Förderung von Theater und Tanz

Theater und Tanz

Theater und zeitgenössischer Tanz aus Deutschland finden im In- wie Ausland große Beachtung. Gemeinsam mit den Ländern und Kommunen fördert die Kulturstaatsministerin Einrichtungen und Projekte mit nationaler oder internationaler Ausstrahlung, die impulsgebend für die deutsche Szene sind.

Schauspiel Frankfurt Medea von Euripides Regie Michael Thalheimer

Theatertreffen 2013: Inszenierung der Medea von Euripides des Schauspiels Frankfurt

Foto: Birgit Hupfeld

Dazu gehört eine ganze Reihe bedeutender Theaterfestivals: das "Theater der Welt", das alle drei Jahre vom Internationalen Theaterinstitut in wechselnden Städten organisiert wird, ebenso wie das jährliche Berliner Theatertreffen. Als Schaufenster der deutschsprachigen Theaterszene ist dieses Festival jedes Jahr Publikumsmagnet für Theaterfans aus dem gesamten deutschsprachigen Raum.

Gefördert werden auch die Ruhrfestspiele Recklinghausen, die Mühlheimer Theatertage - als Festival neuer Dramatik - und "Impulse", ein Festival, bei dem die freie Szene ihre interessantesten Produktionen präsentiert. Außerdem werden bundesweite Projekte des Deutschen Forums für Figurentheater und Puppenspielkunst, des Bundes Deutscher Amateurtheater e.V. und der Stiftung Deutsches Kabarettarchiv e.V. gefördert.

Über den Fonds Darstellende Künste e.V. werden bundesweit Projekte der freien Theater- und Tanzszene gefördert. Auf Empfehlung einer Jury werden dabei vor allem experimentelle, interdisziplinäre und netzwerkbildende Projekte sowie Vorhaben mit Modellcharakter mitfinanziert.

Seit 2015 lobt die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien alle zwei Jahre einen Theaterpreis aus, der die Programmarbeit speziell kleinerer und mittlerer Theater würdigt, die abseits der Metropolen und oft unbeachtet von den überregionalen Feuilletons eine unverzichtbare künstlerische Arbeit leisten. Die Preisgelder werden wieder in neue Projekte investiert und helfen somit, die Theaterkunst in die Breite der Gesellschaft zu tragen.

Tanz fördern

"Tanzplattform Deutschland" ist das international beachtete Treffen der deutschen Tanzszene. Das alle zwei Jahre stattfindende Festival wird seit 1996 vom Bund  gefördert. Auf Initiative der BKM haben Bund und nahezu alle Bundesländer 1999 das Nationale Performance Netz (NPN) eingerichtet. Über Partnerschaften mit Veranstaltern ermöglicht das Netz Tanzkompagnien Gastspiele in anderen Bundesländern – und das zu angemessenen Gagen. Der Erfolg dieses Modells hat zu einem ähnlichen Netzwerk im Bereich der freien Theater geführt. Außerdem werden Koproduktionen und internationale Auftritte von Tanzkompanien gefördert.

Nach dem überaus erfolgreichen "Tanzplan Deutschland", den die Kulturstiftung des Bundes über fünf Jahre bis 2010 mit 12 Millionen Euro ausstattete, hat der Bund weitere Programme aufgelegt, die bundesweit neue Impulse in die Tanzlandschaft setzen. Mit „Dance on“ entstand ein Ensemble, das Choreografien umsetzte, die den künstlerischen Erfahrungsschatz speziell von älteren Tänzerinnen und Tänzern sichtbar machten. Das vom Bund geförderte Bundesjugendballett in Hamburg setzt nach einer Idee von John Neumeier auf eine vielseitige künstlerische Ausbildung und wirkt als Botschafter des Tanzes in die Breite der Gesellschaft. Mit einem von Bund, Ländern und Kommunen vereinbarten und gemeinsam finanzierten „Tanzpakt“ erhalten ausgewählte Kompanien eine Chance, neue Wege ihrer künstlerischen Entwicklung zu gehen. Der Bund unterstützt auch den Dachverband Tanz, der zu einem Motor und Netzwerker der bundesweiten Tanzszene geworden ist.

Tanzkongress

Mit dem Tanzkongress, der alle drei Jahre stattfindet, wurde ein Forum für die Fachdiskussion und die Vernetzung der Szene geschaffen. Der nächste Tanzkongress wird 2019 im Festspielhaus Hellerau in Dresden stattfinden. Außerdem entstand mit dem Digitalen Atlas Tanz eine Internetplattform, die künftig in Zusammenarbeit mit allen Tanzarchiven und Sammlungen in Deutschland zur zentralen Informationsquelle über das Tanzerbe in Deutschland entwickelt werden soll.

In der Nachfolge des Tanzplanes hat die Kulturstiftung des Bundes weitere Programme entwickelt: Der noch bis 2019 laufende Tanzfonds "Erbe" soll es Compagnien ermöglichen, sich stärker mit der Geschichte des modernen Tanzes auseinanderzusetzen. Mit dem neuen Programm „Tanzland“ möchte die Kulturstiftung des Bundes durch die Förderung von Gastspielen fester Ensembles oder der freien Szene das Angebot an zeitgenössischen Tanzproduktionen ganz gezielt in kleineren und mittleren Städten erweitern oder überhaupt erst möglich machen.

Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 24.5.2018.

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