten anhand von zwölf Biografien vorgestellt.

Die Eröffnung fand am 18. Juni 2021 mit der zentralen Gedenkrede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum 80. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion statt. Bis zum 3. Oktober 2021 ist die Open-Air-Ausstellung im Garten des Museums Berlin-Karlshorst für Besucherinnen und Besucher geöffnet.