Denkmalschutz und Baukultur

Fachleute schätzen, dass es in Deutschland rund 1,3 Millionen Kulturdenkmäler gibt: von Einzeldenkmälern bis zu ganzen historischen Stadtkernen. Ein Drittel davon gilt als gefährdet oder dringend sanierungsbedürftig. Neben Ländern und Gemeinden hilft auch der Bund, dieses kulturelle Erbe zu erhalten.

Denkmalschutz und Denkmalpflege sind zwar in erster Linie Aufgaben der Länder, der Erhalt wichtiger nationaler Kulturdenkmäler ist aber von je her auch ein Schwerpunkt der Kulturpolitik des Bundes.

Durch verschiedene Programme, für die der Bund beträchtliche Mittel einsetzt, fördert die Kulturstaatsministerin die Rettung und Sanierung gefährdeter Baudenkmäler. Eine wichtige Säule der Denkmalförderung ist das Denkmalpflegeprogramm "National wertvolle Kulturdenkmäler".

Programm "National wertvolle Kulturdenkmäler" -
Antrag und weitere Informationen

Das Programm "National wertvolle Kulturdenkmäler" wurde ins Leben gerufen, um die Erhaltung von Baudenkmälern, Bodendenkmälern sowie historischen Parks und Gärten zu unterstützen, denen insbesondere aufgrund architektonischer, historischer oder wissenschaftlicher Leistungen eine herausragende Bedeutung zukommt. Von 1950 bis 2018 konnten mit Mitteln aus diesem Programm über 680 Kulturdenkmäler mit rund 375 Millionen Euro erhalten und restauriert werden.

Sonderinvestitionsprogramm für besondere Maßnahmen

2007 hat der Bund ein 400 Millionen Euro umfassendes Sonderinvestitionsprogramm zum Erhalt des kulturellen Erbes aufgelegt – das größte Denkmalschutzprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik.

Zugute kommt es zum Beispiel der Klassik Stiftung Weimar sowie der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Berlin und Potsdam, die dadurch dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen vornehmen können. Oder der Berliner Staatsoper Unter den Linden, deren Restaurierung durch diese Mittel ermöglicht wird.

Förderung auch kleinerer Denkmalschutzprojekte

Seit 2007 hat die Kulturstaatsministerin neben den sonstigen Denkmalpflegeprogrammen neun Denkmalschutz-Sonderprogramme mit insgesamt rund 280 Millionen Euro aufgelegt, durch die der Bund dringende Sanierungsarbeiten an bedeutenden Kulturdenkmälern ermöglicht.

Die Maßnahmen erstrecken sich über das gesamte Bundesgebiet und leisten damit einen bedeutenden Beitrag zum Erhalt unserer Kulturlandschaft. Diese zusätzlichen Bundesmittel, die durch Kofinanzierung in mindestens gleicher Höhe von Ländern, Kommunen, Eigentümern und engagierten Projektträgern ergänzt werden, kommen vor allem kleinen und mittelständischen Bau- und Handwerksbetrieben zugute.

Auch die Sanierung und Modernisierung von Orgeln kann aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm gefördert werden.

Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz

Die Geschäftsstelle des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz (DNK) ist organisatorisch bei der Kulturstaatsministerin angesiedelt. Sie betreut unter anderem die Veranstaltungen des DNK und ist für seine Publikationen zuständig.

Das Nationalkomitee bildet auf Bundesebene eine Klammer um die föderal strukturierte Denkmalpflege und ist eine Schnittstelle zwischen Regierungen, Verwaltung und Fachebene. Es beeinflusst als fachliches und politisches Gremium maßgeblich die Denkmalpolitik in Deutschland. Eine der Kernaufgaben des Komitees ist es, die Ziele und Aufgaben von Denkmalschutz und Denkmalpflege in der Öffentlichkeit zu vermitteln.

Das DNK deckt mit rund 200 Aktiven aus Bundes- und Landespolitik, Kirchen, Verwaltung, kommunalen Spitzenverbänden, Hochschullehrern, Handwerk, Medien ein gesellschaftlich breites Spektrum ab. Ihm gehören neben Fachleuten auch Vertreter aller gesellschaftlich relevanten Kräfte an, die sich in Deutschland mit Denkmalpflege befassen. Zu den Arbeitsinstrumenten des Komitees zählen politische Empfehlungen und Arbeitshilfen, intensive Pressearbeit, Tagungen und Veröffentlichungen sowie die Verleihung des Deutschen Preises für Denkmalschutz.

Deutscher Preis für Denkmalschutz

Deutscher Preis für Denkmalschutz

Foto: Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz

Bund und Länder unterstützen diese Arbeit durch verlässliche Finanzierung der Geschäftsstelle, wo die für die Expertenarbeit notwendigen fachlichen, organisatorischen und strukturellen Ressourcen bereitgehalten werden.

Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 5.2.2019.

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