Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Mit den 17 Sammlungen und vier Instituten der Staatlichen Museen, der Staatsbibliothek, dem Geheimen Staatsarchiv, dem Ibero-Amerikanischen Institut sowie dem Staatlichen Institut für Musikforschung, zählt die Stiftung Preußischer Kulturbesitz zu den größten und bedeutendsten Kultureinrichtungen Deutschlands. Sitz der Stiftung und ihrer Einrichtungen ist Berlin.

James-Simon-Galerie auf der Museumsinsel

James-Simon-Galerie und Neues Museum auf der Museumsinsel

Foto: Ute Zscharnt für David Chipperfield Architects

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz wurde 1957 per Gesetz gegründet. Ihre Aufgabe ist es, die ihr übertragenen Kulturgüter zu bewahren, zu pflegen und zu ergänzen. Dabei soll sie den Zusammenhang der ehemals preußischen Sammlungen erhalten und eine Auswertung dieses Kulturbesitzes für die Interessen der Allgemeinheit in Wissenschaft und Bildung und für den Kulturaustausch zwischen den Völkern gewährleisten.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) wird vom Bund und von allen Ländern finanziert. Der Bund trägt drei Viertel der laufenden Betriebskosten und in vollem Umfang die Kosten für die Bauinvestitionen.

Im Sommer 2020 hat der Wissenschaftsrat die Ergebnisse einer Evaluation der Stiftung mit weitreichenden Empfehlungen für eine Strukturreform vorgelegt. Diese werden nun vom Stiftungsrat und einer dafür eingesetzten Reformkommission ausgewertet und weiterverfolgt. Im Juni 2021 hat der Stiftungsrat auf Empfehlungen der Reformkommission konkrete Eckpunkte der Neustrukturierung beschlossen.

Masterplan für die Museumsinsel

Altes und Neues Museum, Pergamonmuseum, Bode-Museum und Alte Nationalgalerie bilden als Ensemble die Museumsinsel und das Herzstück der SPK. 1999 stellte die UNESCO sie als Weltkulturerbe unter ihren Schutz. Im gleichen Jahr beschloss der Stiftungsrat einen Masterplan für die Sanierung der Gebäude und die zeitgemäße Entwicklung des gesamten Museumsquartiers.

Bis auf die noch anstehende Sanierung des Alten Museums und die langfristig angelegte laufende Sanierung des Pergamonmuseums sind die Pläne mittlerweile weitgehend umgesetzt. Auch die von dem britischen Architekten David Chipperfield entworfene James-Simon-Galerie ist bereits eröffnet. Mit ihrem weißen Säulengang empfängt sie als zentrales Eingangsportal seit 2019 die Besucherinnen und Besucher.

Sanierung der Staatsbibliothek zu Berlin

Nach 15-jähriger Bautätigkeit wurde im Januar 2021 die Staatsbibliothek Unter den Linden wiedereröffnet. Bei laufendem Bibliotheksbetrieb war das denkmalgeschützte Gebäude von 2005 bis 2019 umfassend saniert, modernisiert und erweitert worden. 
Auch der zweite Standort der Staatsbibliothek zu Berlin, das Haus Potsdamer Straße, wird bereits in Teilen saniert. Derzeit finden die Planungen für eine umfangreiche Generalsanierung des Hauses statt.

Museum für die Kunst des 20. Jahrhunderts

Direkt gegenüber der Staatsbibliothek Potsdamer Straße errichtet die Stiftung am Berliner Kulturforum in Erweiterung der Neuen Nationalgalerie das „Museum des 20. Jahrhunderts“. Dies eröffnet die einmalige Chance, das Kulturforum neu zu definieren. Gleichzeitig können die international bedeutenden Bestände der Nationalgalerie zur Kunst des 20. Jahrhunderts, die Sammlungen Marx, Pietzsch und Marzona sowie Werke aus dem Kupferstichkabinett dort in ihrer Breite erstmals dauerhaft und gemeinsam ausgestellt werden.

fassade des geplanten Museums des 20. Jahrhunderts

Geplantes Museums des 20. Jahrhunderts am Berliner Kulturforum

Foto: Herzog & de Meuron

Aus einem mehrstufigen Wettbewerbsverfahren ging der Entwurf von Herzog & de Meuron als Sieger hervor. Die Konzeption wird das Kulturforum mit seinen ikonischen Bauten von Ludwig Mies van der Rohe, Friedrich August Stüler und Hans Scharoun auch städtebaulich neu definieren. Im Dezember 2019 wurde der erste Spatenstich für das Museum gesetzt.

Aufgrund von Sanierungsarbeiten ist die Neue Nationalgalerie seit Anfang 2015 geschlossen. Im April 2021 fand die Schlüsselübergabe statt; die Wiedereröffnung erfolgt im August 2021.