Villa Massimo in Berlin

Lange Nacht der Kunst

Zum zwölften und letzten Mal hat im Gropius Bau in Berlin die "Nacht der Villa Massimo" stattgefunden. Dort stellten Künstlerinnen und Künstler der Deutschen Akademie Rom ihre Arbeiten aus dem Stipendiatenjahr 2017/2018 vor. Für Kulturstaatsministerin Grütters ein besonderer Moment, denn die Präsentationen waren immer auch ein Ergebnis der Künstlerförderung des Bundes.

Gäste fotografieren eine Kunstinstallation bei der Nacht der Villa Massimo in Berlin.

Besucher betrachten die Kunstinstallation "Cleopatra/Extended 2" von Bettina Allamoda.

Foto: Villa Massimo/Sebastian Bolesch

Das Stipendium für die Deutsche Akademie Rom ist eine der bedeutendsten Auszeichnungen für Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland. Der Bund unterstützt die Villa Massimo und ihr Stipendiatenprogramm 2019 mit rund 2,7 Millionen Euro.

Bis zu zehn Stipendiatinnen und Stipendiaten erhalten während eines zehnmonatigen Aufenthaltes in den Atelierhäusern der Villa Massimo die Gelegenheit, zu arbeiten und sich in Einzelausstellungen, Konzerten oder Veranstaltungen zu präsentieren.

Kunst verschiedener Sparten

Einmal im Jahr stellen sie ihre in Rom entstandenen Werke eine Nacht lang in Deutschland vor. Zu sehen sind sie im Erdgeschoss des Gropius Baus in Berlin. Rund 2.500 Besucherinnen und Besucher schauen sich jedes Jahr die dort gezeigten Ausstellungen, Multimedia-Installationen und Filme an und verfolgen Konzerte und Lesungen.

Auch in ihrer zwölften und zugleich letzten Ausgabe wartete die "Nacht der Villa Massimo" mit einem breiten künstlerischen Spektrum aus den Sparten Architektur, Bildende Kunst, Literatur und Musik auf. Den musikalischen Auftakt gaben der Pianist William Youn und der Bratschist Nils Mönkemeyer. Architekt Benedict Esche und Komponist Gordon Kampe hielten anschließend die als Dialog angelegte Stipendiatenrede, in der sie Einblicke in ihren Aufenthalt in der Villa Massimo gaben.

Danach folgten Ausstellungen und Lesungen unter anderem von Bettina Allamoda, Jörg Herold, Christoph Keller und Iris Hanika.

Abschied von Joachim Blüher

Die "Nacht der Villa Massimo" geht auf den scheidenden Akademiedirektor Joachim Blüher zurück, der sie nun zum letzten Mal präsentierte. Neben Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, der in diesem Jahr die zentrale Rede hielt, nahm auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters am Rundgang teil.

Für Grütters ist das deutsche Künstlerhaus in Italien ein wahrer "Glücksfall für die deutsche Künstlerförderung" - ein Schutzraum in Rom, in dem Künstlerinnen und Künstler fernab des Alltags ungestört an ihren Ideen arbeiten können.

Erinnerung an Kunstmäzen Eduard Arnhold

Gegründet wurde die Deutsche Akademie Rom 1910 in der Villa Massimo im Nordosten Roms von dem Unternehmer und Mäzen Eduard Arnhold (1849 - 1925). Arnhold selbst war Besitzer der bedeutendsten Privatsammlung mit Gemälden von Max Liebermann und war neben James Simon einer der größten Kunstmäzene Berlins.

Heute ist die Villa Massimo Eigentum der Bundesrepublik Deutschland. Mit ihren Ausstellungen, den Atelierrundgängen, zahlreichen Symposien und Konzerten ist sie zu einem lebendigen Treffpunkt der kulturinteressierten Öffentlichkeit Roms geworden.

Beitrag teilen