Deutscher Buchhandlungspreis 2018

Liebeserklärung an die Welt der Bücher

In Kassel hat Kulturstaatsministerin Grütters den Deutschen Buchhandlungspreis 2018 verliehen. Dieser sei, genau wie der künftige Deutsche Verlagspreis, nicht nur eine Liebeserklärung an das Kulturgut Buch, sondern "durchaus auch eine öffentliche Kampfansage gegen dessen Degradierung zur bloßen Handelsware", erklärte Grütters in ihrer Festrede.

Logo des Deutschen Buchhandlungspreises 2018

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Foto: Deutscher Buchhandlungspreis

Bei der vierten Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreis hat Kulturstaatsministerin Grütters insgesamt 118 Buchhandlungen in ganz Deutschland ausgezeichnet. Sieger in der Kategorie der besten nominierten Buchhandlungen sind die Buchhandlung Kumulus in Berlin, die Buchhandlung Klaus Bittner in Köln und die Buchhandlung Lessing und Kompanie in Chemnitz. Mit der Auszeichnung sind Prämien von jeweils 25.000 Euro verbunden.

Der Deutsche Buchhandlungspreis wird in drei verschiedenen Kategorien mit Preisgeldern in Höhe von jeweils 25.000, 15.000 und 7.000 Euro vergeben. Zehn Buchhandlungen erhielten in diesem Jahr ein undotiertes Gütesiegel. Alle Preisträger finden Sie hier.

Liebserklärung an die Welt der Bücher

In ihrer Rede zu Beginn der Preisverleihung würdigte Kulturstaatsministerin Grütters die Buchhändlerinnen und Buchhändler, "die dafür sorgen, dass es auch abseits der Bestsellerlisten Aufmerksamkeit gibt für lesenswerte Bücher: für außergewöhnliche Geschichten, für ungehörte – und unerhörte – Stimmen, für neue Perspektiven. Bei Ihnen sind Bücher eben nicht nur bloße Handelsware und Konsumgut, sondern Liebhaberstücke und Kulturgut."

Die Leidenschaft dahinter schilderte Grütters am Beispiel einer der ersten weiblichen Buchhändlerinnen der USA, Madge Jenison, zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sie schuf damals eine neue Art von Buchhandlung, in der Lesungen stattfanden und Menschen zusammenkamen, um sich über Literatur und Kultur auszutauschen. "Ihre Buchhandlung beschrieb Jenison als einen 'magischen Ort, der sich von anderen abhob und in dem schon der Kauf eines Buches zu einem aufregenden Erlebnis wurde', zitierte Grütters und fügte hinzu: "Man könnte auch sagen: Ihre Buchhandlung war ihre Liebserklärung an die Welt der Bücher."

Kampfansage Deutscher Verlagspreis

Genau solch eine Liebeserklärung an das Kulturgut Buch ist, laut Grütters, neben dem Deutschen Buchhandlungspreis auch der Deutsche Verlagspreis, den die Staatsministerin ins Leben gerufen hat. Mit ihm will die Bundesregierung die gesellschaftliche sowie kulturelle Bedeutung der unabhängigen Verlage und deren besondere Rolle für die demokratische Debattenkultur würdigen.

Grütters betonte hierbei: "Ich möchte diesen Preis aber nicht nur als Liebeserklärung, sondern durchaus auch als öffentliche Kampfansage verstanden wissen. Denn wir wenden uns damit auch gegen die Degradierung des Kulturguts Buch zur bloßen Handelsware."

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